Aktuelle Veröffentlichungen zusammengefasst von Sophia Olesko und Romy Theune. Der Release Radar ist eine Auswahl an Single Releases aus dem Bereich Pop/Rock/Elektronik made in Austria. Den Release Radar gibt es auch als Playlist auf Spotify.
BON JOUR – “ARTIFICIAL HEART” (MORINOKO // VÖ: 28.11.´25)
Bon Jour veröffentlicht mit “Artificial Heart“ eine neue Ohrwurm-Single. Darin trifft souliger Pop auf Synth-Glamour, getragen von einer großen Portion Freiheit: So überrascht es nicht, dass der Song fernab der Zivilisation auf einer kleinen Insel in Thailand entstand. „You and you´re friends are made of plastic“ lauten Zeilen der Nummer, die für weniger Filter und mehr Spüren plädiert. Die Single kündigt gleichzeitig die Frühjahrs-Tour der sechsköpfigen Gruppe an, wofür Stopps in Graz (29.04.), Salzburg (06.05.), Hamburg (20.05.), Berlin (21.05.) oder Wien (27.05.) geplant sind. Zwei erwähnenswerte Highlights der Band im heurigen Jahr: ihr Auftritt am ESNS ´25 in den Niederlanden sowie die Veröffentlichung eines interaktives Musikvideogames, in dem man als Dodo-Huhn zu ihrem Song „Baby, Am I Delusional?“ durch die Gegend flaniert – einfach witzig!
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AMELIE TOBIEN – „I CHANGE COLOUR” (CRÉMANT RECORDS // VÖ: 28.11.´25)
Ungeschminkt und immersiv klingt „I Change Colour“ von Amelie Tobien (Bon Jour). Die Singer-Songwriterin macht seit etwa 10 Jahren Solo Musik und verzaubert mit ihren Release Hörer:innen einmal mehr. Die neue Veröffentlichung erzählt aus der Perspektive eines Baumes, als Metapher für Veränderung, Vergänglichkeit und innerer Stärke. „I am the leaf I’m not the root, one day I’ll fall but I’ll be good” singt Amelie Tobien, die Melancholie begrüßend, womit sie ihr gleichzeitig den Wind aus den Segeln nimmt. Inspiriert wird die Musikerin von Künstler:innen wie Haim, Phoebe Bridgers, Flyte oder Billie Marten.
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ZLATO – „Insomnia“ (VÖ: 28.11.’25)
Mit „Insomnia“ erscheint ZLATO’s neue Single. Der Track bewegt sich deutlicher in eine technoid-psychedelische Richtung und hebt sich von seinen bisherigen, eher House-orientierten Veröffentlichungen ab. Er klingt dunkler, melodischer und deutlicher techno-leaning – und setzt erstmals seit längerem wieder ZLATO’s eigene Stimme ein, die in verfremdeter Form als atmosphärisches Element wirkt. „Insomnia“ verbindet Tech House, Techno und Electronica. Ein pulsierender Groove bildet das Zentrum, ergänzt durch trippige Texturen und Vocal-Fragmente, die sich zwischen Wachzustand und Traum bewegen. Entstanden ist der Track während einer längeren Phase nächtlicher Schlaflosigkeit, deren Energie ZLATO direkt in Musik übersetzt hat. Das Ergebnis ist ein hypnotischer Late-Night-Track, der sowohl im Club als auch unterwegs, etwa alleine in der Bahn, gehört werden kann. Musikalisch orientiert sich „Insomnia“ lose an Künstlern wie Oliver Koletzki, Minilogue oder Nicolas Jaar, ohne deren Stil zu imitieren. Stattdessen zeigt der Release, wie ZLATO seine Erfahrungen aus Techno-Live-Acts, Jazz-Experimenten und Electronica miteinander verbindet. „Insomnia“ wirkt dunkler und cineastischer, bleibt aber dennoch von ZLATO’s gewohntem Groove-Fokus geprägt.
