Bild Clara Luzia
Clara Luzia (c) Christoph Liebentritt

CLARA LUZIA – “When I Take Your Hand”

CLARA LUZIA veröffentlichte mit „When I Take Your Hand“ (Asinella Records) ihr siebentes Album. Und dass das kreative Schaffen diesmal ein bisschen schneller gehen musste als sonst, hat dem Sound absolut nicht geschadet. Ganz im Gegenteil.

Nach drei Jahren Pause ist dieses Album sicherlich eine Wohltat für alle Clara-Luzia-Fans, doch eigentlich hätte es „When I Take Your Hand“ jetzt noch gar nicht geben sollen. Geschrieben hat Clara Luzia die Platte, weil sie sich in einer klassischen Musikbusiness-Falle befand. Um touren zu können, musste sie den Veranstaltern ein neues Album versprechen. Und dass, obwohl sie noch gar keins in Aussicht hatte.

Also powerte sie durch und nahm „When I Take Your Hand“ innerhalb von drei Tagen in London auf. Das Ergebnis: eine gar nicht so eklektisch anmutende Songsammlung mit nachdenklichen und fröhlichen Momenten. Eins ist klar: Clara Luzia als klassische Singer-Songwriterin zu bezeichnen, die nur eine Akustikgitarre brauche, ist die falsche Herangehensweise. Ja, das sind genau die Wurzeln der Musikerin, doch hat sie sich im Lauf der sieben Studioalben verändert.

Singer-Songwriterin mit Twist

Albumcover "When I Take Your Hand"
Albumcover “When I Take Your Hand”

Zum einen hat sie die Songs nicht so geschrieben wie sonst. Nicht allein und mit der Akustikgitarre. Diesmal stand der Sound im Fokus und den hat sie wieder zusammen mit ihrem Produzenten Julian Simmons ausgebrütet. Das Album klingt abgeklärt, nachdenklich und ein wenig retro. Schon der erste Song erinnert irgendwie an Blondie, die auf PJ Harvey treffen. Eine starke Frau, die einiges zu sagen hat.

Ein bisschen Grunge, ein bisschen Pop, ein bisschen Rock: Auf „When I Take Your Hand“ hat alles seinen Platz. Und die Kompositionen sind fein aufeinander abgestimmt. Die Musik klingt reif und überlegt, doch trotzdem verspielt. Gutes Beispiel hierfür ist „Bold Moves“, das ein bisschen Lo-Fi in den Mix mitbringt. Rockig geht es in einen Refrain, den man sogar mitsingen kann, wenn man das Album ein-, zweimal gehört hat.

Sanfter und melancholischer geht es nach „Bold Move“ mit „Running Out“ weiter, wo man noch mehr von der „alten“ Clara Luzia erahnen kann. Der Song ist ein Intermezzo, auf das eine noch nachdenklichere Ballade folgt. So ganz ist die Akustikgitarre also noch nicht vergessen. Auf der Bühne zumindest teilt sich Luzia die Gitarren-Privilegien mit Kollegin Lina Seybold von Candelilla. Also bei größeren Events, weil sie zuvor immer das Gefühl hatte, sich zu sehr aufs Spiel und nicht auf den Gesang zu konzentrieren, wie sie in einem mica-Interview erzählte.

„When I Take Your Hand“ ist wie eine zarte Hand, die einen sanft mit sich zieht und nach den neun Liedern wieder loslässt. Man fühlt sich erholt, aber auch verträumt. Letzteres liegt wohl auch daran, dass gewisse Dream-Pop-Elemente rauszuhören sind. Vor allem der Refrain von „When The Streets“ erinnert an Dream-Pop-Bands wie Beach House und Washed Out. Wie verträumt man jedoch nach einem Clara-Luzia-Konzert ist, wird sich bei vielen Gelegenheiten zeigen, denn die Sängerin tourt in nächster Zeit fleißig durch Österreich.

Anne-Marie Darok

Clara Luzia live
10.05. Orpheum, Graz
11.05. Arge, Salzburg
12.05. Posthof, Linz
23.05. Arena, Wien
09.06. KH Mürz, Mürzzuschlag

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Asinella Records