
Fragen stilistischer Natur hat sich Christoph Pepe Auer bei der Auswahl von Bands für sein Label eigentlich noch nie wirklich gestellt. Sich zu allen Seiten hin offen zeigend, veröffentlicht der Tiroler vor allem MusikerInnen und Bands, die in ihrem Tun sich mutig dahingehend zeigen, mit den traditionellen Sichtweisen auf den Jazz zu brechen. Das klangliche Spektrum, welches von Session Work Records abgedeckt wird, reicht von kammermusikalischen Interpretationen, über kunstvolles Liedermachertum und diverse weltmusikalische Entwürfe bis hin zu aberwitzigen experimentellen und improvisatorischen Ansätzen. Es soll ganz nach dem Verständnis von Christoph Pepe Auer alles möglich sein und jede Richtung eingeschlagen werden können.
In diesem Sinne zeigt sich auch das Programm des dreitägigen Label Festivals im Porgy & Bess, welches am 6. Dezember mit der Präsentation der langerwarteten neuen Falb Fiction CD „around the world“ eröffnet wird. Anschließend sind es der Pianist Martin Reiter und die Jazz-Rock-Crossover Combo Edi Nulz, die für weitere spannende Hörerlebnisse sorgen werden. In derselben abwechslungsreichen Tonart geht es auch an den darauffolgenden Tagen weiter. Am 8. Dezember verführen Lylit Klampfer und Matthias Löscher das Publikum zunächst in die Welt des sanften und anspruchsvollen Liedermachertums bevor Akkordeonist Christian Bakanic und Gitarrist Manfred Temmel die Grenzen des Jazz hin zur Weltmusik zu sprengen versuchen. Zu Ende geht Tag zwei mit dem Auftritt des Gastgebers Christoph Pepe Auer und seinem Trio mit Raphael Preuschl (Bass) und Herbert Pirker (Schlagzeug).
Die Schlussrunde am 9. Dezember eingeläutet wird mit einem Konzert von Living Room in London, einem weiteren Projekt des Tiroler Bassklarinettisten. Danach darf mit Jure Pukl der wohl profiliertesten Saxophonisten aus Slowenien begrüßt werden. Begleitet wird er von dem Pianisten Georg Vogel und dem Schlagzeuger Reinhold Schmölzer. Last but not least liegt es an dem international Erfolge feiernden Hangspieler Manu Delago, der unter anderem bei dem letzten Album der isländischen Popikone Björk mitgewirkt hat, das Festival so fulminant zu Ende zu bringen, wie es begonnen hat. (mt)
Link:
Session Work Records