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EARL MOBLEY – „MONEY & TIME“ (BORKUM RIFF RECORDS // VÖ: 26.11.´25)
Die vergangenen Jahre war es ruhig um Konstantin Heidler (VAGUE, Sluff), der als Earl Mobley vor fünf Jahren erstmals Musik veröffentlichte. 2021 war er für den XA-Award nominiert, im selben Jahr erschien sein Debütalbum, das in Zusammenarbeit mit Wolfgang Lehman entstand. Und jetzt ist er zurück, mit einer neuen Single, die gleichzeitig sein neues Album „Blazer“ (VÖ: Frühjahr ´26), ankündigt. Thematisch holt die neue Single all jene ab, die im Hamsterrad die Sehnsucht nach einem anderen Leben verspüren. „Lord have mercy“ steht im futuristischen KI-Video auf seinem Shirt. Ein ironisches Detail inmitten des sich anschleichenden Gefühls, dass die Zukunft früher besser war. Und doch schwebt der Track elegant vorwärts und liefert ab. Ein Banger, Punkt.
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Rose May Alaba – „Feel Again“ (Rola Music // VÖ: 21.11.’25)
Rose May Alabas neuer Song „Feel Again“ verbindet Pop, Amapiano und EDM-Elemente zu einem modernen, dynamischen Mix, der direkt ins Ohr geht. Besonders die rhythmischen Amapiano-Bässe verleihen dem Track Energie und machen ihn dadurch tanzbar. Inhaltlich geht es um einen Moment des Aufbruchs: nach einer schwierigen Phase wieder Kraft zu finden und sich lebendig zu fühlen. Der Song beschreibt das Gefühl, sich Schritt für Schritt aus einer schweren Zeit herauszulösen und innerlich wieder aufzublühen. Zudem hat „Feel Again“ einen starken Refrain, der im Kopf bleibt. Es ist kein typischer Pop-Song von der Stange. Der Mix aus Amapiano-Groove, EDM-Peaks und poppiger Melodie harmoniert überraschend gut und verleiht dem Track einen internationalen Klang. Er motiviert, macht gute Laune und spricht trotzdem emotionale Themen an. Rose May Alaba ist musikalisch vor allem im Afro-Pop und Afrobeat zuhause. Ihr Sound verbindet Pop-Melodien mit afrikanischen Rhythmen, warmen Grooves und einem starken Gefühl von Leichtigkeit.
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KURPARK – „SUBSTANZEN“ (SEAYOU RECORDS // VÖ: 21.11.´25)
Kurpark veröffentlicht mit „Substanzen“ eine Single mit treibender Instrumentierung und tiefgehenden Worten. Der Song ist eine Aufarbeitung negativer Erfahrungen und stammt von seinem Debütalbum „Favoriten“, welches das Aufwachsen und Leben in der Wiener Vorstadt thematisiert. Hinter Kurpark steckt der Patrick Vanek, der als Musiker und Produzent in Projekten wie Wanda, Granada oder Lil Julez mitgewirkt hat und nun seinen eigenen musikalischen Weg geht. Stilmäßig ist im definitiv gelungen, eine eigene musikalische Handschrift zu finden – und wenn es denn sowas wie Conscious-Wave-Pop gibt, dann ist „Substanzen“ genau das.
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BUNTSPECHT – „PROBABLY“ (PHAT PENGUIN RECORDS // 14.11.´25)
Mit einer wie eh und je immersiven Klanglandschaft, veröffentlicht Buntspecht die Single „Probably“. Es ist der erste englische Song der Gruppe, der eine weitere Premiere bereithält: von Antonia Luksch, die die Band seit einiger Zeit am Cello ergänzt, stammen Text und Vocals der Nummer. Es ist ein Song, der sich Zeit lässt und dir den Tag versüßt, sinnlich und wunderschön. Die Band ist derzeit noch mit ihrem Album „Konstrukt 5“ bis Sommer ´26 auf Tour. Mit (bereits einigen ausverkauften) Shows in u.a. Paris (22.11.), Augsburg (29.11.), Salzburg (3.12.), Hamburg (13.03.), Berlin (15.03.).
