Bild Simon Ploetzeneder Quartet
Simon Ploetzeneder Quartet (c) Georg Buxhofer

SIMON PLOETZENEDER QUARTET – „145th & St. Nick’s“

Dass der Jazz moderner Ausrichtung nicht notwendigerweise immer einen schwierigen und komplexen Klang haben muss, sondern sehr wohl auch in seiner zugänglicheren Form aufregend und fordernd bleiben kann, dafür liefert das SIMON PLOETZENEDER QUARTET auf seinem neuen Album „145th & St. Nick’s“ (ATS Records) auf eindrucksvolle Art den Beweis.

Eines kann man nach dem Durchhören dieses Albums definitiv sagen: Dieses Vierergespann weiß den Jazz wirklich auf seine ganz eigene Art zu interpretieren. Der in den letzten Jahren viel in der Welt herumgekommene oberösterreichische Trompeter und Bandleader Simon Plötzeneder und seine drei Kollegen Martin Reiter (Fender Rhodes), Karol Hodas (Kontrabass) und Wolfgang Rainer (Schlagzeug) zelebrieren auf „145th & St. Nick’s“ einen irgendwo zwischen Komposition und Improvisation angesiedelten, stilübergreifenden Klang des zeitgenössischen Jazz, der mit dem Gewöhnlichen auf eine spannende und vor allem sehr lustmachende Weise bricht.

Ein weites musikalisches Farbspektrum

Albumcover “145th & St. Nick`s”

Was einem sofort auffällt und vom ersten Ton an gefällt, ist diese unglaubliche Leichtfüßigkeit, diese Ungezwungenheit, mit der sich das Vierergespann durch die Nummern spielt. Die instrumentale Herausforderung und Schwierigkeit verwandeln die vier Musiker in etwas hochgradig Fließendes, in einen Ton, der von lässig swingend über gefühlvoll sanft bis gediegen elegant ein weites musikalisches Farbspektrum abdeckt und dabei ungemein viel Stimmung erzeugt. Darüber hinaus gibt sich das Quartett sehr melodiebetont, auf ausufernde experimentelle Spielerein und die große Vertracktheit verzichten die vier Protagonisten eigentlich ganz, was die ganze Geschichte auf sehr angenehme Weise zu einer sehr zugänglichen macht. Hörbar ist auch die ungezügelte Leidenschaft, mit der Simon Plötzeneder und seine Mitstreiter zu Werke gehen und mit der sie das Dargebotene mit Leben erfüllen. Es macht schlicht und einfach Spaß, in die Nummern einzutauchen und sich von ihnen durch facettenreiche musikalische Landschaften treiben zu lassen.

„145th & St. Nick’s“ ist ein Stück Musik geworden, das den Geist ebenso anspricht wie die Seele, das ebenso zum intensiven Hinhören auffordert wie auch auf aufregende Weise unterhält. Eine spannende Sache, an der nicht nur ausgewiesene JazzliebhaberInnen ihre Freude haben dürften.

Michael Ternai

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ATS Records