Bild Philipp Nykrin
Philipp nykrin (c) Severin Dostal

PHILIPP NYKRIN – „Songbook“

Sich einmal raus aus dem Bandkontext bewegen und das eigene Spiel in den Mittelpunkt des Geschehens rücken – genau das tut PHILIPP NYKRIN auf seinem am 22. Februar 2017 erscheinenden neuen Soloalbum „Songbook“ (Listen Closely) auf richtig mitreißende Weise.

Man kennt Philipp Nykrin als einen der wohl vielseitigsten und – gemessen an der Vielzahl seiner Band- und Projektaktivitäten (u. a. Namby Pamby Boy, Wire Resistance, SK Invitational) – zugleich meistbeschäftigten Pianisten dieses Landes. Auf seinem neuen Album schlüpft der aus Salzburg stammende und in Wien lebende Musiker nach einer etwas längeren Zeit nun wieder einmal in die Rolle eines Solokünstlers. Er und sein Klavier, einige Synthie- und Klangspielereien und sonst eigentlich eher weniger denn mehr: Dies sind die Komponenten, aus denen sich Philipp Nykrins „Songbook“ im Wesentlichen zusammensetzt. Unterstützt wird der Pianist auf dem Album von drei langjährigen musikalischen Weggefährten – seinem Namby-Pamby-Kollegen Fabian Rucker (Saxofon), dem Trompeter Martin Eberle von Kompost 3 und der deutschen Rapperin Fiva.

Bild Philipp Nykrin
Philipp Nykrin (c) Severin Dostal

Ein bunter Mix aus verschiedenen Stilen

„Songbook“ offenbart sich als ein Album vieler verschiedener musikalischer Sprachen und Akzente, was vor allem natürlich darauf zurückzuführen ist, dass Philipp Nykrin – wie man es eigentlich von ihm gewohnt ist – wirklich mit aller Offenheit an die ganze Sache herangeht. Der Salzburger spannt seinen musikalischen Bogen weit und durchwandert in seinen Stücken unterschiedlichste stilistische Umgebungen und Intensitäten. Er lässt den Jazz erklingen und tüftelt auch elektronisch, da und dort nähert er sich auch popularmusikalischen Klängen wie etwa dem Hip-Hop an. Auch vor wilden und ungestümen Improvisationen verschließt er sich nicht, ebenso wenig vor den richtig lässig klingenden smoothen und melodiebetonten Formen. Er mag es ruhig und zurückhaltend wie auch sehr dicht und weit im Sound. Der musikalischen Vielfalt sind also alle Tore geöffnet. Das Schöne an diesem Album ist, dass wirklich keine Nummer einer anderen ähnelt, dass jedes Stück – eben auch durch das besondere Zutun der drei geladenen Gäste – seine ganz eigene packende, verführerische oder (wie auf dem Track „Das Leben anderer Leute“ mit Fiva am Mikrofon) aufrüttelnde Geschichte erzählt.

Philipp Nykrin, der nach eigenen Angaben nur wenige Wochen für das Schreiben seiner Nummern brauchte, liefert mit „Songbook“ einmal mehr den Beweis für seine großen Qualitäten ab. Er versteht es auch dieses Mal exzellent, musikalisch Anspruchsvolles zugänglich zu halten. Er lässt es – mal gefühlvoller und geradliniger, mal verspielter und impulsiver – fließen. Und das vom ersten bis zum letzten Ton.

Präsentieren wird Philipp Nykrin sein neues Album am 22. Februar im Rahmen des ihm gewidmeten und von ihm gestalteten Konzertabends im Wiener Konzerthaus.

Michael Ternai

Carte Blanche Philipp Nykrin
22.2.2017 – 19:30
Wiener Konzerthaus

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