Porträt: Tiefparterre

Die Grazer Tiefparterre Crew basiert auf dem Zusammenschluss zu einem Verein zur Förderung von Kunst und Kultur. 2002 als Webspaceprojekt für junge kreative Köpfe auf der Suche nach Raum ins Leben gerufen, dehnte sich der Rahmen schnell aus und umfasste bald Tätigkeiten von Webhosting über Audioengineering und Musikproduktionen bis hin zum Veranstaltungs- management. Einige der realisierten Projekt bescherten indirekt auch Tiefparterre internationales Echo und ständigen Auftrieb. Die Gründer Marc Pildner-Steinburg, Stefan Kalcher und Christian Mauser bewiesen mit ihrem, in den 90er Jahren entstandenen Konzept eines derartigen Netzwerks, Weitblick. Ihre Erfolgsgeschichte untermauert, dass die tatsächliche Förderung von Kunst und Kultur auf Basis einer Vereinsstruktur die Grundlage für ein in die Zukunft wirkendes und andauerndes Projekt mit beständigem Output bieten kann.

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Manchmal erntet man also doch was man sät. Denn vor dem Hintergrund dieser schon über ein Jahrzehnt währenden Zusammenarbeit der Vereinsmitglieder überrascht der aktuelle Aufschwung des hauseigenen Labels nur bedingt. In diesem Rahmen sammelt sich Altes und Neues. Genres, KünstlerInnen und Ideen. So scheint der HipHop zwar den Urgedanken und den bestimmten Spirit, aber keineswegs die Grenzen der musikalischen Werke zu markieren. Für lokale, österreichische und internationale KünstlerInnen stellt Tiefparterre eine Anlaufstelle dar, deren Betreiber ihre Entscheidungen abseits der Genregrenzen und im Hinblick auf musikalischen Gehalt treffen. Qualität steht vor Quantität. So könnte man dieses Vorgehen voreilig bezeichnen, um jenen einmal mehr als kaum ubiquitär anwendbaren Sinnspruch zu entlarven, denn released wird bei Tiefparterre bis Jahresende qualitativ Hochwertiges und was das Zeug hält. Eine doppelte Bejahung, wenn man so will.

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So sollen in Zukunft monatlich Werke erscheinen, deren ProduzentInnen schon bald eine große Familie formieren werden. Klumzy Tung präsentiert nach und nach sein neues Album. Die vom Grazer Urgestein Mr. Dero produzierten Nummern erscheinen nach und nach im zeitlichen Abstand, um schließlich den vollständigen Longplayer zu bilden. Aplot, ein Newcomer in der Szene, überrascht mit seiner ersten EP nicht nur die alten Hasen der Tiefparterre Crew, die Händchen bewiesen und dem jungen, ausgesprochen talentierten Produzenten als erste Plattform dienen. Restless Leg Syndrome setzt sich aus Turntabelisten der alten Schule zusammen, deren feine Klinge Tracks von HipHop bis House hervorzaubert. Neben ihnen streuen Dj Dizzy, Chris Chronsky, Farina Miss und Amtrak in unterschiedlichen Kooperationen Veröffentlichungen ein, die ebenso hörenswert wie qualitätsbestimmt anmuten und einmal mehr beweisen, dass hierzulande ProduzentInnen und MusikerInnen Sounds erschaffen, die dem internationalen Vergleich mehr als nur Stand halten.

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Tiefparterre muss keine Geschichte erfinden, denn es gibt eine. In Zeiten wo neue Labels und Formationen wie Pilze aus dem Moosboden schnellen, währt Qualitätshandwerk gepaart mit Liebe zur Musik am längsten. Es gilt also keine Angst zu haben vor den Massenproduktionen, zu massiv ist der Untergrund auf dem die Sache fußt und zu klar ist man sich darüber was man tut. Tiefparterre erscheint als Label, das die Musik nicht nur in den Mittelpunkt stellt, sondern sich über sie definiert, seine HörerInnen ernst nimmt und unaufgeregt, aber mit Nachdruck, an einer Zukunft arbeitet, die, musikalisch gesprochen, vielversprechend klingt und nicht nur der österreichischen Szene viel neuen Output bescheren wird.
Lucia Laggner

Foto: Tiefparterre

http://tiefparterrerecords.com/
http://tiefparterre.net/