mica-Serie Parlamentarische Enquete Musik die Reaktionen: mica-music austria: Die Verwirklichung der musikalischen Grundrechte in Österreich ist ausbaufähig.

Die Errichtung einer e-culture Infrastruktur, führt KünstlerInnen in eine erfolgreiche Zukunft in der digitalen Welt” ist Peter Rantasa überzeugt.

Wien (OTS) – “Die Wortkombination Musikland und Österreich – das scheint eine sichere Partie zu sein”. In seinem Referat im Rahmen der parlamentarischen Enquete mit dem Thema “ZukunftsMusik” hat Peter Rantasa (Geschäftsführender Direktor mica-music austria) zu Beginn musikalische Grundrechte präsentiert. In der Generalversammlung des IMC-International Music Council 2001 hat der weltgrößteMusik-Dachverband, dem auch mica-music austria angehört, und der ein offizieller Partner der UNESCO ist, diese fünf Grundrechte beschlossen:

 
Musikalische Grundrechte, wie sie der IMC fordert:- Das Recht aller Menschen auf freien musikalischen Ausdruck
– Das Recht aller Menschen, musikalische Fähigkeiten zu erwerben
– Das Recht aller Menschen auf Zugang zu musikalischen und kulturellen Aktivitäten durch Teilnahme, Zuhören, Kreation, und Information
– Das Recht für Kulturschaffende auf geeignete Ausstattung, um ihre Kunst auszuüben und durch alle Medien zu kommunizieren
– das Recht für Kulturschaffende, gerechte Anerkennung und Bezahlung für ihre Arbeit zu erhalten.

 

Diese Forderungen sind in Österreich bis jetzt nur zum Teil umgesetzt. Insbesonders bei der Musikausbildung und bei der Anerkennung künstlerischer Arbeit kann noch einiges verbessert werden.

Peter Rantasa wünscht sich ein einheitliches Konzept für ein besseres Zusammenspiel der Musikausbildungen in seinen verschiedenen Ausbildungsstufen. Auch die Lebenswirklichkeit der Schülerinnen und
Schüler ist bei der musikalischen Ausbildung didaktisch und strukturell zu berücksichtigen. “Gute Musik braucht auch mündige Hörer. Das ist nicht nur ein Grundrecht sondern auch die Basis für
ein starkes Publikum” ist Peter Rantasa überzeugt.

 

 
Die Schaffung von Musikinstitutionen für das 21. Jahrhundert und da vor allem Infrastruktur für eine kreative e-culture sind die neuen Herausforderungen” so Peter Rantasa weiter.

Digitalisierung und Globalisierung veränderten das gesamte Musikgeschäft, in dem die österreichischen KünstlerInnen nicht zu den GewinnerInnen gehörten. Dies könnte sich durch ein entschlossenes
Zusammenspiel aller Kräfte verändern.

In der Diskussion um Kulturwirtschaft setzte sich Peter Rantasa für gesetzliche Regelungen zu KünstlerInnenverträgen (UrheberInnvertragsrecht) ein. Es ist leider nicht nur ein Klischee, dass die Mehrheit der KünstlerInnen weniger verdient als der Rest der Gesellschaft. Darüber hinaus ist innerhalb der Musikschaffenden die Einkommensverteilung auch noch weit ungleicher als in anderen Berufsgruppen. Geht man davon aus, dass mit Kultur-Kreativwirtschaftsprogrammen mehr Menschen in Kreativberufen beschäftigt werden sollen, sind diese Benachteiligungen und Ungleichheiten genau zu analysieren und deren Ursachen zu bekämpfen. Findet diese Auseinandersetzung nicht statt, kommt es zu einer Gesamtverschlechterung nicht nur für die in diesem Sektor arbeitenden Personen.

Förderprogramme für EinzelunternehmerInnen und neue Selbständige sind im Bereich der Kulturwirtschaft das Gebot der Stunde. In einer Zeit in der sich KünstlerInnen immer mehr mit der wirtschaftlichen Verwertung ihrer ohnehin sehr zeitintensiven Arbeit als Kreative beschäftigen müssen, sind Lösungsmodelle für die Lage der KünstlerInnen unbedingt notwendig.

Ein erster großer Schritt ist mit dieser Enquete getan. Die Vorbereitungen im Rahmen der von mica-music austria initiierten “Präsidentenkonferenz Musik” (ein Zusammenschluss aller Organisationen des österreichischen Musiklebens) waren fruchtbar. Jetzt gilt es weiterzugehen und durch eine positive Zusammenarbeit aller beteiligten Kräfte “ZukunftsMusik” hörbar zu machen. Eine fundierte auf Zahlen und Fakten basierende Analyse der bestehenden Situation der österreichischen UrheberInnen ist der notwendige Ausgangspunkt, um daraus griffige Maßnahmen und Förderprogramme abzuleiten und auch erfolgreich umzusetzen.
 

Quelle: APA-OTS; 03.06.2008
Aussender: mica-music austria

Die mica-Serie: “Parlamentarische Enquete Musik – Die Reaktionen” ist eine Artikelreihe von mica-music austria, die Reaktionen und Presseaussendungen zur Enquete “ZukunftsMusik” auf der Website präsentiert. MusikerInnen und KomponistInnen sind eingeladen ihre Positionen und Meinungen an mica-music ausrtia zu schicken. Die an uns gesendeten Texte werden im Rahmen dieser Serie veröffentlicht.

 

Zusendungen bitte an: office(at)musicaustria.at
Betreff: parlamentarische Enquete: Reaktionen