lese-takt mit Austrofred

Die Musikschaffenden zu Wort kommen lassen, dem Publikum die unterschiedlichsten Perspektiven  aus der Sicht der MusikerInnen zu vermitteln, das sind die Ziele der lese-takt-Reihe der mica-music austria-Bibliothek in der Wiener Stiftgasse. Im Rahmen der Veranstaltung sollen die vielfältigen Zugänge und Zusammenhänge von Musik und Text näher beleuchtet werden. Dafür, dass es auch der Unterhaltungsfaktor nicht zu kurz kommt, sorgen die geladenen Gäste. Eröffnet wird der lese-takt von dem österreichischen Musiker, Entertainer und Schriftsteller Austrofred am 27. Jänner um 19 Uhr.

Seit mehreren  Jahren weiß Austrofred nun bereits seine stetig anwachsende Fanschar zu begeistern. Wohl nur wenige österreichische KünstlerInnen verkörpern die Rolle des Entertainers so gekonnt, wie es Franz Adrian Wenzl tut. Heilig ist dem gebürtigen Steyrer dabei nichts, zumindest wenn es aus dem Bereich Musik kommt. Austrofred gehört zu jener Sparte von KünstlerInnen, die es verstehen Grenzen bis ans Äußerste auszuloten. Bekannt geworden ist Austrofred als das österreichische Pendant zu Freddy Mercury. Er nahm sich alte Queenklassiker zur Brust und interpretierte diese in der Tradition eines Georg Danzers oder Wolfgang Ambros völlig neu. Dabei ließ er natürlich kein einziges Klischee aus. Der Entertainer versteht es wie kaum kein anderer seine Konzerte und Performances mit Hilfe des entsprechenden Stylings in einen visuellen Kontext zu setzen, der alle Maßstäbe für guten Geschmack nach unten korrigiert.

Aber nicht nur auf der Bühne fühlt sich  Franz Adrian Wenzls` Alter Ego zu Hause. Auch als Schriftsteller macht er eine gute Figur. So hat er beispielsweise 2006 seine Autobiographie “Alpenkönig & Menschenfreund” veröffentlicht, die allerorts mit Lorbeeren überhäuft wurde. Eine Kostprobe seines literarischen Könnens präsentiert der facettenreich Künstler im Rahmen der lese-takt-Reihe im mica-music austria. Anschließend verwöhnt er das Publikum mit einem persönlich von ihm zusammengestellten DJ-Set [Classic meets Rock].

“In meiner Anfangszeit ist es mir ein paar Mal passiert, dass einer mit dem Blasröhrl auf die Bühne schießt oder dass bei einem Frühschoppen wer schreit, schleich dich herunter, Zipfelgesicht, sonst prack ich dir eine. Das sind natürlich harte Sitten, aber durch solche Mauern und Windmühlen muss man halt durch, wenn man künstlerisch nach oben will, auch wenn einen im Endeffekt oft nur mehr die eigene Vision psychisch zusammenhält.

Wenigstens kann man sich damit trösten, dass auch die Größten der Großen vor solchen Niederlagen nicht gefeit sind. Auch zu einem Mozart werden ungute Zeitgenossen öfter einmal gesagt haben, du Dodl kannst dir deine Zauberflöte hinten hineinschieben.  Sie haben das Genie vom Mozart nicht erkannt.”
(aus: Ich rechne noch in Schilling, Czernin Verlag 2009)

Eintritt: 4 EUR Umkostenbeitrag