Aktuelle Veröffentlichungen zusammengefasst von Sophia Olesko und Romy Theune. Der Release Radar ist eine Auswahl an Single Releases aus dem Bereich Pop/Rock/Elektronik made in Austria. Den Release Radar gibt es auch als Playlist auf Spotify.
KATYADOTCOM – „BIG OLD HOUSE“ (KATYADOTCOM // VÖ: 30.01.´26)
“Big old house” ist ein strahlender, kuschelweicher Lovesong. katyadotcom hat ihn für ihre eigene Hochzeit geschrieben – und damit den mit Abstand persönlichsten und schönsten Song, wie sie beschreibt. Es ist das Liebeslied ihrer Träume und so klingt es auch, zärtlich und berührend, bedingungslos. Die Musikerin stammt ursprünglich aus Oberösterreich und wohnt mittlerweile in Deutschland. Sie begann 2023 Musik zu veröffentlichen, im Jahr darauf erschien ihre Debüt-EP. Damit erfüllte katyadotcom sich den lang gehegten Wunsch einer Musikkarriere, und sie kann wirklich behaupten: es läuft. Performances auf Festivals wie Maifeld Derby oder dem FluxFM Bergfest und Auftritte als Support Act für spannende Artists wie Milky Chance oder Wilhelmine zeugen von der Resonanz, die die junge Künstlerin erhält. Die neue Single ist ein Vorbote aus dem für den heurigen Sommer angekündigten Debütalbum.
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AVEC – „SKIN“ (JIM BOB RECORDS // VÖ: 30.01.´26)
Mit „SKIN“ zeigt AVEC eine klare, selbstkritische Seite ihres Songwritings. Der Song kreist um das Weiterwirken einer Beziehung, die längst beendet ist, innerlich aber noch nachhallt. Es geht um Bindungen, die sich nicht lösen lassen, obwohl man ihre zerstörerische Kraft erkennt. AVEC beschreibt diesen Zustand sachlich und präzise, ohne Pathos, dafür mit spürbarer Konsequenz. Klanglich verbindet „SKIN“ ihre charakteristische Reduktion mit elektronischen Texturen und einem treibenden Beat, der dem Stück eine unerwartete Leichtigkeit verleiht. Der melancholische Kern bleibt, wird jedoch von souveräner Pop-Energie getragen. Als erste Veröffentlichung einer neuen EP, die für Ende 2026 angekündigt ist, markiert der Track einen selbstbewussten Ausblick auf AVECs nächste musikalische Phase.
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TOM JOSEPH – „GHOST STORY” (FEBER WOLLE RECORDS// VÖ: 29.01.´26)
Tom Joseph (Spilif, keeplove., lech tape, 2seedsleft) veröffentlicht mit „ghost story“ eine berührende Acoustic-Folk-Single die direkt aus dem Herzen kommt. Behutsames Gitarrenpicking trifft auf intime Vocals und Lyrics, die zwischen poetischer Kryptik und beruhigendem Selbstgespräch oszillieren. Der Musiker, der mit seiner Band Spilif wieder für den Amadeus Award 2026 nominiert ist, veröffentlicht mit der neuen Single die letzte Auskopplung aus seiner LP „Maud´s House“. Andy Steiner, so heißt Tom Joseph mit bürgerlichem Namen, wurde außerdem von Life Radio Tirol zum „Act des Monats Februar” gekürt. Er nimmt somit am 3. Februar am Live-Podcast des Senders in der Kellerei Reutte teil. Ein heißer Tipp also für alle, die mehr über den Musiker erfahren möchten, dessen neuer Track derzeit übrigens auch im ORF Radio Tirol läuft.
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Für Chiara – „Wirbelwind“ (VÖ: 27.01.’26)
Mit „Wirbelwind“ veröffentlicht Für Chiara eine neue Single. Der Song handelt von einer Person, die nach außen sehr stark, laut oder selbstbewusst wirkt, innerlich aber verletzt und unsicher ist. Trotz viel Energie und Bewegung (Wirbelwind) trägt diese Person emotionale Wunden in sich. Musikalisch kratzt der Song an 2000er-Indie-Hits, während der Text mit Zeilen wie „du bist so stur, dass du dich weiterdrehst, wenn du dich wieder in der Ewigkeit verlierst“ zum Nachdenken anregt. Die drei Mitglieder Jakob, Konsti und Amir greifen dabei auf Einflüsse aus Indie, Rock, Hip-Hop und Alternative zurück und entwickeln daraus einen eigenen Sound. Seit ihrer Gründung ist Für Chiara in der österreichischen Musikszene aktiv und spielt regelmäßig Konzerte. 2026 erscheint das Debütalbum „Mosquitos“, ein Konzeptalbum, das die Geschichte einer Beziehung erzählt – vom Beginn über das Nachlassen der Gefühle bis zum Ende und dessen Akzeptanz.
