Olga Neuwirth
Olga Neuwirth (c) Harald Hoffmann

„OLGA NEUWIRTH war schon immer eine Vorreiterin“ – Stefan Drees im mica-Interview

Der deutsche Musikwissenschaftler STEFAN DREES widmet sich seit vielen Jahren dem Werk OLGA NEUWIRTHs als einem seiner zentralen Forschungsthemen. Im Vorfeld seines Wien-Besuchs anlässlich eines Symposions zu Olga Neuwirths Musik für Filme im Rahmen von Wien Modern am 7. November 2018 sprach er mit Marie-Therese Rudolph über die charakteristischen Merkmale von Neuwirths Musik, ihre Lebensthemen und wie sich diese in den Kompositionen niederschlagen.

Was macht das Spezielle und Charakteristische an der Komponistin Olga Neuwirth aus?

Stefan Drees: Das Besondere an Olga Neuwirths Arbeit ist eigentlich die Überschreitung von Grenzen zwischen den Künsten. Sie ist zwar primär Komponistin, bezeichnet sich auch als Komponistin, aber sie scheut sich nicht, in andere Kunstrichtungen zu schauen und andere Künste selbst zu bedienen. Sie ist beispielsweise selbst Musikerin, tritt mit dem Theremin auf, sie ist Performerin im besten Sinne der Happening- und Fluxus-Tradition, das heißt sie tritt als experimentelle Performerin auf, auf der Konzertbühne oder auch im Rahmen von Theaterstücken, sie ist Filmemacherin, sie ist Fotografin und Installationskünstlerin. Es kommen sehr viele Sachen bei ihr zusammen, und die bleiben nicht getrennt. Sie werden oft im Sinne einer Grenzverwischung in ihren Werken eingesetzt, miteinander vermittelt.

Es zeichnet sie auch aus, dass sie vieles von dem, was heute als schick gilt, vorweggenommen hat, und zwar sehr prominent, ohne dass es entsprechend gewürdigt wurde. Sie hat in einer Zeit angefangen, mit visuellen Medien zu arbeiten, als das im Konzertsaal noch völlig ungewöhnlich und verpönt war, nämlich Anfang der 1990er Jahre. Olga Neuwirth war schon immer eine Vorreiterin.

„… wie stark die komponierenden Frauen gegenüber den Männern im Nachteil sind.“

Welche großen Themen findet man im Werk von Olga Neuwirth?

Stefan Drees: Es gibt einige Stränge in ihrer Arbeit, die sich von den ersten Werken an durchziehen. Es geht ihr sehr stark um den Prozess des Erinnerns. Um die Frage, wie ich diesen in der Musik nachvollziehen kann. Wie kann ich damit spielen? Das ist eines ihrer wesentlichen Themen seit den 1990er Jahren.

Dann gibt es sehr viele Stücke aus den letzten rund zwei Jahrzehnten, die sich nicht nur mit der Rolle der Frau, sondern auch mit der Rolle der Künstlerin auseinandersetzen. Mit der Frage, was Kunst in der heutigen Gesellschaft bedeutet, welchen Stellenwert sie überhaupt hat … Das hat Olga Neuwirth auch in ihrer Rede zur Eröffnung des steirischen herbstes 2003 getan, in der sie das auf den Punkt gebracht und erläutert hat, wie stark die komponierenden Frauen gegenüber den Männern im Nachteil sind. Ein Punkt, der aktuell verstärkt öffentlich diskutiert wird. Darüber hinaus ist Olga Neuwirth von Anfang an eine sehr politische Künstlerin, was in der Rezeption in Deutschland und Österreich ein bisschen verdrängt wird, aber in Frankreich immer dezidiert unterstrichen wird.

Eine enge Beziehung verbindet Olga Neuwirth seit langem mit Elfriede Jelinek.

