Protestant Work Ethic zu Gast im Rhiz

Am 15. Dezember gastiert mit Protestant Work Ethic eine Band im Wiener Gürtellokal im rhiz, die im Ende des vergangenen Jahr mit ihrem zweiten Album „The Jar and Shock“ (Valeot Rec.) ein mehr als beeindruckendes Stück Musik vorgelegt haben. Feinsinniger, zurückhaltender Pop mit starkem Hang zum Folk, verpackt in wunderschönen Melodien und durchdachten Arrangements, dargebracht mit einem Gefühl, wie man es hierzulande nur selten zu hören bekommt. Ein Muss für jeden Fan anspruchsvoller Popklänge.

Protestant Work Ethic wurde 2003 als Solo-Projekt von Simon Usaty ins Leben gerufen. Was dieser den Musikliebhabern bietet, ist schlicht auf höchstem, wenn nicht schon auf internationalem Niveau angesiedelter Liedermacherpop. Die Art und Weise wie hier Mastermind Simon Usaty mit dem Begriff „Folkmusic“ umgeht, ringt einem höchsten Respekt ab. Ohne große Gesten, von jeglichem Ballast und klischeebehafteten Pathos befreit, lässt der Wiener Songs entstehen, die vom Sound wie von ihrem klanglichen Charakter her, ohne weiteres aus den USA stammen könnten.

Insgesamt in ruhigeren Gefilden angesiedelt, entfaltet die Musik von Protestant Work Ethic gerade durch ihre Reduziertheit eine ungemein dichte und berührende Atmosphäre. Für die klangliche Abwechslung sorgt unter anderem das breite Instrumentarium, welches zum Einsatz kommt. Mit einer dezent im Hintergrund agierenden Begleitband (Stephan Bauch, Christian Mayer, Jörg Kammerhofer und David Schweighart) greift der Songwriter je nach Bedarf mal zu einer Gitarre, mal zu einem Banjo oder einer Ukulele und einem Akkordeon. Hinzu kommt sein eindringlicher, oft melancholischer Gesang, der den einzelnen Stücken zusätzliche emotionale Tiefe verleiht.

Besonders zeichnet den Wiener sein ausgeprägtes Gespür für durchdachte Arrangements und wunderbare Melodien aus, welche er perfekt in Szene zu setzen weiß. Obwohl sich an den großen Americana-Folk-Pop-Entwürfen in der Tradition solcher Acts wie Conor Oberst beziehungsweise Bright Eyes orientierend, beschreitet Simon Usaty einen höchst eigenständigen Weg, der zu keinem Zeitpunkt Gefahr läuft, zur Kopie zu verkommen und in den Untiefen des Mainstream-Pops hängen zu bleiben.

Protestant Work Ethic ist ein außergewöhnliches Musikprojekt Band, das keinerlei Vergleiche mit internationalen Größen zu scheuen braucht und es sich auf jeden Fall verdient hat, auch einmal von einem breiten Publikum gehört zu werden. Daher sollte man die sich bietende Gelegenheit im Rhiz auch nicht entgehen lassen. (mt)