HEDDA (c) Maria Frodl

„Es ist wunderschön, das Eintauchen, Verweilen und Nachdenken der Menschen zu spüren.“ – SOPHIA GOIDINGER-KOCH und KLAUS HAIDL (HEDDA) im mica-Interview

Das Gespräch fand am 17. April 2021 gegen 21 Uhr statt – zirka eine Stunde, nachdem SOPHIA GOIDINGER KOCH und KLAUS HAIDL als HEDDA im Rahmen der INSEL RETZ ein Konzert ohne Publikum aufgeführt hatten. Das Programm wurde von HEDDA bei zeitgenössischen Komponistinnen und Komponisten in Auftrag gegeben, um Haus- und Kammermusik der Gegenwart direkt ins Leben zu den Menschen zu bringen. Mit Sylvia Wendrock sprachen sie über die Bedeutung des Publikums und die Kraftanstrengung eines Konzertes ohne Zuhörende.

Die Stücke des heutigen Programmes wurde eigens von euch für HEDDA in Auftrag gegeben und bei Wien Modern erstmalig aufgeführt …

Klaus Haidl: Wir haben unser Programm schon vorher in Auftrag gegeben und wurden glücklicherweise bei Wien Modern zur Premiere aufgenommen. Aber außer den Komponisten und Technikern gibt es bis heute kein Live-Publikum, das unser Programm gehört hätte.

Doch mit genau diesem Prinzip hat sich HEDDA eigentlich gegründet …

Sophia Goidinger-Koch: Eigentlich ja.

Klaus Haidl: Der Raum, in dem wir heute spielen durften, war auch perfekt, weil er so klein und intim ist, dass die Stücke dort wirklich total aufgehen. Wir haben während des Spielens gedacht: Wenn jetzt noch ein paar Leute da wären, wäre es genau das Projekt, das wir uns vorgestellt haben. Aber es kam halt niemand rein.

Hätte man nicht vor dem Schaufenster stehen können?

Klaus Haidl: Das war so nicht konzipiert. Wir haben nur kurzfristig umdisponiert, weil es ursprünglich im Hinterzimmer stattfinden sollte, die Bar vorn aber eine viel schönere Akustik hatte. So haben wir die Vitrine in Kauf genommen. Es sind gerade mal vier Leute vorbeigekommen, keine einzige Person ist stehengeblieben.

Das wäre wahrscheinlich auch wie ein Stummfilm für die Passanten gewesen …

Sophia Goidinger-Koch: Wahrscheinlich. Es ging ja auch nicht darum, etwas nach draußen zu vermitteln.

Wie hat sich eure Konzertsituation heute dann von einer Generalprobe unterschieden?

Sophia Goidinger-Koch: Man bleibt bewusst in der Spannung und weiß, man wird nicht abbrechen, sondern auf jeden Fall durchspielen. Das muss bei einer Generalprobe ja nicht unbedingt sein. Da gibt es auch noch die Möglichkeit, abzubrechen, wenn etwas schiefgeht, und dann neu anzusetzen.

Klaus Haidl: Bei einer Generalprobe werden auch oft nur spezielle Stellen für die Akustik oder das Wiederauftauen im Kopf angespielt. Wenn ein Konzert beginnt, setzt eine gewisse Konzentration ein, die bis zum Ende des Konzertes bleibt. Ich war heute auch aufgeregter als bei einem normalen Konzert, weil die Situation so ungewohnt ist. Der Körper aktiviert ja trotzdem den gesamten Mechanismus der höchsten Anspannung und für die Dauer von ein bis zwei Stunden Leistungsmusik zu spielen und eine gute Aura auf der Bühne zu produzieren. Das Ungewisse war die Frage, ob das Programm ohne eine einzige zuhörende Person überhaupt funktioniert. Wir haben es komplett gespielt, auch zwischen den Stücken moderiert, als wäre Publikum da. Es sind ohne jegliche Zuhörer aber während des Spielens ganz andere Gedanken im Kopf aufgekommen.

