Urbane Nachtmusik: Ken Hayakawa im Porträt

Mit dem Namen Ken Hayakawa in Salzburg groß zu werden, hat irgendwie etwas Ironisches, wenn man an die Klischees über japanische Touristen und die Mozart-Stadt denkt. Aber Hayakawa ist genauso Salzburger wie Mozart selbst und Musik macht er auch. Schon als Kind fing er mit dem Klavier an und war dabei ein vielversprechendes Talent, das sogar zu den Schlosskonzerten geladen wurde, um zu spielen. Später wurde das musikalische Interesse unter einem starken Sportsgeist vergraben. Nach Abschluss seiner Ausbildung als Elektrotechniker, kamen die alten Talente wieder zum Vorschein, so dass er sich fortan ganz der Musik widmete.

Und was für Musik macht dieser junge Mann aus Salzburg? Weder klassische noch Neue Musik, das ist gewiss. Dafür hat er sich dem IDM, also der Intelligent Dance Music verschrieben. Diese nimmt melodische Elemente der Dance Music und mischt sie mit individuellen Toneffekten und mit ungewöhnlichen Rhythmen. IDM ist zwar durch den Einfluss einiger anderer elektronischer Genres entstanden, doch die MusikerInnen, die unter diese Musikrichtung fallen, sind Individualisten. So auch Hayakawa.

Musik für die Nacht

2004 zog er nach Wien, um dort nicht nur Gigs zu spielen, sondern um intensives Learning-by-Doing zu praktizieren. Sein Equipment wuchs gleichzeitig mit seinem Können und die fertig produzierten Werke veröffentlichte er auf Soundcloud. Im Laufe der Zeit entstanden ein paar EPs, darunter „Über den Dachern“ featuring Julian und der Fux. Auf dieser Platte zeigt sich die musikalische Veränderung von Hayakawa, der nun in Richtung Lounge und Chill Wave experimentiert. Der Titelsong „Über den Dächern“ ist außerdem ein perfekter Sommersong für laue Nächte in urbaner Umgebung. Eigentlich hat man bei Hayakawas Musik öfters das Gefühl, er würde Musik für die Nacht schreiben. Zwar sind seine Tracks nicht ausgesprochen düster, sondern sie fangen jenen besonderen Moment ein, wenn man einen Club verlässt, die Dämmerung anbricht und man eine glückliche Müdigkeit spürt. Richtige Musik für Großstadtkids eben.

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Kein Wunder, dass der Salzburger Mitglied der Schönbrunner Perlen ist. Dieses Kollektiv spezialisiert sich auf audiovisuelle Veröffentlichungen und hat den Anspruch qualitativ hochwertige Musik zu veröffentlichen. Zuletzt produzierten sie ein Video zu Hayakawas „Toys Like Us“. Der Song hat etwas von Aufbruchsstimmung und zeigt dementsprechend wie der Artist auf Rollerskates die Donaupromenade entlang gleitet. Besonders schön ist dieses Video, weil Hayakawa in Jugendjahren professionell geskatet ist. Es zeigt, dass sich nun Sport und Musik nicht mehr ausschließen müssen, sondern eine Fusion eingehen können.

Anne-Marie Darok

Foto: Lukas Gansterer

 

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