"Der österreichische Film" – Neue DVD-Staffel im Wiener Metro-Kino vorgestellt

“Der österreichische Film” – Neue DVD-Staffel im Wiener Metro-Kino vorgestelltIm Beisein von Bundeministerin Claudia Schmied, Kulturstadtrat Andreas Mailath-Pokorny und zahlreichen Vertreterinnen und Vertretern der österreichischen Filmbranche ist am Dienstag die neueste Staffel der DVD-Reihe “Der österreichische Film” bei einer Pressekonferenz präsentiert worden. Gemeinsam initiiert von Georg Hoanzl, dem Filmarchiv Austria und dem Standard schon 2006, spielt diese Edition eine zentrale Rolle hinsichtlich der Vermittlung österreichischen Filmschaffens.

Auch Musikinteressierten und der österreichischen Musikszene und allen benachbarten Kunst- und Kulturparten müsste diese Förderung des aktuellen und historischen heimischen Films ein Anliegen sein. Immerhin, so Georg Hoanzl in seinem Erfolgsbericht, sei mit dieser Edition eine Steigerung des DVD-Marktanteils heimischer Produktionen auf sechs Prozent gelungen, man hofft – mit gutem Grund und großer Berechtigung – auf die Erlangung eines Fernziels von zwölf bis achtzehn Prozent. Und allein im Kino konnte der österreichische Film seinen Marktanteil auf 5,25 % erhöhen (Quelle: Österreichisches Filminstitut).

Dass die Fortsetzung mit Nr. 51-100, die jetzt in einem tollen Trailer mit Ausschnitten vorgestellt wurde, fulminant ausfällt, kann von keinem, der diesen bei der Präsentation gesehen hat, bezweifelt werden. Die nun vorgestellte Staffel von 25 DVDs (+ 10 sehenswerten Qualtinger-Filmen in einer Sonder-Edition zum 80.Geburtstag des verstorbenen, auch als Filmschauspieler bemerkenswerten Genies im Oktober 2008) umfasst 26 Lang- und dreizehn Kurzfilme, darunter den OSCAR-gekrönten “Die Fälscher”, Harald Friedls Wien-Doku “Aus der Zeit” oder Arbeiten des Avantgardisten Dietmar Brehm. Sehr toll aber auch die Erweiterung des historischen Rahmens mit insgesamt drei bedeutenden Werken des österreichischen Stummfilmschaffens aus den 20-er Jahren, mit “Die Stadt ohne Juden” von Hugo Bettauer, Sascha Kolowrats “Sodom und Gomorrha” (Regie: Michael Curtiz), “Café Electric” oder auch “Hallo Dienstmann”.


Filmarchiv-Leiter Ernst Kieninger und für digitale Restaurierung und damit Zugänglichkeitsmachen des historischen Archivs zuständig, freute sich mit Recht über die Förderung durch BMUKK und Stadt Wien. Und Roland Teichmann, Direktor des Österreichischen Filminstituts: “Das Schöne ist: Man kann Erfolg nicht kaufen”. Damit verwies er auf die kreative Kraft, die dringender denn je gefördert und öffentlich unterstützt werden müsse. Man hört das gern auch als Musiker, der an die unbestreitbaren Erfolge österreichischer Komponisten und Ensembles gerade auch in den letzten 10-20 Jahren im internationalen Feld denkt. Ja, wir brauchen Investitionen in kulturelle Zukunft und das ist – auch – der Film. Die Solidarität der Musikschaffenden mit dieser Kunstform und ihre Unterstützung darf keine Frage sein. Und: In Staffel 1 findet sich als Nr. 50 zum Beispiel ja auch Franz Novotnys legendäre TV-Produktion “Staatsoperette” von Otto M. Zykan. 

Claudia Schmied und Andreas Mailath-Pokorny nutzten die Gelegenheit, um weitere und bereits geleistete Maßnahmen der Förderung des heimischen Films bekanntzugeben. Neben der bereits bekannten Erhöhung des laufenden Budgets des Österreichischen Filminstituts (ÖFI) wird weiters der Neubau des Nitrofilmdepots vom Filmarchiv in Laxenburg mit 313.000 Euro (40 % der Gesamtkosten) unterstützt und die Mittel der Bundesförderung für Programmkinos um 120.400 Euro aufgestockt. Mailath sagte, ohne diese Bemühungen säßen wir nicht in einem so schönen Kino wie dem Metrokino. Heinz Rögl

Cover der Filme © hoanzl.at