Um den Weiterbestand der Nickelsdorfer Jazzgalerie und des Improvisationsfestivals Konfrontationen auch für die Zukunft zu gewährleisten, starten KünstlerInnen eine Reihe von Solidaritätskonzerten, um das notwendige Kapital für den Betrieb dieser Jazzinstitution aufzutreiben. Einer dieser Konzertabende geht am 28. März im Wiener Porgy & Bess über die Bühne.
Seit nun fast drei Dekaden bildet das Festival Konfrontationen einen musikalischen Fixpunkt in der heimischen Jazz- und Improvisationsszene. Veranstalter und Besitzer der Jazzgalerie Hans Falb gewährleistete, dass zahlreiche namhafte internationale wie heimische Stars der Szene ihren Weg in das kleine burgenländische Örtchen an der Grenze zu Ungarn gefunden haben. Das Festival stand wie kein anderes für Free- Jazz in all seinen unterschiedlichen Schattierungen und wartete ein jedes Mal mit einem außergewöhnlichen Programm auf. Die finanziellen Probleme um die Jazzgalerie bzw. um das Lokal waren schon länger bekannt. Dass die Veranstaltung nie die großen Massen angezogen hat, sondern eher für ausgewiesene Musikliebhaber von Interesse war, liegt in der Natur der Sache. Es war vielmehr das Ausbleiben der notwendigen Fördergelder, welche die derzeitige prekäre Situation herbeiführte. Weder Bund noch Land sahen sich in den vergangenen Jahren dazu veranlasst, Gelder für den Betrieb zur Verfügung zu stellen. 2007 kam schließlich das Aus für die Jazzgalerie und damit auch für das Festival. Die Schulden von 40.000 Euro waren nicht mehr zu begleichen. Im Moment gehört das Haus der Bank und steht zum Verkauf.
Doch Hans Falb lässt keine noch so kleine Chance ungenutzt, das Festival für dieses Jahr doch noch zu retten. Mit Hilfe zahlreicher musikalischer Weggefährten du Freunde soll das Unmögliche möglich gemacht werden. Alleine zu diesem Zweck finden unter dem Motto “No pintcha” (nicht zurückweichen) eine Reihe von Konzertveranstaltungen statt, bei denen die MusikerInnen das notwendige Kapital erspielen sollen. Am 28. März werden unter anderem Georg Graewe, Almut Kühne, Noid, Cordula Bösze, Wolfgang Fuchs, Paul Lovens, Phil Minton’s Feral Choir sowie Ken Vandermark, Marco Eneidi und Clayton Thomas auf der Bühne des Porgy & Bess zu sehen bzw. zu hören sein.
Michael Ternai
Weitere Termine:
01.04 – Fluc
13.04 – Ragnarhof
03.05 – Flex
24.05 – Roots/Apetlon

