23. KlezMORE Festival Vienna 2026 – „Sounding the Archive“

Mit TheKlezmatics, Lea Kalisch & Der Šenster Gob, Black Rooster Kapelye, Anna Lowenstein und weiteren internationalen Gästen lädt das KlezMORE Festival Vienna von 7. bis 15. November 2026 zur 23. Ausgabe ein. Unter dem Titel „Sounding the Archive“ widmet sich das Festival der Frage, wie historische Lieder, Texte und musikalische Sammlungen heute weiterleben können – nicht als museale Zeugnisse, sondern als Ausgangspunkt zeitgenössischer künstlerischer Praxis.

Seit über 20 Jahren verbindet das Festival Erinnerungskultur mit einem lebendigen Blick auf jüdische Musik und schafft Räume für die Auseinandersetzung mit jüdischer Geschichte, Gegenwart und Zukunft. Die Ausgabe 2026 richtet den Blick auf Archive als Orte der Erinnerung und zugleich als Ausgangspunkte neuer künstlerischer Prozesse. Vor dem Hintergrund der durch die Shoah unterbrochenen kulturellen Überlieferungen zeigen die eingeladenen Künstler:innen, wie historische Quellen weitergeführt und in heutige musikalische Zusammenhänge übersetzt werden können.

„Das KlezMORE Festival macht jüdische Kultur als lebendige Gegenwart erfahrbar und schafft Räume für Begegnung, Austausch und künstlerischen Dialog. Gerade in Zeiten, in denen Erinnerungskultur neu verhandelt wird, ist es wichtiger denn je, diese Stimmen sichtbar und hörbar zu machen“, sagt Lisa Reimitz, Co-Intendantin des KlezMORE Festival Vienna.

Internationale Positionen jüdischer Musik

Zu den Höhepunkten zählt das Jubiläumskonzert von The Klezmatics, die ihr 40-jähriges Bestehen feiern und zu den prägenden Ensembles der internationalen jüdischen Musikszene gehören. Lea Kalisch und das Prager Ensemble Šenster Gob verbinden jiddische Musik mit Humor, Chuzpe und zeitgenössischer Performance. Die Black Rooster Kapelye erschließt selten aufgeführte baltisch-jüdische Musikquellen und überführt diese in eine gegenwärtige musikalische Sprache.

„Mit Sounding the Archive präsentieren wir Künstler:innen, die historische Quellen auf höchstem künstlerischen Niveau in die Gegenwart übersetzen. Das Programm zeigt die Vielfalt jüdischer Musik heute – innovativ, international und eng mit ihrer Geschichte verbunden“, ergänzt Isabel Frey, Co-Kuratorin des Festivals.

Jüdische Geschichte an historischen Orten erleben

Auch 2026 erweitert das Festival seinen Radius über Wien hinaus und bespielt erneut die ehemaligen Synagogen in St. Pölten und Kobersdorf. Damit rückt die jüdische Geschichte auch in den Regionen in den Fokus und verbindet historische Orte mit zeitgenössischer künstlerischer Praxis.

Im Rahmen der KlezMORE Landpartie präsentiert die in Großbritannien lebende Musikerin Anna Lowenstein ein neues Programm, das persönliche Erinnerungen an das Aufwachsen in einer chassidischen Nachbarschaft Londons musikalisch verarbeitet. Eine gemeinsame Busanreise ab Wien sowie eine Führung durch das jüdische Kobersdorf ergänzen das Konzert und machen den historischen Ort selbst zum Teil der künstlerischen Erfahrung.

Vermittlung, Begegnung und lebendige jüdische Praxis

Neben den Konzerten setzt das Festival auf Vermittlung und Begegnung. Die Reihe „Kol Ishe – Jüdische Frauenstimmen“ in der liberalen jüdischen Gemeinde Or Chadascheröffnet Einblicke in zeitgenössische liturgische Praxis aus weiblicher Perspektive. Mit der New Yorker Kantorin Sarah Myerson ist eine internationale Vertreterin jüdischer Liturgie zu Gast.

Führungen im Jüdischen Museum Wien und Workshops im Österreichischen Volksliedwerk schaffen zusätzliche Zugänge zur jüdischen Musikpraxis und richten sich auch an Menschen ohne Vorkenntnisse.

Archive als klingende Gegenwart

Beim Festival Finale mit der Black Rooster Kapelye steht im Schutzhaus Zukunft nochmals jene transkulturelle Perspektive im Mittelpunkt, die das Festival prägt: Musik als Ort des Austauschs, der Erinnerung und der künstlerischen Erneuerung.

Das gesamte Programm finden Sie unter: https://klezmore-vienna.at/#programm
Ticketinfos: https://klezmore-vienna.at/ticketinformationen/

Bild des KLEZmore Teams: Team Hatz, Wratschko, Frey, Reimitz
Team: Hatz, Wratschko, Frey, Reimitz © Viktoria Hofmarcher

DIE FESTIVALLEITUNG:

FRANZISKA HATZ, MA (Festival-Intendanz)
Geboren 1979 in der Steiermark, lebt und arbeitet in Wien. Seit 2024 ist sie gemeinsam mit Lisa Reimitz als Co-Intendantin der Festivals KlezMORE Festivals, Internationales Akkordeonfestival und Musikalischer Adventkalender verantwortlich. Sie arbeitet als Akkordeonistin und Sängerin, Komponistin und Ensembleleiterin (u.a. Großmütterchen Hatz, Troi) sowie in der Musikakquise für Theaterproduktionen am Burgtheater Wien.

LISA REIMITZ (Festival-Intendanz)
Geboren 1988 in Oberösterreich, lebt und arbeitet in Wien. Tätigkeiten als Kulturmanagerin, Beraterin und Kuratorin; seit 2024 ist sie gemeinsam mit Franziska Hatz als Co-Intendantin der Festivals KlezMORE Festivals, Internationales Akkordeonfestival und Musikalischer Adventkalender verantwortlich.

Mag.art ESTHER WRATSCHKO (Co-Kuratorin)
Geboren 1990, ist seit 2024 gemeinsam mit Isabel Frey als Kuratorin des KlezMORE Festivals tätig. Sie arbeitet als ist Sängerin, Musikerin und Chorleiterin und bespielt mit ihren zahlreichen Projekten namhafte nationale & internationale Bühnen.

ISABEL FREY (Co-Kuratorin)
Geboren 1994, ist seit 2024 gemeinsam mit Esther Wratschko als Kuratorin des KlezMORE Festivals tätig. Sie arbeitet als Ethnomusikologin, jiddische Sängerin und Kuratorin und wurde für ihre Tätigkeiten bereits mehrfach ausgezeichnet.

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