Bild Rambo Rambo Rambo
Rambo Rambo Rambo (c) Apollonia Theresa Bitzan

RAMBO RAMBO RAMBO – „Stories of the Ueberwelt“

Das Wiener Trio RAMBO RAMBO RAMBO ist alles und gar nichts zugleich: das beweisen sie auf ihrem neuen Album „Stories of the Ueberwelt“ (Ramboozle Records) abermals. Das Spiel mit verschiedenen Genre-Elementen liegt der Band im Blut.

Irgendwo zwischen Pop, Jazz und Blues lassen sich Rambo Rambo Rambo verorten. Seit nunmehr 8 Jahren machen Martin Hemmer, Sebastian Koch und Andreas Helleweger nunmehr schon gemeinsam Musik und haben es in dieser Zeit geschafft, kein einziges Interview zur Erklärung ihres Sounds zu geben. Warum? Um das Mysterium zu wahren. Alle drei Bandmitglieder sind nicht nur Musiker, sondern auch vielseitig in Theater und Bildender Kunst tätig – das spürt man in ihrem Look, ihrem Sound und ihrer Performance. Sie sind nicht einfach eine weitere Pop-Band aus Wien, nein, sie sind Rambo Rambo Rambo. Die Drei haben es sich zum Ziel gesetzt nur durch ihre Musik zu sprechen und damit den Erklärungsbedarf zu decken, und das was nicht verstanden werden kann, bleibt sozusagen Interpretationsspielraum des Publikums.

Harmonien aus einer Überwelt

Albumcover Stories of the Ueberwelt
Albumcover “Stories of the Ueberwelt”

Es ist wirklich nicht leicht, den Sound von Rambo Rambo Rambo zu beschreiben. Es gibt so viele gefinkelte Details, so komplexe harmonische Strukturen, alles ist an seinem rechten Platz und doch bricht so mancher Takt mit Pop-Traditionen. Das merkt man gleich im ersten Lied „Antonio Barista“, der die wilde Fahrt des Albums einläutet. Quasi wie der Vorspann eines Films bereitet der instrumentale Song die Grundlage für die nachfolgenden Liedern, die Stimmung wird ein bisschen eingeheizt, die Spannung steigt. Dann – Stimmungsbruch, „Montalbán“ ist ein getragener, sanfter Popsong mit Streicher-Elementen der das Publikum in hellblaue Watte packt. Als locker-fröhliche Weiterführung des Songs dienen auch die darauffolgenden 2 Tracks („Pneumatocephalus“ und „The Bill“), mal etwas jazziger mit Bläsern, mal etwas poppiger mit zuckersüßen E-Gitarren-Elementen. Wie perfekt das Trio den dreistimmigen Gesang beherrscht, zeigt sich schließlich bei „The Fair“. Das Hauptinstrument ist hier eindeutig die Stimme – untermalt von Bläsern, Piano und Streichern. Ja, die Jungs sind multiinstrumental und das kosten sie richtig aus.

„Ueberwelt“ heißt der Titelsong und die goldene Mitte des Albums: etwas melancholisch und verträumt reduziert sich der Track auf einstimmigen Gesang, nur um dann kraftvoll die ganze Energie der Band zu bündeln und alles einzusetzen, was sie zu bieten haben. In der zweiten Hälfte des Albums wird es weniger getragen, weniger sanft und ein bisschen schneller, tanzbarer und funkiger. Es lässt sich leicht dazu schnipsen, manchmal fragt man sich, ob man immer noch dieselbe Band, dasselbe Album, dieselbe Musik hört – aber das sind Rambo Rambo Rambo. Als durchgängiges Stilmittel haben sie nur das Spiel mit cleveren Gitarrenmelodien, der punktuelle Einsatz von Dreigesang und verschiedenen Instrumenten um verschiedene Stimmungen zu kreieren. Die Band besteht aus Künstlern und das hört man eindeutig. Nichts ist zufällig, jeder Ton hat einen Sinn – „hochartifiziell“, wie sie es nennen, und das passt tatsächlich zum Sound der Drei. Hochqualitativer Rock/Pop aus Wien – das sind Rambo Rambo Rambo.

Wer von den Liedern nicht genug bekommen kann, sollte unbedingt zu ihrem Konzert am 21.2. bei Rave Up Records schauen: so vielversprechend die Band im Studio sind, so sind sie auch live.

Antonia Seierl

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