Stefan Drees: Elfriede Jelinek ist mit Sicherheit eine ganz wichtige Bezugsperson. Olga Neuwirth hat schon sehr früh mit ihr im Rahmen eines Kompositionskurses in Deutschlandsberg zusammengearbeitet. Dort hat sie zwei Texte aus einer Kommunaloper vertont, zu der Jelinek das Libretto geschrieben hatte. Das war der Beginn der Zusammenarbeit. Darauf folgten zwei Kurzopern auf Stücke von Elfriede Jelinek für die Wiener Festwochen, „Körperliche Veränderungen“ und „Der Wald – ein tönendes Fastfoodgericht“. Von da an ist die Zusammenarbeit bis in jüngste Zeit fortgeführt worden. 2012 entstand ein Film mit dem Titel „Das Fallen. Die Falle“ auf einen Text von Elfriede Jelinek, der Olga Neuwirth beim Komponieren ihres Musiktheaters „The Outcast“ (am 14.11.2018 bei Wien Modern) zeigt. Jelineks Text beleuchtet das Komponieren einer Frau auf eine ganz einzigartige Weise.

Wo findet sie ihre Inspiration bzw. die für sie relevanten Fragestellungen? 

Stefan Drees: Olga Neuwirth ist ein Mensch, der sehr offen durch die Welt geht und von überall seine Anregungen nimmt. Und überall heißt auch wirklich überall. Das heißt, sie kann sich interessieren für HipHop, das hat sie früher schon thematisiert. Wie beispielsweise die Band N.W.A. etwa mit Remix arbeitet, daraus hat sie Anregungen für ihr eigenes Arbeiten mitgenommen. Sie interessiert sich für den Animationsfilm, vor allem für den frühen, oder auch für amerikanische Cartoons. Sie interessiert sich für Künstler, die man eigentlich dem Sektor der populären Musik, wenn man diese Unterteilung macht, zuteilen würde. Wie zum Beispiel Klaus Nomi, dessen Songs sie bearbeitet und zu einem Musiktheater drapiert hat. Sie interessiert sich für alle Arten von Literatur, lässt sich immer wieder anregen, verwendet unterschiedlichste Textfragmente in ihren Werken. Interessiert sich für Malerei, Installationskunst … das kommt alles zusammen. Aus dieser Mischung an Interessen fließen immer wieder Impulse in ihre Arbeit ein.

„Das fordert mich natürlich als Zuhörer.“

Wie setzt Olga Neuwirth Techniken der Verfremdungen in ihrer Musik ein? Welches Ziel verfolgt sie damit?  

Stefan Drees: Die Techniken der Verfremdung, insbesondere der Instrumentalklänge oder der Stimme, zielen auf eine neue Art der Erfahrung ab, die das Publikum machen soll. Es geht ihr darum, Hybridklänge, Klangmischungen zu erzeugen, die man so nicht kennt. Wenn man eine Symphonie von Brahms oder Beethoven hört, klingt ein Horn wie ein Horn. Aber wenn sie sich beispielsweise ein Stück mit Elektronik von Olga Neuwirth aus den 1990er Jahren anhören, dann werden die Klänge durch den Einsatz von Elektronik verändert. Mit elektronischen Zuspielungen, Live-Elektronik hybridisiert, sie werden zu etwas anderem, das heißt, man erkennt sie im Grunde nicht mehr. Und da beginnt das Neue, die Wahrnehmung wird gefordert, man macht eine neue Erfahrung. Das betrifft auch den Einsatz von Stimmen: Olga Neuwirth hat bereits sehr früh angefangen, den Countertenor einzusetzen, weil der Countertenor von sich aus eine charakteristische Klangfarbe hat, die man schwer dem männlichen oder weiblichen Spektrum zuordnen kann. Sie hat dann den Countertenor in „Bählamms Fest“ zusätzlich mittels Morphings verändert, indem sie ihn mit Wolfsheulen kombiniert hat. Die Stimme des Countertenors verwandelt sich ein Stück in Richtung des Heulens eines Wolfes. Ich habe also eine Operngestalt auf der Bühne, die zunächst singt und dann heult. Das heißt, ich werde hin- und hergerissen von dieser Gestalt, die halb Tier, halb Mensch ist. Das fordert mich natürlich als Zuhörer.

Einerseits spielt das elektroakustische im Werk von Olga Neuwirth, andererseits aber ganz stark auch das analog-mechanische.