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MATTHIAS KEMPF – „nur vor an koidn herz“ (monkey.moods // VÖ: 14.11.’25)
„nur vor an koidn herz“ – so heißt die neue Single von Matthias Kempf, die am 14.11. erschienen ist und den Auftakt zu seinem Album „in so ana zeit“ bildet, das Anfang 2026 folgen wird. Damit meldet sich einer der großen Unbekannten und dennoch seit Jahren hochgeschätzten Musiker des Landes zurück. Seine letzte Albumveröffentlichung ist lange her, doch nun darf man von einem wahrhaft denkwürdigen Comeback sprechen. Kempf ist nicht völlig unbekannt, doch wie seine Kollegen Andy Baum und Ulli Bäer – mit denen er ein beliebtes Trio bildet – zählt man ihn unter Kennern klar zur A-Liga österreichischer Musikschaffender. Das betrifft vor allem die Qualität seines Tuns. Sein eigenes Schaffen beschreibt er als „merk-würdig und eigen-artig“. Seit 1998 prägt er die heimische Musikszene mit Songs, die Herz und Hirn gleichermaßen erreichen. Als selbsternannter „Bahnhofsmensch“ schöpft er Inspiration aus Ankommen und Loslassen, aus Abschieden und Neuanfängen. Für ihn sind Bahnhöfe keine Zwischenstopps, sondern Orte voller Begegnungen, an denen Träume und Realität aufeinandertreffen. Seine Lieder gleichen Gepäckstücken des Lebens – gefüllt mit Erinnerungen, Sehnsüchten und der Frage, wohin wir unterwegs sind. Er musiziert für alle, die sich selbst auf der Reise sehen, egal ob sie ankommen oder weiterziehen.
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MWITA MATARO – „WAS IST DAS FÜR EIN SCHEISS GESCHWISTERSTREIT“ (Las Vegas Records // VÖ: 14.11.´25)
In Mwita Mataro´s „Was ist das für ein scheiß Geschwisterstreit“ geht es um einen unnachgiebigen Konflikt. Ungeschminkt und ungeniert thematisiert er die eigentümliche Mischung aus Zorn und Zärtlichkeit, die einem mitunter in der Familie begegnen. Der Musiker und Filmemacher veröffentlichte dieses Jahr sein Doku-Biopic „Austroschwarz“, das mit 10.000 Kinobesucher:innen eine für Österreich beträchtliche Aufmerksamkeit erreichte. So ist es kein Zufall, dass im Musikvideo Mwita Mataro´s cinematografische Finesse spürbar ist, der darin für Idee und Regie verantwortlich und selber zu sehen ist. Das Video zeigt eine Gruppe an einem gedeckten Tisch und portraitiert die familiäre Zusammenkunft in all seiner Gewalt und Einigkeit.
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ESTHER GRAF – „darüber schlafen“ (RCA Local // VÖ: 14.11.´25)
Mit „drüber schlafen“ präsentiert Esther Graf eine Indie-Pop-Single, die ihre Stärke für eingängige, energiegeladene Songs einmal mehr unter Beweis stellt. Der Track zählt zu ihren persönlichen Favoriten – kein Wunder, denn diese Mischung aus pulsierendem Drive und spielerischer Leichtigkeit zündete bereits live, lange bevor der Song veröffentlicht war. Inhaltlich dreht sich „drüber schlafen“ um ein weit verbreitetes Muster: Man weiß, dass man eine Liaison besser beenden sollte, und kehrt doch immer wieder zurück. Gemeinsam mit Alex Isaak und Tom Henglebrock entstanden, verbindet der Song einen tanzbaren Indie-Pop-Antrieb mit einem feinen Hauch Melancholie. Eine Nummer, die sich sofort festsetzt, unmittelbar mitreißt und noch nachhallt, wenn der letzte Ton längst verklungen ist.