HEDDA (c) Veronika Humpel

Was waren das für Gedanken?

Klaus Haidl: Ich habe viel mehr über die Musik nachgedacht und die Stücke ganz anders erlebt, weil sich meine Wahrnehmung auf uns beide beschränkt hat.

Ähnelt die heutige Situation also eher der im Studio?

Sophia Goidinger-Koch: Im Studio geht es immer auch darum, von Stücken mehrere Takes aufzunehmen oder sich vorher Abschnitte zu vereinbaren, die ins Stück aufgenommen werden sollen. Man könnte so ein Programm im Studio nicht in einem Zug einspielen. Man wählt eher von verschiedenen Versionen schlussendlich eine aus, die das Stück am besten trifft. Für so eine Einspielung ist die Perfektion eine ganz andere als für ein Live-Erlebnis.

Heute gab es ein Live-Konzert ohne Publikum. Was fehlt, wenn das Publikum fehlt?

Sophia Goidinger-Koch: Jedwede Rückmeldung.

Klaus Haidl: Für mich ist das Publikum einfach ein Multiplikator des Raumes, den man als Künstler auf der Bühne oder in einem Setting mit einem Instrument oder einer Szene einnimmt. Je mehr Menschen anwesend beziehungsweise fassbar sind, desto mehr gehören sie zu diesem Setting. Es braucht etwa zehn bis fünfzehn Minuten, bis die Leute mental und physisch angekommen sind und tatsächlich gemeinsam erleben. Heute hat mir dieser Multiplikator deutlich spürbar gefehlt. Ich mache mit Sophia wahnsinnig gern Musik, doch es ist etwas anderes, wenn eine Menge von Menschen gebannt zuhört und mit großen Ohren und interessiert miterlebt, weil auch sie in der Konzentration des Hörens eine weitere Spannung in den Raum bringen. Wir spannen mit unserem Programm einen Raum, den jede Rezipientin und jeder Rezipient mitträgt und mitfühlt.

Sophia Goidinger-Koch: Ich spiele so gern für andere Menschen und mir fiel es heute anfangs richtig schwer, einfach nur für mich oder für uns beide zu spielen und meine allerbeste Leistung abzurufen. Diese Überwindung war ein Kraftakt für mich, die mir aber Stück für Stück besser gelungen ist.

„Musik ist eine soziale Kunst, die geteilt werden muss, vor allem als Live-Erlebnis.“

Lässt sich daraus ableiten, dass Kunst für sich selbst zu wenig ist oder ihrem eigenen Begriff widerspricht?

Klaus Haidl: Musik ist eine soziale Kunst, die geteilt werden muss, vor allem als Live-Erlebnis. Ich bin auch zunehmend der Meinung, dass Aufnahmen nur Musikdokumente sind und nicht die Musik selbst. Das Live-Erlebnis als soziales Event ist eine Kulturform, ohne die es sehr einsam wird. Natürlich bereitet es mir und uns auch eine Befriedigung, wenn wir für uns spielen. Wir klopfen uns sicher auch auf die Schultern, wenn wir es schaffen, dieses schwierige Programm so gut zu spielen. Aber darum geht es ja nicht. Wir müssen uns nicht ständig beweisen, dass wir etwas gut spielen können. Die Menschen sollen etwas davon haben und natürlich davon profitieren, je besser wir sind. Es geht nicht um uns, sondern darum, Musik greifbar, erlebbar zu machen.

Sophia Goidinger-Koch: Es geht auch ganz oft um einen Vermittlungsaspekt, gerade bei zeitgenössischer Musik. Wir führen deshalb oft in die Stücke ein, geben gewisse Erklärungen. Es ist wunderschön, das Eintauchen, Verweilen und Nachdenken der Menschen zu spüren. Auch Genuss wider Erwarten auszulösen und gerade in so kleinen Räumen wie heute auch nach dem Konzert noch Gespräche zu führen und zu erfahren, wie die Musik bzw. was davon angekommen ist. Wir möchten Ohren öffnen, Horizonte erweitern und Klänge zeigen, die so vielleicht noch nie zuvor gehört worden sind.