Stefan Drees: Von der Idee des Mechanischen ist sie sehr fasziniert. Diese findet ihren Niederschlag in Olga Neuwirths Vorliebe für mechanisches Spielzeug oder für Slapstick-Komödien. Also dass sich alles schnell bewegt, alles rasch geht. Solche Elemente findet man auch in ihrer Musik, insbesondere dort, wo sie mit Instrumenten wie dem computergesteuerten Klavier arbeitet, oder auch in ihrem Schlagzeugkonzert „Trurliade – Zone Zero“ von 2016. Auch dies zieht sich durch ihre gesamte Musik hindurch.

Olga Neuwirth hat mehrere Stücke auf Stoffe von Herman Melville komponiert. Worin besteht die Anziehungskraft?

Stefan Drees: Die Faszination von Melville ist darin begründet, dass sie in ihm einen Seelenverwandten erkennt. Einen Künstler, der im 19. Jahrhundert gelebt hat und mit dem Unverständnis seiner Zeitgenossen zu kämpfen hatte. Diese Situation sieht Olga Neuwirth auch für heutige Komponistinnen. Die Haltung Melvilles ist etwas, das sie sehr beschäftigt. Sie bewundert an ihm die künstlerische Integrität, das Nicht-Nachgeben, obwohl man mit der Anerkennung Probleme hat. Die Geschichte zeigt, dass Melville zu Lebzeiten, besonders gegen Ende seines Lebens, wenig geschätzt wurde. Nach seinem Tod wurde er dann als der amerikanische Schriftsteller wiederentdeckt.

Diese Faszination von Melville führte zu einer ganzen Gruppe von Werken, die sich mehr oder weniger mit ihm auseinandersetzen. Dazu gehört das Musiktheater „The Outcast“, in dem Olga Neuwirth auf den „Moby Dick“-Stoff zurückgreift, ihn aber auf ganz besondere Weise erzählt. Sie tut das nur fragmentarisch und indem sie den Schriftsteller Melville selbst als Gestalt des Old Melville auf die Bühne bringt, der immer wieder mit seinen Figuren spricht und das Schaffen und die Schaffensprozesse reflektiert. Auch hier haben wir wieder eine Auseinandersetzung mit dem Künstler und der Gesellschaft im Mittelpunkt.

Die Auseinandersetzung mit Melville hat sich nicht nur kompositorisch manifestiert, sondern auch auf einer künstlerisch-visuellen Ebene. 

Stefan Drees: Zur selben Zeit wie „The Outcast“ entstanden zwei Fotoserien, die Olga Neuwirth in Manhattan gemacht hat. Die eine Serie trägt den Titel „O Melville!“, dazu hat sie sich mit einer Melville-Maske fotografieren lassen, die sie anhand eines berühmten Melville-Porträts hergestellt hat. Melville ist im selben Alter wie sie selbst und sie lässt sich an Orten mit dieser Maske fotografieren, an denen Melville selbst gelebt und gearbeitet hat. Die andere Fotoreihe besteht aus zwei Serien, die gleichgewichtig sind, nämlich „Quiet on the desk“ und „Everyday Olga“. „Quiet on the desk“ ist eine Serie, für die sie jeden Tag, während sie an der Oper arbeitet, den Schreibtisch fotografiert und so das Fortschreiten der Partitur dokumentiert. „Everyday Olga“ ist eine dieser Fotoreihe zugeordnete Serie, in der sich Olga Neuwirth selbst fotografiert, wenn sie morgens zur Arbeit geht. Sie tut das in einem Arbeiteranzug. Gleichzeitig dokumentiert sie ihre Arbeit auch durch eine Lochkarte, wie man sie von früher von der industriellen Arbeit kennt. Sie setzt also ihre kompositorische Arbeit mit dem kapitalistischen Wertschöpfungsprozess gleich, zeigt aber auch, dass sich dadurch nichts über die Musik selbst sagen lässt, sondern demonstriert nur, wie ihre eigene Lebenszeit beim Komponieren verstreicht.

Ein weiteres sehr wichtiges, großangelegtes Melville-Werk ist „Le Encantadas“, das 2017 bei Wien Modern zu hören war.

