
Einen Schluss darf man nach dem Durchhören der Songs von Aerdung auf jeden Fall ziehen, gewöhnlich klingt definitiv anders. Das irgendwie uninspirierte Abkupfern einer im Moment angesagten Musikrichtung, Strömung oder irgendeines Trends steht nämlich hörbar nicht auf dem Tagesprogramm dieser innovativ agierenden Combo. Diese hat musikalisch doch etwas mehr auf dem Kerbholz und weiß diesen Umstand auch in schöner Weise in wirklich funktionierende Nummern umzusetzen. Es sind vor allem der Wille zu einem hohen Maß an Eigenständigkeit sowie der Mut zu einer gewissen Art musikalischer Zeitlosigkeit, die Lucia Karning (Gesang), Sophie Schollum (Flöte), Susanne Mayr (Saxophone), Jakob Mayr (Posaune), Jonathan Frick (Keys), Felipe Ramos (Bass), Christoph Schacherl (Percussion, Gesang) und Andreas Senn (Schlagzeug) an den Tag legen.

Die Kunst, welche die Truppe ebenfalls in beeindruckender Form beherrscht, ist, dem Dargebotenen eine Seele einzuhauchen und es mit Leben zu erfüllen. Mit jedem Ton knistert es, jede Melodie schwingt sich unaufhaltsam in die Gehörgänge und fast jedes Arrangement weiß mit überlegten aber auch spontanen Wendungen zu überraschen. Es passiert in den Nummern immer was, in den ruhigen Momenten ebenso wie in den schwungvollen und fast schon tanzbaren, und das, und das macht die ganze Sache zu einer so gediegenen, immer mit Stil und betörender Eleganz.
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„Evolved“ ist ein Album vieler Musiksprachen geworden, eines, das sich auf verspielte aber auch gefühlvolle Art erschließt und aufgrund der hohen Qualität auch nach mehrmaligen Durchläufen zu gefallen weiß. Auf jeden Fall liefern Aerdung mit ihrem Erstlingswerk ein Stück Musik ab, das auch für die Zukunft einiges erwarten lässt. (mt)
Aerdung live:
09.05. Salzhof, Freistadt
Foto Aerdung: Robert Josipovic
aerdung (Facebook)