Aktuelle Veröffentlichungen zusammengefasst von Marisa Carvalho de Matos und Michael Ternai. Der Release Radar ist eine Auswahl an Single Releases aus dem Bereich Pop/Rock/Elektronik made in Austria. Den Release Radar gibt es auch als Playlist auf Spotify.
Christoh & Elisa Godino – „What if“ (Ink Music // VÖ: 29.5.26)
Mit „What If“ finden Christoh und Elisa Godino in bemerkenswerter Weise eine gemeinsame musikalische Sprache, die gleichermaßen unter die Haut geht wie unmittelbar hängen bleibt. Der warm schimmernde Mix aus synthgetränktem R’n’B, sanft pulsierenden Beats und melancholisch eingefärbter Electronica entfaltet eine beinahe schwerelose Stimmung, die einen vom ersten Moment an mitzieht. Der Song trägt viel Gefühl in sich und ist von feiner Verletzlichkeit sowie spürbarer Entschlossenheit geprägt. Das Klangbild umhüllt sanft und entwickelt zugleich eine eindrucksvolle Tiefe. „What If“ wirkt träumerisch, elegant und intensiv – ein Stück, das tanzbar bleibt und einen dennoch angenehm wehmütig durch die Nacht treiben lässt.
Elisa Godino (Instagram)
Christoh (Instagram)
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Sophia Andlinger – „Hate To Take Your Life” (RAIN Records // VÖ: 29.5.26)
„Hate To Take Your Life” ist die erste Single des 2027 erscheinenden Debütalbums „Blurred Tales Out Of My Foggy Head” von Sophia Andlinger. Jeder Song des Albums soll einen Traum darstellen. Dieser Traum handelt von Kummer und der anstrengenden Befreiung aus einer toxischen Situation. Zumindest kann man dies hineininterpretieren, denn der Spielraum ist, durch Sophia Andlingers poetische Lyrics, enorm. Musikalisch lullt einen der gezupfte Gitarrenklang ein wie eine Decke und erinnert mit der beruhigenden Stimme, wirklich an einen verwaschenen Traum.
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New Chapter – „False Idols“ (24.5.26)
Mit „False Idols“ wagen A New Chapter einen Neubeginn. Und das auf eine beeindruckende Art und Weise. Der Wiener Metalcore-Act verschiebt seinen Sound hörbar in Richtung größerer Intensität, ohne die emotionale Tiefe aus den Augen zu verlieren. Gewaltige Riffs treffen auf hymnische Melodiebögen und eine Spannung, die sich permanent entlädt und wieder aufbaut. Vor allem die markante Stimme von Sängerin Nini Tsiklauri verleiht dem Track eine neue Identität: kräftig, gefühlvoll und ausdrucksstark. „False Idols“ ist ein hochenergetisches Statement zwischen Härte, Melancholie und packender Dynamik – ein Song, der eindrucksvoll zeigt, wie spannend Neuerfindung klingen kann.
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Romc – „Rain on me” (Assim Records // VÖ: 22.5.26)
Engelsgleiche Synths ziehen von Anfang an in den Song „Rain on me“ von Romc. Der gemütliche R&B gemischt mit seiner sinnlichen Stimme erzeugt Gänsehaut. Thematisch geht es darum durch den Regen der Hoffnung reingewaschen und gerettet zu werden. „Rain on me“ wurde von Nono Punch produziert und gemeinsam mit Nnoa geschrieben. Der Song macht echt Lust durch den warmen Sommerregen zu tanzen.
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Mother’s Cake – „We are all gonna die“ (Esis3-RECORDS // VÖ: 7.5.2026)
Mit „We Are All Gonna Die“ schlagen Mother’s Cake ein neues Kapitel auf – und zwar mit voller Wucht. Die erste Single des im Oktober erscheinenden gleichnamigen Albums verabschiedet sich von verspielter Psychedelik und ausgefeilten Umwegen zugunsten eines direkten, scharfkantigen Sounds, der seine Energie ungefiltert nach vorne treibt. Das Trio liefert ein kompaktes Punk-Statement ab, das keine Sekunde stillsteht und mit seinem eingängigen Refrain sofort hängen bleibt. Roh, lässig und mit ordentlich Druck ausgestattet, wirkt der Song wie ein Befreiungsschlag – ein Vorbote, der nicht nur neugierig macht, sondern die Lust auf das kommende Album gehörig anheizt.
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Glazed Curtains – „Fade Away“ (Tape Capitol Music // 22.05.2026)
Mit „Fade Away“ liefern die Kärntner Rocker Glazed Curtains einen druckvollen Modern-Rock-Track ab, der mit kantigen Gitarren, wuchtigen Drums und einer unmittelbaren Energie vom ersten Moment an zündet. Der Song geht schnörkellos nach vorne, gönnt sich aber immer wieder Momente, in denen die nachdenkliche Grundstimmung durchscheint. Inhaltlich kreist „Fade Away“ um Vergänglichkeit, um das langsame Verblassen von Erinnerungen und das Gefühl, mit der Zeit Stück für Stück unsichtbar zu werden. Gerade dieser Kontrast zwischen emotionaler Schwere und explosivem Sound macht den Reiz des Tracks aus. Glazed Curtains beweisen einmal mehr ein Gespür für große Hooks, rohe Dynamik und authentische Intensität.
