
Es habe ihn gereizt, einmal die „sakrifizierten Bereiche der ,Großkunst’ hinter sich zu lassen“, um sich auf das von ihm als gefährlich bezeichnete Terrain der ,Kleinkunst’ zu begeben, so Friedrich Cerha. Der international renommierte österreichische Komponist nahm sich der Kunstform des Liedes an und begann Texte der Wiener Gruppe (u. a. Ernst Jandl, HC Artmann, Friedrich Achleitner) zu vertonen. Natürlich tat er dies auf seine ganz eigene Art und reizte, wie man es von ihm kennt, die traditionellen musikalischen Grenzen aus. Seine Interpretation des Chansons ist eine, die in Fragen der Stilistik auch in andere Spielformen und Genres hineinreicht.

Zum Erklingen gebracht wird Friedrich Cerhas Chanson von der Wiener Formation Studio Dan. Das Ensemble, das sich im Normalfall als vielköpfiger Klangkörper in den Bereichen des avantgardistischen und experimentellen Jazz sowie in der Improvisation aufhält, ist in diesem Projekt in deutlich verkleinerter Form, und zwar in Triobesetzung, vertreten. Die Ehre, die Stücke des großen österreichischen Komponisten spielen zu dürfen, kommt Mathilde Hoursiangou (Klavier), Andreas Moser (Perkussion) und Tibor Kövesdi (Kontrabass) zu. In die Rolle der Chansonnière schlüpft Agnes Heginger, die persönlich von Friedrich Cerha ermutigt und eingeladen wurde, ihre Stimme seinen Liedern zu leihen.
Michael Ternai
Foto Friedrich Cerha: Österreichischer Bundestheaterverband, Wien
Foto Agnes Heginger: Maria Frodl
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