Erstmals vergibt in diesem Jahr die VIS – Vienna Independent Shorts in Kooperation mit Screensessions, poolinale und dem mica – music austria den Österreichischen Musikvideo Preis. Unter den Einreichungen findet sich auch das Video zu „Tekno Cabaret“ von Tekniker.
Unter den 15 Nominierten sticht die Kooperation von Tekniker und Panomatic – im bürgerlichen Namen Peter Hutter – als einzige Animation heraus, in dessen Mittelpunkt sich eine an Gigi d’Agostinos Videos “The Riddle” und “Bla Bla Bla” erinnernde Figur im Beat der Musik fortbewegt. Vor dem Hintergrund einer wüstenartigen Landschaft, läuft das völlig schwarz gefärbte Männchen herbei und verschwindet in einem Turm. Nach diesen ersten Schritten könnte man meinen, die Musik hätte sich an dem Bild orientiert, denn jedes Auftreten manifestiert sich in perfekt sychronisiertem Sounddesign. Auch die im Inneren des Turms stattfindende Verwandlung lässt sich auf auditiver Ebene erahnen.
Der Sound eines zu schnell tickenden Sekundenzeigers kündigt den Start des bemannten und „befußten“, kugelförmigen Avatar, wie Panomatic ihn bezeichnet, an. In Hardcore Geschwindigkeit, mit etwa 170 Schlägen in der Minute, finden die visuelle Ebene und der Beat zusammen. Mit jedem zweiten Schritt tritt er auf eine Stufe, die der Snare entspricht. In einen überdimensionalen Kopf eindringend, wird auch dieser infiziert – sprich synchronisiert. Kick, Snare und Hihat scheinen alle Elemente des Gesichts zu dominieren. Im nächsten Bild wirkt ein Ungetüm mit einer Spritze auf den eben erlebten Kopf ein und sticht ein Loch, aus dem erneut der Avatar hervortritt. Zielstrebig verschwindet er im Schlund des Spritzenstechers, um schließlich in einem Zahnrad tretend dessen Hirn zu penetrieren – im Beat, versteht sich.
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Panomatic gelingt ein kurzweiliges, detailverspieltes Musikvideo, das auf perkussiver Ebene mit der zugrundeliegenden Musik verschmilzt und die Zusehenden anhält genauer hinzusehen. Dieser Aufforderung nachzukommen zahlt sich aus.
Foto: www.panomatic.net
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