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urbie – „sonnensystem“ (Feber Wolle // 22.05.2026)
Mit „sonnensystem“ zeichnet die Salzburger Popmusikerin urbie das Bild eines Sich-treiben-Lassens, das zugleich Unsicherheit und Freiheit in sich trägt. Der Song bewegt sich auf einer angenehm schwebenden Mischung aus modernem Deutschpop und feinem Indie-Feeling. Darüber legt sich eine Melodie, die sofort hängen bleibt, ohne sich aufzudrängen. Trotz seines melancholischen Einschlags verliert der Track nie die Leichtigkeit, vielmehr öffnet er einen Raum zum Wegträumen. „sonnensystem“ wirkt wie ein musikalischer Kurzurlaub vom Funktionieren-Müssen – ein Stück über die Sehnsucht, dem Jetzt kurz zu entgleiten und irgendwo zwischen Hoffnung, Wunschdenken und Sommergefühl das eigene Glück aufzuspüren.
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Kiiwi – „no fucks given” (21.05.2026)
Ab der ersten Sekunde zieht einem der neue Song „no fucks given” von Kiiwi in den Bann. Verzerrter, gitarrenähnlicher Sound zieht einen direkt in die Musik hinein. Spätestens wenn Kiiwis melodiöse Stimme einsetzt, merkt man, was für ein Confidence Boost dieses Lied ist. Ab der Hook: „Ich fühl mich hot, sexy, no fucks given” kann man nicht mehr aufhören mit dem Kopf zu nicken. Kiiwi hat mit „no fucks given” wirklich einen Sommerhit geschaffen, der zwar eine Trennung behandelt, aber das Gefühl beschreibt, wenn man davon an Kraft und seinen Selbstwert zurückgewinnt. Die coole Message, der “Fuck-You”-Vibe und Kiiwis empowernder Gesang ergeben gemeinsam einen Wahnsinnssong fürs Fortgehen, Tanzen im Club oder einfach nur fürs Mitsingen im Auto. Hot!!! Kiiwi hat heute auch die dazugehörige EP „besser ohne dich” veröffentlicht und wird von der Verfasserin dieses Textes den Leser:innen sehr ans Herz gelegt!
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WOLFISH – „wanna be ur fool” (WOLFISHmusic // VÖ: 24.04.2026)
Wer sich schon mal gefragt hat, wie sich ABBA kombiniert mit Spanisch und einem düsteren Mitternachts-Vibe anhört, der ist beim neuen Song “wanna be ur fool” von WOLFISH richtig. Das Lied hat viele Fragmente aus unterschiedlichen Musikrichtungen eingebaut und bekommt dadurch ein spannendes Flair. Der Vibe erinnert an lauwarme Sommernächte im Süden mit einer gewissen Düsternis. Und normalerweise würde man diese beiden Atmosphären als Gegenteile interpretieren, aber in “wanna be ur fool” ergeben sie ein rohes, faszinierend stimmiges Bild. Definitiv ein Song, zu dem man entweder, den Mond anheult oder laut singend mitten in der Nacht, durch mediterrane Gassen tanzt!
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Jo The Man The Music – „To Be Sexy” (Ink Music // VÖ: 22.05.2026)
Stellt euch vor, ihr sitzt mit eurer Freundesgruppe im Auto, durch die offenen Fenster kommt die warme Sommerbrise und ihr fahrt dem Sonnenuntergang entgegen. Genau dieses Gefühl bekommt man, wenn man den neuen Song „To Be Sexy” von Jo The Man The Music hört. Sie singt davon, dass wir uns irgendwie alle nach Menschen sehnen, die uns wirklich sehen. Dabei schafft sie mit ihrer sanften Stimme und der entspannten E-Gitarre im Hintergrund eine extrem beruhigende Stimmung.
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Ro Bergman – „Skin“ (Bergman Music // VÖ: 22.05.2026)
Mit „Skin“ unterstreicht Ro Bergman einmal mehr seine Klasse als Songwriter und feinsinniger Klanggestalter. Der Track verbindet atmosphärischen Indie-Rock mit zeitgenössischem Pop, der vor allem aus Stimmung und Dynamik lebt. Zwischen zurückgenommenen Passagen, subtil aufgebauter Spannung und einem emotional aufgeladenen Refrain entfaltet sich ein Song, der in die Tiefe geht. Eindrucksvoll ist einmal mehr, wie selbstverständlich Ro Bergman Melancholie, Intensität und Eingängigkeit miteinander verbindet. „Skin“ wirkt gleichzeitig fragil und kraftvoll und macht neugierig auf das im September erscheinende Debütalbum, das Einiges erwarten lässt.
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