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GOHAR – „COOKIE CUTTER” (LIME RECORDS // VÖ: 23.01.´26)
Wer denkt hier kommt noch ein Ausklang der Weihnachtszeit sei vorgewarnt: „Cookie Cutter” ist ein dystopischer Elektro-Alternative-Pop-Track der musikalisch sowie thematisch nichts mit der besinnlichen Adventszeit zu tun hat. „I love my job, and this is about it“, schreibt GOHAR in den Sozialen Medien und wirft damit so einige Fragen auf. Eins aber ist sicher: der Song thematisiert gesellschaftliche Narrative, gegen die sich GOHAR mit den Worten: “I don’t wanna live your big bad lie” auflehnt. „Everyone chases reflections, framed in the screens of phones“, singt die junge Künstlerin, als Protest gegen die Vereinheitlichung unserer Träume durch Dinge, die wir auf unseren Bildschirmen sehen.
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ATZUR – „HATE ME“ (THE HOLY COW RECORDS // VÖ: 23.01.´26)
ATZUR veröffentlichen mit “Hate Me” den letzten Vorboten aus ihrem Sophmore-Album “Humble”. Das Duo entstand aus einem Tinder Match heraus, was seitdem passiert ist, hat bereits Geschichte geschrieben. Das erste Album von ATZUR entstand in einer Trauerphase, in der Patricia, eine Hälfte von ATZUR, den Verlust ihres Vaters verarbeitete. Das kommende Album „HUMBLE“ ist dahingegen u.a. eine Antwort auf sich zu wichtig nehmenden Männern in der Musikbranche: wie ihr Ex-Manager, über den das Duo im mica-Interview kürzlich erzählte. „Hate Me“ ist der Höhepunkt des zweiten Albums und handelt davon, für sich selbst einzustehen: “Lass dir nicht sagen, du sollst demütig sein, wenn es nur bedeutet, dass du leise sein sollst. Und wenn sie dich hassen – dann lass sie. Das ist nicht dein Problem“. Im Februar spielen ATZUR in Regensburg, Berlin, Hamburg, Graz, München, Wien. Im März in Barcelona, Bilbao, Valencia, Madrid, Sevilla, Lisboa, Porto und Oporto.
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BON JOUR – “GHOST” (MORINOKO // VÖ: 23.01.´26)
Nach der Veröffentlichung von „Artificial Heart“ im vergangenen November sind Bon Jour mit einer neuen tanzbaren Single zurück. Treibender Groove trifft darin auf sinnlich-energiegeladene Vocals: „Ghost“ ist wie ein Tanz mit dem Teufel, und sein nächster Schritt ist unvorhersehbar. Dreht er eine Pirouette? Bricht er aus dem Rhythmus aus? Wer Bon Jour schon mal live gesehen hat, weiß, dass „Ghost“ die perfekte Ergänzung ihres Repertoires ist, um auf der Bühne ihre unbändige Energie zu entfesseln. Aktuell arbeitet die sechsköpfige Band an ihrem zweiten Album, live zu sehen sind sie heuer in Graz (29.5.), Salzburg (6.5.) Hamburg (20.5.), am 21. Mai in Berlin, am 23. Mai in Linz, Wien (27.5.).
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IVERY – „Bird On The Wire“ (Treasuretone Records // VÖ: 23.01.’26)
„Bird On The Wire“ von Ivery ist ein Art-Pop-Song über eine Figur, die versucht, Haltung zu bewahren, während ihre Umgebung instabil wird. Der Vogel auf dem Draht dient dabei als Sinnbild für Unsicherheit, flüchtige Beziehungen und das Spiel mit Risiko und Begehren. Mit einer bildhaften Sprache aus Motiven wie Glanz, Zerfall und Selbsttäuschung beschreibt „Bird On The Wire“ eine Liebe, die schnell vergeht, sowie innere Prozesse zwischen Verdrängung und Akzeptanz. Die wiederkehrende Struktur und die Wiederholungen im Text verstärken das Gefühl eines Kreislaufs, aus dem es kein Entkommen gibt. Musikalisch wird dieser Zustand durch Bässe und Drum-Patterns untermalt. Es geht um das fortlaufende Balancieren zwischen Stabilität und Instabilität.