Klaus Haidl: Und das kann man halt nur live schaffen und fassbar machen. Wenn Menschen sagen: „Ich verstehe nicht, was ihr da tut und wie, aber ich finde es toll.“ Das kann man über kein Medium transportieren. Dazu muss man Musik sowie Musikerinnen und Musiker erleben. Da ist konzentrierte Stille und Begeisterung, die gelebt werden muss.

Die Tatsache, dass ihr die Stücke anmoderiert, bezeugt ja auch euren Vermittlungsgedanken, das 21. Jahrhundert musikalisch näherzubringen.

Klaus Haidl: Wir wissen, dass wir es mit einem sehr durchwachsenen Publikum und sehr vielschichtigem Repertoire zu tun haben. Diese riesige Bandbreite lässt sich meiner Meinung nach leichter mit einem gewissen Kontext fassen, indem man den Zuhörenden vorbereitende Worte auf das gleich zu Hörende gibt und den eigenen Zugang mitteilt.

Sophia Goidinger-Koch: Es genügt auch oft schon, Gedanken der Komponistin oder des Komponisten zu seinem Stück vorher anzusprechen. Etwas vom Konzept zu wissen, lässt einen nicht so komplett allein und man tut sich leichter, der eigenen Wahrnehmung beziehungsweise Hörerfahrung zu trauen.

HEDDA hat sich ja direkt der Pflege gegenwärtiger Kammermusik verschrieben.

Klaus Haidl: Genau, wir wollen in einem sehr kleinen, intimen Rahmen zeigen, was aktuell an kompositorischen Gedanken existiert.

Was den Austausch im Sinne der Salons des 19. Jahrhunderts impliziert, wo es auch verbindlich um direkte und persönliche Kommunikation ging …

Klaus Haidl: … was dann auch zur Diskussion führte. Man geht nicht nach dem Konzert zur Garderobe, sondern findet sich zusammen.

Und man hat durch viel weniger Anonymität auch ein Gesicht zu zeigen und zu wahren.

Sophia Goidinger-Koch: Spielt man in einem kleinen Rahmen an einem kleinen Ort, sind auch kaum unbemerkte Handlungen oder Haltungen möglich. Desinteresse oder Müdigkeit sind deutlicher spürbar. Auch muss man mal etwas hören, was einem vielleicht nicht gefällt, und viel mehr Mut mitbringen. Alles ist für alle viel offensichtlicher. Das macht für mich auch die Besonderheit einer solchen Konzertsituation aus: Man bekommt die Reaktionen viel unmittelbarer mit.

„[…] Konfrontation ist so kaum mehr möglich.“

Es geht einem die Möglichkeit gemeinsam erlebter Zeit verloren, wenn man auf solche Konzerte und kulturelle Erlebnisse dieser Art nicht mehr zurückgreifen kann.

Klaus Haidl: Völlig. In einem Stück von Peter Ablinger sprechen wir auch improvisierend in minimaler Lautstärke. Währenddessen wurde mir heute klar, dass uns durch die ganzen Auflagen und notwenige Planbarkeit von Abläufen der Zufall abhandenkommt. Man kann nicht mehr zufällig Leute treffen, spontane Bewegungsfreiheit gibt es nicht mehr und Konfrontation ist so kaum mehr möglich. Fruchtbare Überschneidungen von Ereignissen kommen nicht mehr zustande durch die Reglementierungen. Auch die Zufälligkeit der Zusammensetzung des Publikums fällt schmerzlich weg.

Sophia Goidinger-Koch: Spontanität wird überhaupt zum Fremdwort. Alle Schritte müssen durchdacht und mit Negativtests, Maske, Anmeldung usw. vorbereitet und organisiert werden, um überhaupt an einem Bruchteil des gesellschaftlichen Lebens teilzunehmen. Der Verzicht ist dann sehr naheliegend.

