PAENDA – „Evolution”

Jetzt ist es soweit: Nach den zwei mitreißenden Singles “Good Girl” und “Waves” im Herbst 2017, ist endlich ihr Debütalbum da: Auf “Evolution” zeigt die steirische Musikerin PAENDA, das Elektropop moderner denn je ist. 

Wenn man einem Außerirdischen beschreiben müsste, welche Musik die Millenials am besten beschreibt, dann sind das Hip Hop und Elektro. Von beiden Genres gibt es unglaublich viele Künstler und Künstlerinnen, die einen neuen Zugang finden, oder die altbekannten Pfade aufmotzen.

Albumcover Evolution
Albumcover “Evolution”

Die Steirerin PAENDA gehört zur letzteren Kategorie. Sie fängt mit ihrer Musik kein neues Buch an, sehr wohl schreibt sie aber an einem eigenen Kapitel. Ihre Songs sind ganz klar dem Elektronik-Pop zuzuschreiben. Sie sind catchy, gehen recht bald ins Ohr und energetisch. Viele sind auch noch sehr tanzbar. Es ist durchaus ein Album, dass man bei einer Party mit Freunden auflegen kann und es wird sich schnell ein paar Leute finden, die durchs Wohnzimmer tanzen.

2016 hatte sie schon ihren Song “Where Heaven Meets Earth” präsentiert, der vom Feeling ein wenig an die Songs vom Eurovision Song Contest erinnern. Nur mit mehr Charakter und Individualität. Und auch wenn diese Assoziation bei den Singles “Good Girl” und “Hold My Breath” nicht aufgekommen ist, gibt es auf dem Album doch ein, zwei Anwärter.

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Zum Beispiel “Cinema”. Den Song kann man sich perfekt auf der opulenten Song Contest Bühne vorstellen. Er ist dramatisch wie eine Ballade aber aufgeladen wie ein Partykracher. PAENDA zeigt in diesem Song auch, wie wandelbar ihre Stimme ist. Manchmal erinnert sie an die britische Sängerin Beth Ditto, die schwedische Robyn oder auch mal an Siân Evans von Kosheen. Diese Referenz-Sängerinnen sind alle absolute Powerfrauen, die ihre Stimmen bedingungslos in den Vordergrund stellen. Und auch PAENDA gibt in ihren Vocals alles. Sie nimmt sich aber auch manchmal zurück und lässt die Musik dominieren. Wie bei “Tell Her”, wo ihre Stimme eher als Instrument fungiert.

“Evolution” ist ein sehr stringentes Album, auf dem die Songs sehr gut harmonieren, sich aber auch ähnlich sind. Und doch stechen immer wieder Glanzstücke heraus. Das sind “Identity”, “Iris”, “Chills” und “Waves”. In “Identity” scheint es um eine Trennung zu gehen, wo der Partner noch mal nachfragt, ob eh alles okay ist.

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PAENDAS Antwort ist einfach aber eindeutig: “It’s alright now, but Darling, I hope you find what you miss.”, singt sie immer und immer wieder. Die Musik eskaliert in eine Art elektronische Klangwolke; ein gewolltes Chaos. Im Endeffekt drückt das Lied genau jene Emotion aus, die ein so schmerzhafter und ärgerlicher Trennungsmoment in einem auslöst. “Iris” könnte man als “klassischen” Elektropop-Track der 2000er Jahre bezeichnen. Ein bisschen erinnert er an die exzentrischen Anfangszeiten von Moloko. Es ist einfach ein gut ausbalanciertes Lied. Der Aspekt, der “Chills” besonders macht, ist ein ähnlicher wie bei “Identitiy”: Die Emotionen, die in den Lyrics in Worte gefasst werden, spürt man genauso durch die Musik. Sie singt: “I have chills”, und genau diese Mini-Gänsehaut spüren auch die Zuhörenden.

Man muss sich nicht wundern, dass “Waves” die erste Single und der letzte Song des Albums ist. Es beginnt langsam, sanft und verwandelt sich in einen absoluten Powertrack. Das ist ein Song, der mit tollen Tempowechseln arbeitet, die das Hören zu einem Ereignis machen. Man weiß nicht, welche Emotion hinter dem nächsten Refrain lauert. Und deshalb will man “Waves” auch immer und immer wieder anhören. PAENDA hat beschlossen, ihr Album mit einem Knall zu beenden und das ist ziemlich clever, denn wenn man schon in einer energetischen Stimmung ist, will man “Evolution” vielleicht gleich noch mal hören.

Anne-Marie Darok

PÆNDA live
24.02. Klangfarbe, Wien
07.02. The Loft, Wien

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Wohnzimmer Records