KlezMORE Festival 2007

Bereits zum vierten Mal geht in diesem Jahr das KlezMORE Festival über die Bühne. Vom 25. Juni bis 8. Juli kommen Musiker/Innen und Bands aus aller Welt nach Wien, um sich mit der Rolle der Klezmermusik und ihrer gesellschaftspolitischen Funktionalität auseinander zu setzen. Das Festival-Programm gestaltet sich so vielseitig, dass es mit Sicherheit nicht nur für eingeschworene Klezmer Musik-Fans von Interesse sein wird.

Über 80 AnfragenWurde das KlezMORE-Festival am Beginn noch eher abwartend aufgenommen, so hat sich der Stellenwert inzwischen auch außerhalb der heimischen Grenzen deutlich erhöht. Laut Friedl Preisl dem künstlerischen Leiter des Festivals gab es heuer über achtzig Anfragen von Musiker/Innen und Bands, die am Festival teilnehmen wollten. Friedl Preisl ließ seine Bauch entscheiden und stellte ein äußerst abwechslungsreiches Programm auf die Beine. Mehr als noch in den Vorjahren waren die Organisatoren darum bemüht, neben dem musikalischen Hauptprogramm, ein umfangreiches Rahmenprogramm zu erstellen. Dieses beinhaltet Kurse in Klezmer-Tanz mit Leon Blank und Helene Domergue Zilberberg, einen Sing-Workshop mit Aron Saltiel und Filmvorführungen (“Der Meister des guten Namens”, “A Cantor`s Tale”).

 

Musikalisch wird ein breiter Bogen gespannt. Bereits im Name KlezMORE wird die eingeschlagene Richtung deutlich. Es geht um die Entwicklung des Klezmer bis in die Jetztzeit. Kaum ein Genre vermochte es mit einer solchen Leichtigkeit, aktuelle Musikströmungen mit typischen Klezmer-Klängen zu verbinden. Gerade dieser entspannte Umgang mit der musikalischen Tradition ermöglichte es Musiker/Innen den Sound einer Modernisierung zu unterziehen. Bands wie die Nifty`s, 17 Hippies, WanDeRer, Nayekhovichi oder Di Fidl-Kapelye zählen zu den jungen Vertretern der Szene, die auf unterschiedlichste Art und Weise, sei es jazzig, punkig oder folkloristisch, den Klezmer-Sound interpretieren. In Zeichen einer gewissen Wehmut steht das Konzert der österreichischen Gruppe gojim, die ihr das 20-jährige Bestehen und zugleich den Abschied als Band feiert.

 

Bereits die Eröffnungsgala am 25. Juni im Porgy & Bess, welche der Legende Leo Askin gewidmet ist, kann als erster Höhepunkt des Festivals bezeichnet werden und belegt die Vielseitigkeit des Programms eindrucksvoll. Der Schauspieler, Regisseur und Produzent wäre heuer 100 Jahre alt geworden. Zunächst präsentiert der Wiener Jüdische Chor unter der Leitung von Roman Grindberg seine neue CD “Ose Shalom”. Anschließend wartet die Frauen-Klezmer-Band “Isle of Klesbos” mit einer wilden Mischung aus Funk, Reggae, klassischen Swing, Punk, Merengue und Latin Jazz auf. Man darf also gespannt sein, was KlezMORE 2007 noch zu bieten hat.

 

Neu ist auch in diesem Jahr die Vielzahl der Veranstaltungsorte. Neben dem Porgy&Bess werden auch im Zentrum Im Werd, dem Jüdischen Gemeindezentrum, im Ost Klub, der Bunkerei. dem Theater im Nestroyhof und in der Kirche am Gaußplatz Konzerte zu bestaunen sein. (mt)