Klaus Haidl: Vor vielen Jahren habe ich mit einer Band Popularmusik in einem Lokal in der Linzer Innenstadt gespielt, die Stimmung war eher mittel. In der Hälfte des Konzerts kam plötzlich eine ungarische Blasmusikkapelle herein, die ihr Feierabendbier trinken wollten und es wurde ein grandioser Abend, weil sie per Zufall eine Stimmung mitgebracht haben, die unglaublich war.

„Das sind rein wirtschaftsorientierte Entscheidungen, die das soziale Leben einfach ignorieren.“

Nun muss man ja aber differenzieren zwischen den notwendigen Erfordernissen durch die uns umgebende pandemische Situation und dem Stellenwert, der Kunst und Kultur bei politischen Entscheidungen diesbezüglich beigemessen wird.

Sophia Goidinger-Koch: Das glaube ich total. Und ich finde es sehr enttäuschend, dass sämtliche Veranstalter, obwohl sie sich Hygienekonzepte mit Einbahnstraßen, getrennten Ausgängen, Sitzabstand, keine Pausen, keine Garderoben mehr usw. überlegt und Alternativen für einen veränderten Fortgang vorgeschlagen haben, einfach so sitzengelassen werden. Man könnte sich doch einmal pro Woche testen lassen, das Ergebnis am Handy haben und damit überall Zutritt zum Büro, zur U-Bahn oder zum Konzert bekommen, wo die Hygienevorschriften befolgt werden. Dann würde es alltäglich, vor allem aber machbar, die benötigten Nachweise immer aktuell bei sich zu haben. Voriges Jahr waren in Österreich private Hochzeitsfeiern mit bis zu hundert Personen erlaubt und Konzerte mit höchstens dreißig Personen mit der Begründung, privat kenne man sich eher bzw. besser. Solche fadenscheinigen Gründe machen unglaublich wütend, eine Erfassung der Kontaktdaten des Publikums hätte das Problem sofort gelöst. Es ist eindeutig kein Wille da, das kulturelle Leben zu erhalten. Gleichzeitig bewirbt die österreichische Bundesregierung unentwegt als Kulturnation – das ist doch sehr …

Klaus Haidl: … hypocritical. Ich suche seit Jahren erfolglos nach einer adäquaten deutschen Entsprechung. Die momentan beste Annäherung ist scheinheilig.

Sophia Goidinger-Koch: Ja.

Klaus Haidl: Man braucht gar keine Informationen hinter dem Vorhang zu verstecken, Österreich hat im letzten Jahr einfach sehr viele Fehlentscheidungen getroffen, die Kultur wird immer nur weiter nach hinten geschoben, und selbst bei Öffnungen werden die Gasthäuser vor den Konzerthäusern aufsperren. Das sind rein wirtschaftsorientierte Entscheidungen, die das soziale Leben einfach ignorieren. Ärztinnen, Philosophen, Künstlerinnen … alle Leute, die sich mit dem Menschen befassen, wissen und sagen, dass der Mensch die Kunst, den Ausgleich, die Selbstreflexion in irgendeiner Form braucht, egal ob Theater, Musik, bildende Kunst. Wir gehen persönlich individuell daran zugrunde, wenn wir einfach weggesperrt werden und nur arbeiten müssen. Diese Restriktionen sind nicht nur völlig unverständlich, sie erscheinen auch vollkommen willkürlich, wenn Skilifte öffnen oder Hochzeiten stattfinden dürfen.

Die Frage der Handhabe ist eine massive.

Klaus Haidl: Ich habe gemerkt, dass wir professionell sind, eine gute Arbeit machen. Nach inzwischen einem Jahr Berufsverbot, sind wir nicht schlechter geworden. Wir wissen nach wie vor, wie wir Kultur machen und wie wichtig das ist. Wir sind nicht davon abgekommen, sondern immer noch dieselben Kulturschaffenden wie vorher und die Bereitschaft, sofort loszulegen, ist da. Wir brauchen keine Vorlaufzeit, sondern einfach nur die Möglichkeit. Das hat mir der Abend heute gezeigt.