Stefan Drees: Die Grundlage zu „Le Encantadas“ ist ein Essayband mit zehn philosophischen Skizzen mit dem Titel „The Encantadas or enchanted isles“ – eine Sammlung über die Galapagos-Inseln. Dieses eigenartige literarische Werk ist Vorbild für die Formgebung der Komposition. Melville umkreist dieses Thema, diese Inseln, auf ganz unterschiedliche Weise, indem er einerseits Naturbeschreibungen bringt und andererseits von Menschen berichtet, die dort gelebt oder gewirkt haben. Das tut er sehr uneinheitlich. Wenn man sich das näher ansieht, kann man erkennen, dass Olga Neuwirth ganz ähnlich bei der Komposition ihres Werkes vorgeht. Sie umkreist ein Objekt, das sie ständig aus verschiedenen Perspektiven zeigt. Dieses Objekt ist etwas ganz Besonderes, es ist die Chiesa di San Lorenzo in Venedig. Eine heute leider nicht zugängliche, dem Verfall anheim gegebene Kirche, die jedoch eine sehr wichtige Bedeutung für die Komponistin hat: In dieser Kirche wurde Luigi Nonos „Prometeo“ uraufgeführt. Also eine ganz wichtige Komposition der letzten Jahrzehnte. Nono hat das Werk speziell für diese Akustik geschrieben. Olga Neuwirth macht nun Folgendes: Sie hat die Möglichkeit bekommen, die Akustik der Kirche mit den modernsten Mitteln einzufangen. Das heißt, die Nachhallzeiten und alles andere durch eine akustische Vermessung des Raumes einzufangen, sodass dieser Raum nun in jedem Konzertsaal rekonstruierbar ist. Das ist die Grundlage. Ich kann diesen Raum nicht nur rekonstruieren, sondern auch verändern, ich kann neue Klangquellen hineinbringen, simulieren und klanglich verändern. Mit diesen Elementen spielt sie. Besonders schön ist das am Beginn zu bemerken, wenn sie eine Art Field-Recording benutzt. Sie nimmt dazu die Klänge der Lagune in Venedig auf: Man kann sich beim Anhören durchaus vorstellen, dass man durch Venedig geht, an den Kanälen entlang, und dann tritt man durch das Portal der Kirche und befindet sich plötzlich im Kirchenraum. Das ist eine ganz frappierende Erfahrung, die man zu Beginn von „Le Encantadas“ macht. Mit solchen Elementen arbeitet sie über die ganze Dauer des Werkes.

„Es werden Vorstellungen provoziert …“

„Le Encantadas“ ist eine Art Hörtheater. Dieser Begriff taucht bei Olga Neuwirth des Öfteren auf. 

Stefan Drees: Der Begriff Hörtheater ist sehr wichtig, wenn man über Olga Neuwirths Musik spricht. Denn es geht oft darum, dass in der Musik etwas passiert, das möglicherweise Assoziationen hervorruft beim Publikum, aber was eben nicht genau gesagt ist. Es werden Vorstellungen provoziert, es kann eine Geschichte im Kopf erzeugt werden, die für jeden Hörer, für jede Hörerin individuell ist. Das Ganze ist wie ein großes Labyrinth, durch das hindurch wir für uns selbst den Weg finden. „Le Encantadas“ ist ein solches Hörtheater, das in diesem Fall durchaus als eine Art Musiktheater gemeint ist, aber als gegenstandsloses, bei dem wir selbst uns hörend eine Geschichte zurechtlegen.

Was hat den unglaublichen Erfolg des Musiktheaters „Bählamms Fest“ ausgelöst?

Stefan Drees: Ich glaube, es ist die Mischung, die den Erfolg ausmacht. Einerseits ist es die ernste Thematik, die dahintersteckt, die allerdings gepaart ist mit einer ironischen Erkundung der einzelnen Aspekte. Es ist viel Ironie drin, die jedoch gebrochen wird. Wir haben es mit einem sehr einfallsreichen Werk zu tun, das einerseits kompositorisch nie langweilig wird, andererseits auch mit vielen visuellen Elementen arbeitet. Da sind zum Beispiel Filme vorgeschrieben, die man unbedingt braucht, weil sie eine Ebene der Handlung jenseits der Bühne markieren.