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TOM JOSEPH – „brighton“ (Feber Wolle Records // VÖ: 13.11.´25)
Mit viel Gefühl verwebt Tom Joseph in seiner neuen Single „brighton“ ätherische Vocals und folkiges Gitarren-Picking zu einem Stück Musik-Magie. Der Song ist die zweite Single-Auskoppelung seines neuen Albums „Maud´s House“. Die beruhigende Stimmung des Songs ist perfekt für dunkle Wintertage + Kaminknistern bei einer extra großen Tasse Tee und ist, Zitat: „ein Blick in die tiefen Täler des menschlichen Daseins“. Wird Fans von u.a. Bon Iver begeistern.
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Glimmer – „Dystopia“ (MAT Records // VÖ: 14.11.´25)
Mit „Dystopia“ legt die Linzer Band Glimmer – Bernhard Riegler, Susi Seyfert und Martin Lenzlbauer – einen Track vor, der sich mit dunklem Soundanstrich und melancholischer Grundstimmung langsam entfaltet. Der Song bewegt sich zwischen kunstvollem Elektro-Pop und Trip Hop, gelegentlich durchzogen von einem leichten 90er-/Früh-2000er-Vibe, und setzt dabei klar auf atmosphärische Verdichtung statt plakative Effekte. Im Zentrum steht die Stimme von Susi Seyfert, deren bestimmter, zugleich ruhiger Ton den schwebenden Klangflächen Halt gibt. Inhaltlich reflektiert „Dystopia“ die multiplen Krisen der Gegenwart: ein Sog aus Sorgen und Überforderung, der sich im Verlauf behutsam in Richtung Hoffnung öffnet – ohne die Schwere vollständig abzuschütteln.
Glimmer gelingt damit ein sphärischer, vielschichtiger Song, der weniger auf große Gesten als auf subtile Spannung setzt und sich gerade durch seine zurückhaltende Art im Ohr verankert.
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TOBER – „DONAU“ (Tober // VÖ: 07.11.´25)
Der aufstrebende Musiker TOBER, dessen Musik es bereits in diverse Editorial-Playlists schaffte, war zuletzt mit „Garconniere“ im mica Release Radar und legt nun mit „Donau“ nach. Die Single ist ein Eingeständnis an die Größe der eigenen Gefühle und ein Innehalten im emotionalen Chaos, die Instrumentierung lässt durchblicken, dass aber nicht alles scheiße ist. Die Single kündigt TOBER´s neue Debüt-EP „Zwischen Nacht und Stadt“ an, die am 13. März ´26 erscheint. Wer den jungen Künstler live sehen möchte, kann das am 19. März in der Szene Wien als Suport Act für Three for Silver.
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SOULPARLEZ – „THE SILENCE“ (Kats Records // 24.10.´25)
In „The Silence“ treffen die vier Stimmen von Soulparlez auf subtile Bodypercussion und minimalistische Instrumentierung. Die Single ist ein weiteres starkes Statement, das berührt und die Tatsache unterstreicht, dass wir in einer Welt voller Reize und Worte leben. Das reduzierte, epische Arrangement wird von Gesangsflächen und markanten Lyrics getragen, im Musikvideo verleihen zwei Tänzerinnen dem Stück eine zusätzliche Dimension. Nach zahlreichen Auftritten in Österreich und Deutschland sowie einer China Tournee im vergangenen Jahr ist „The Silence“ die vierte Single, die die Künstlerinnen heuer veröffentlichen. Wer Soulparlez live sehen möchte, kann das am 18.10. in Graz, am 25.10. oder 15.11. in Wien.
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