Die 5/8erl in Ehr’n beenden ihre Herbstour

Die 5/8erl in Ehr`n gehören definitiv zu jenen Bands, deren Stil nicht und nicht in eine bestimmte musikalische Schublade hineinpassen will. Die Leichtigkeit, mit welcher sie sich ihren Weg durch die verschiedensten Spielformen bahnen, zeugt einerseits von einem großen Musikverständnis, andererseits zeigt sie zudem auf charmante Art die Weigerung, sich an den bereits bekannten Formaten zu orientieren. Was zählt, ist für die Band, die Freiheit, wirklich das machen zu können, wozu man gerade Lust hat. Und in diesem Sinne ist auch das in diesem Jahr erschienene und von allen Seiten zu Recht hochgelobte dritte Album “Genug für die City” zu verstehen. Es handelt sich bei diesem Stück wohl um eines der beeindruckendsten musikalischen Statements aus Wien in der jüngeren Vergangenheit, vereint es doch alles für was für diese Stadt klanglich steht. Wie sehr der Sound der 5/8erl in Ehr`n ankommt, hat auch die nun zu Ende gehende ausgedehnte Herbsttour gezeigt. Ausverkaufte Häuser und beste Stimmung allerorts. Grund genug also, die Gelgenheit zu nutzen, die Band heuer noch ein letztes Mal auf der Bühne zu sehen. Unter anderem am 29. November in der Tischlerei in Melk.

„Gut genug für die City“ ist im Grunde genommen genau jenes Album geworden, das man sich insgeheim von den 5/8erl in Ehr’n eigentlich immer irgendwie erhoffen durfte, denn dass sie zu etwas wirklich Großem befähigt sind, haben Max Gaier (Gesang), Bobby Slivovsky (Gesang), Miki Liebermann (Gitarre), Clemens Wenger (Akkordeon) und Hanibal Scheutz (Kontrabass) schon in anderen Formation und Projekten schon oftmals unter Beweis stellen können. Was sie auf ihrer neuen Veröffentlichung auf den Weg bringen, ist nichts anders als die kunstvolle Zusammenfassung dessen, was Wien in seiner musikalischen Vielfalt und Lebendigkeit darstellt. Die Stücke der fünfköpfigen Truppe sind zugleich Weltmusik, Pop, Blues, Jazz, Soul, Wienerlied, modernes Liedermachertum und Elektro, und stehen für einen universellen Sound, der facettenreicher wohl kaum sein kann.

Es ist diese edel anmutende und auch sehr leichtfüßige Art, mit welcher die Band die unterschiedlichen Elemente, Spielformen und Klangtraditionen in den wirklich gelungenen Songs zu vereinigen weiß, die beeindruckt. Die Musik fließt, berührt und unterhält, mal findet sie auf leisen Sohlen ihren Weg in die Gehörgänge, mal kommt sie mit viel Schwung und Elan daher. Gerade dieser Variantenreichtum und der ansteckend wirkende Spielwitz sind es, die die ganze Sache auch zu einer so unterhaltsamen werden lassen. Hört man sich durch die Stücke des Albums, so scheint es fast so, als wären Gaier, Slivovsky, Miki Liebermann, Clemens Wenger und Hanibal Scheutz irgendwie an ihrem Ziel angekommen. An jenen musikalischen Ort, den sie seit Jahren zu entdecken hofften und nun letztendlich auch gefunden haben. (mt)

Termine:
29.11. Tischlerei / Melk
30.11. Altes Depot / Mistelbach
01.12. Porgy & Bess / Wien
29.12. Spielboden / Dornbirn

Foto: Rania Moslam

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