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JOE TRAXLER – „Gemini’s Wet Dream“ (Fake Friends Records // VÖ: 23.01.’26)
Als zweite Single aus der EP „Post-Apocalyptic Renegade“ erscheint „Gemini’s Wet Dream“ von Joe Traxler. Der Song bewegt sich im Bereich Indie und Alternative R&B und thematisiert Nähe, Verlangen und das Zulassen von Gefühlen. Im Mittelpunkt steht das Sich-Verlieren mit einer anderen Person, „zwischen körperlicher Anziehung und mentaler Verbindung“. Musikalisch kann man den Track als After-Hour-Song bezeichnen, mit groovigen Rhythmen und einem ruhigen Flow. Joe Traxler ist Produzent, Sänger, Songwriter und Multiinstrumentalist. Seine Musik greift häufig Themen wie Liebe, Beziehungen und psychische Gesundheit auf. Bereits im April 2025 erschien sein Album „On A Trip To The Ether“, das in Zusammenarbeit mit dem europäischen Musik-Kollektiv In Delirium entstand. Zuvor veröffentlichte er das für den Amadeus Austrian Music Award nominierte Debütalbum „Lifelines“ (2022) sowie die EP „High Sugar Content“ (2023). Mit über vier Millionen Spotify-Streams zählt Traxler zu den bekannten Acts der europäischen und österreichischen Independent-Szene.
SMELLY JELLY – “MANGO TREES” (SCREAMINGPIGRECORDS // VÖ: 16.01.´26)
“Mango Trees” von Smelly Jelly ist wie das erste Kapitel einer fesselnden Geschichte. Es ist das Debüt einer Gruppe, die als leidenschaftliches Musikprojekt „ungehorsamer und rebellischer Schulkameraden“ in Graz begann und wäre, wenn es wirklich ein Buch wäre, wohl ein epischer Fantasy-Roman. Einer in Überlänge, gottseidank, weil er zu gut ist, um zu Ende zu gehen. Der Produzent des Stücks, Dave Marks, beschreibt “Mango Trees” als eine Art Gemälde. Er traf Smelly Jelly-Leadsänger Jojo Gansch in Dubai durch ein Konzert des Limitless-Orchesters, dessen musikalischer Patron Hans Zimmer ist. Gansch schrieb den Song vor drei Jahren, als er im Haus seiner Mutter eine alte Bouzouki fand, ein gitarrenähnliches Instrument. Im Musikvideo ist Jojo Gansch der Hauptprotagonist und nimmt einen in eine berührende Geschichte mit, über die Produzent Dave Marks erzählt: “I didn´t know what to expect … I had a little cry“.
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KUWANANO – „Heart Shaped Nothing“ (VÖ. 19.01.’26)
Kuwanano, Singer-Songwriter aus Kärnten mit Wohnsitz in Wien, veröffentlicht mit „Heart Shaped Nothing“ eine neue Single. Die Musik von Kuwanano ist von japanischer Popkultur, J-Pop, Anime und elektronischer Musik geprägt. Obwohl dieses musikalische Feld eine Nische darstellt, erreicht Kuwanano derzeit rund 27.000 monatliche Hörer:innen auf Spotify. „Heart Shaped Nothing“ von Kuwanano ist ein elektronischer Pop-Song mit starken Einflüssen aus J-Pop und Indie-Pop. Auffällig ist, dass die Künstlerperson selbst nicht im Mittelpunkt der visuellen Darstellung steht. Kuwanano tritt nicht als reale Person auf, sondern wird durch eine Anime-Figur repräsentiert, die die Online-Präsenz und alle visuellen Inhalte übernimmt. Ein weiterer Schritt folgt am 21. Februar mit dem ersten Live-Konzert im Café Aera in Wien. Der Auftritt orientiert sich an japanischen Idol-Performances und verbindet Musik mit visuellen Elementen.
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ANJA OM PLUS – „Sirens“ (Selftape Records // VÖ: 16.01.’26)
Abstand als Form von Selbstfürsorge steht im Mittelpunkt der neuen Single „Sirens“ von Anja Om Plus. Der Song beschäftigt sich mit der Frage, wie es gelingen kann, sich selbst an erste Stelle zu setzen, ohne die Bedeutung vergangener Beziehungen zu negieren. Inhaltlich geht es um die Entscheidung für sich selbst, die nicht das Ende von Zuneigung bedeutet, sondern eine Veränderung darstellt. Der Titel verweist auf die Sirenen als Sinnbild für Stimmen aus der Vergangenheit, die locken, erinnern und verunsichern. Die tragende Figur des Projekts ist Anja Obermayer als Sängerin, Komponistin und Bandleaderin von Anja Om Plus. Gemeinsam mit Ursula Reicher, Mira Perusich, Lucia Leena, Ricarda Maria Jr. und Veronika Sterrer entwickelt sie Songs, die sich zwischen Jazz, zeitgenössischer Vokalmusik und Pop bewegen. „Sirens“ ist ein Song über das Loslassen und über die Entscheidung, sich selbst zu schützen.
