Mit „Crossings“ legt die Alt- und Sopransaxofonistin und Komponistin Edith Lettner ein Album vor, das unterschiedliche musikalische Sprachen miteinander verbindet. Jazz bildet dabei den Ausgangspunkt, von dem aus sich die Musik in verschiedene Richtungen bewegt – hin zu Blues, Soul, afrikanischen Musiktraditionen und freier Improvisation.
Im Mittelpunkt stehen die beiden Suiten „The Atlantic Suite“ und „The Mediterranean Suite“. Darin verarbeitet Lettner musikalische und kulturelle Eindrücke, die sie auf ihren Reisen und in verschiedenen Teilen der Welt gesammelt hat. Ergänzt werden die Suiten durch drei Kompositionen für Jazzquartett, die das Album eröffnen und am Ende für einen ruhigeren Ausklang sorgen.
Für das Album hat die gebürtige Linzerin ein vielseitiges Ensemble zusammengestellt. Mamadou Diabaté spielt Balafon, Karim Chajry und Ibou Ba bringen Stimme und Perkussion ein. Dazu kommen Villy Paraskevopoulos am Klavier, Alexander Lackner an Kontrabass und E-Bass sowie Stephan Brodsky am Schlagzeug. Lettner selbst ist an Alt- und Sopransaxofon und stellenweise am Duduk zu hören.
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Besonders gut funktioniert das Zusammenspiel von komponierten Passagen und freien Teilen. Die Stücke haben klare Strukturen, lassen den Musiker aber genügend Raum für eigene Ideen. So entstehen längere Spannungsbögen, in denen melodische Themen, rhythmisch komplexere Passagen und freies Spiel ineinandergreifen. Trotz der vielen unterschiedlichen Einflüsse wirkt die Musik nicht überladen, sondern bleibt in ihrem warmen und beweglichen Klang gut nachvollziehbar.
„Crossings“ bringt verschiedene musikalische Einflüsse zusammen, ohne daraus einen einheitlichen Stil machen zu wollen. Jazz, afrikanische Musik, Blues, Soul und freie Improvisation stehen nebeneinander und ergänzen sich. Gerade dieses offene Zusammenspiel prägt den Charakter des Albums und gibt den einzelnen Stücken genügend Raum, sich zu entwickeln.
Michael Ternai
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