Sophia Goidinger-Koch: Nicht die Künstlerinnen und Künstler, nur die ganze Maschinerie des Kulturbetriebs braucht vielleicht eine Vorlaufzeit.

Klaus Haidl: Wenn du den kleinen Veranstaltern sagst, sie können wieder loslegen, sperren sie morgen auf.

Sophia Goidinger-Koch: Es ist so miserabel, dass Kultur nicht als Wirtschaftszweig betrachtet, sondern im Gegenteil, deren Notwendigkeit ständig infrage gestellt wird. Wieviel Umsätze Kultur erwirtschaftet, wird einfach nicht beachtet.

Klaus Haidl: Die anfängliche Hoffnung vor einem Jahr, dass vielleicht die vielen Kleinveranstalter, die Freie Szene, die Subkultur durch die Pandemie erstarken, weil sie beweglicher sind, vielleicht eher als Großveranstalter öffnen dürfen und dadurch Zulauf bekommen, bestätigt sich leider nicht. Es ist eher so, dass sie sterben. Warum nicht im Kleinen beginnen, mit getestetem Publikum in geringer Zahl und dadurch eine lebendige Chance ergreifen?

Sophia Goidinger-Koch: Die großen Häuser verschieben außerdem ihre Abonnements und sind mindestens für das kommende Jahr durchgeplant. Sie haben genügend Programm, ihr Abo-Publikum und werden weiterhin subventioniert. Die Kleinen müsste man gezielt unterstützen, etwa durch eine Beschränkung der Raumgröße.

Das bräuchte aber wieder diesen Paradigmenwechsel, Diversität eine größere Bedeutung als dem Institutionscharakter beizumessen.

Klaus Haidl: Das wäre eine Chance, die uns diese Situation eröffnet – vor einem Jahr, aber jetzt immer noch. Eine schrittweise Öffnung, bei den Kleinen beginnend. Wir können auch weiterhin ohne den großen Konzertsaal. Lasst es uns doch einfach machen. Das wäre für viele ein Gewinn.

Was ist denn die Kunst, wenn sie nicht gezeigt werden kann?

Sophia Goidinger-Koch: Ist das dann überhaupt noch Kunst? Kunst lebt doch durch den Austausch mit anderen Menschen, gerade die Musik. Sie lebt vom direkten Feedback.

Klaus Haidl: Es funktioniert nicht. Musik ist nicht einfach nur eine Bildungsempfehlung und darf so, wie wir sie heute aufgeführt haben, nicht sein. Das geht an der gesellschaftlichen Idee von Kunst vorbei. Als würde ich eine Jugendstil-Kommode in den Wald stellen. Die Kommode ist prachtvoll, aber die Bäume haben halt nichts davon.

„Es ist nicht die Kunst, sondern die Versammlung untersagt. Und das trifft um einiges härter, weil wir dagegen nicht ankommen […]“

Wem gehört denn die Kunst, dass jemand sie verbieten kann?

Klaus Haidl: Die Kunst ist ja nicht verboten.

Sophia Goidinger-Koch: Es ist viel schlimmer. Wir produzieren gesunde Süßigkeiten, aber keiner darf naschen kommen. Du darfst wissen, dass es sie gibt, bekommst vielleicht sogar eine Ahnung, wie sie schmecken, aber du darfst sie nicht mehr haben.

Klaus Haidl: Eine Zensur wäre möglicherweise diskutabel. Aber wir haben keine Zensur, sondern ein Teilnahmeverbot. Es ist nicht die Kunst, sondern die Versammlung untersagt. Und das trifft um einiges härter, weil wir dagegen nicht ankommen – ein geschlossenes System, in dem keine Argumente geltend gemacht werden können. Oder es gibt Arbeitsverbote. Nur allein darf man weitertun. 2020 ist deshalb das Jahr der Jazz-Soloalben. Wir dürfen ja EH, ABER … und dann fehlt noch ein IMMERHIN, und dann ist schön das österreichische Triumvirat erreicht.

Herzlichen Dank für das Gespräch!

Sylvia Wendrock

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Sylvia Wendrock