Die Videos der Uraufführung hat der österreichische Regisseur Michael Kreihsl gemacht. Es wurden Szenen beschrieben, die über die Handlung hinausgehen. Ein Beispiel: Die Hauptperson springt aus dem Bühnenbild heraus und läuft über eine Wiese. Oder man sieht die ältere Hauptdarstellerin als junge Frau. Das sind handlungstragende Elemente, die man anderweitig nicht darstellen kann. Bei der Aufführung 2002 in Hamburg wurden die Videos weggelassen, und dadurch war das Stück eigentlich nicht zu verstehen.

Immer wieder taucht die Technik des Zitierens in Neuwirths Werk auf. Zentral etwa in ihrem Trompetenkonzert.

Stefan Drees: Die Einbindung von Zitaten, von direkten Zitaten oder von Als-Ob-Zitaten, funktioniert eigentlich immer anders, ist aber ein sehr wesentliches Stilmittel von Olga Neuwirth. Das Trompetenkonzert „… miramondo multiplo …“ ist da etwas ganz Besonderes, weil es zugleich eine Auseinandersetzung mit der eigenen Biografie ist. Olga Neuwirth wollte ursprünglich Trompeterin werden, hat als Jugendliche Trompete gespielt und dann nach einem Autounfall mit schwerer Kieferverletzung diese Tätigkeit nicht mehr ausüben können. Insofern ist dieses Stück ein Blick zurück in die eigene Vergangenheit. Wir hören da nicht nur Zitate aus Händels Musik, sondern etwa aus Steven Sondheims „Send in the Clowns“. Jenes Stück, das Olga Neuwirth bei ihrem ersten Auftritt als Trompeterin gespielt hat. Also eine direkte Anspielung auf ihre eigene Geschichte. Man hört aber auch den Trompetenstil von Miles Davis, eines Trompeters also, von dem sie sehr fasziniert war, der für sie als Trompeterin ein großes Vorbild gewesen ist. Es trifft sehr viel Persönliches in diesem Stück zusammen.

Können Sie noch weitere Beispiele von Zitaten anführen?

Stefan Drees: In „Bählamms Fest“ gibt es beispielsweise eine Szene im Kinderzimmer, also an einem Ort, der für Unschuld und Kindheit steht. In dieser Szene hört man Kinderlied-Melodien des jüdischen Liedermachers Mordechaj Gebirtig – es ist sehr zwiespältig und komplex, was da passiert. Einerseits haben wir das Kinderzimmer als Rückzugsort und wir haben diese relativ einfachen Kindermelodien. Aber die transportieren natürlich etwas von der Geschichte, von der Vernichtung des Judentums in Osteuropa und verweisen zugleich auf die Zeit der literarischen Vorlage von „Bählamms Fest“, nämlich Leonora Carringtons Theaterstück „The Baa-Lamb’s Holiday“.

Dann möchte ich noch das wunderbare Orchesterstück „Masaot / Clocks without hands“ von 2013/14 nennen, in dem Olga Neuwirth immer wieder folkloristische Melodien aus Osteuropa anklingen lässt. Manchmal sehr direkt, manchmal am Rande der Aufmerksamkeitsschwelle. Hier geht es ihr darum zu zeigen, wo sie selbst herkommt, wo ihre kulturellen Wurzeln liegen

2019 gibt es eine große Uraufführung an der Wiener Staatsoper.

Stefan Drees: Olga Neuwirth arbeitet derzeit in Berlin an der Fertigstellung ihres Musiktheaters „Orlando“ auf ein Libretto der franko-amerikanischen Schriftstellerin Catherine Filloux, das auf dem gleichnamigen Roman von Virginia Woolf basiert. Das Werk wird im Herbst 2019 in Wien uraufgeführt.

Herzlichen Dank für das Gespräch!

Marie- Therese Rudolph

Termin:
Mittwoch, 7. November 2018, 14.00–14.45 Uhr, Universität für Musik und darstellende Kunst Wien
„Olga Neuwirths Musik für Filme. Eine Einführung“, Vortrag im Rahmen des Studientag-Double-Features „Olga Neuwirths Musik zu ,Die Stadt ohne Juden’“ (6./7. November 2018)

Links:
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Olga Neuwirth in der music austria Datenbank
Stefan Drees
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