Jazz Fest Wien 2013

Aus dem Wiener Kulturkalender ist dieses Festival längst nicht mehr wegzudenken. Seit nunmehr 22 Jahren verwandelt das Jazz Fest Wien die österreichische Bundeshauptstadt im Frühsommer für mehrere Wochen in eine Metropole des Jazz, die abertausend Musikinteressierte aus dem In- und Ausland anlockt. Wie schon in der Vergangenheit zeigt sich auch das Programm der am 17. Juni startenden und bis zum 10. Juli dauernden 22. Auflage des Festivals von einer überaus abwechslungsreichen und aus stilistischer Sicht sehr weit gefassten Seite. Geboten wird der traditionelle Jazz ebenso, wie dessen unterschiedlichste Spielarten. Irgendwelche Einschränkungen in musikalischen Fragen gibt es keine, wie auch nicht bei der Auswahl der Künstler und Künstlerinnen. Geladen sind große Namen der internationalen Szene genauso wie aufstrebende und hoffnungsvolle Newcomer. Eröffnet wird das Jazz Fest Wien mit einem Konzert des Festivalstammgastes Bobby Mcferrin und seiner Band in der Wiener Stadthalle. Einige der weiteren Highlights sind die Auftritte des 75-jährigen italienischen Chansonniers Paolo Conte (24.06.) und des deutschen Entertainers Helge Schneider (27.06.) in der Stadthalle, sowie jene des britischen und mit der Band Roxy Music zu Weltruhm gelangten Brian Ferry (01.07) und der amerikanischen Sängerin und Grammy-Preisträgerin Natalie Cole (05.07.) in der Wiener Staatsoper. Natürlich dürfen im Programm heimische Größen nicht fehlen . Konzerte spielen unter anderem Harri Stojka, S.O.D.A, Meena Cryle & The Chris Fillmore Band, sowie der seit vielen Jahren in den USA lebende Pianist Markus Gottschlich.

Eines muss man dem langjährigen Festivalleiter Fritz Thom lassen. Das wirklich hochkarätige Programm, welches er Jahr für Jahr auf die Beine zu stellen in der Lage ist, braucht im internationalen Kontext keinerlei Vergleiche zu scheuen. Inzwischen zu einem der bedeutendsten Jazzfestivals in Europa aufgestiegen, locken die Konzerte inzwischen mehrere zehntausend BesucherInnen aus den unterschiedlichsten Ländern in die Bundeshauptstadt. Mit Sicherheit liegt der Erfolg des mehrwöchigen Festivals auch darin begründet, dass derBegriff des Jazz von den Veranstaltern nicht allzu eng gefasst wird. So spannt sich der Bogen des Dargebotenen von der traditionellen Spielart des Jazz, über moderne Varianten dieser bis hin zum Pop, Blues, World, Latin und Soul. Darüber bietet das Jazz Fest Wien auch viel Raum für noch nicht ganz so Bekanntes und richtet den Fokus in den verschiedenen Spielstätten der Stadt daher auf hoffnungsvolle junge aufstrebende Talente und vermeintliche Geheimtipps.

Die Liste der internationalen Stars liest sich auch in diesem Jahr imposant. Neben den bereits  vorher erwähnten Größen sind Konzertabende von unter anderem der amerikanischen „Grande Dame des Blues“ Bonnie Raitt, der Soul und R&B Legende Bobby Womack, des Jazz- und Fusiongitarristen George Benson, des britischen Sängers Marlon Roudette oder des Meistergitarristen Mike Stern dick im Kalender anzustreichen. Natürlich darf auch exzellente heimische Kost nicht fehlen. Den Beweis, dass auch hierzulande außergewöhnlich musiziert wird, liefern Harri Stojka, Sängerin Tania Saedi, die Liedermacherinnen Patrizia Ferrara, Agnès Milewski, Susana Sawoff, die Chanson-Jazz-Elektro Combo Playbackdolls, Meena Cryle & The Chris Fillmore Band und Oliver Stegers Quartett S.O.D.A. ab. Ebenfalls aus Österreich stammt der seit seinem siebzehnten Lebensjahr höchst erfolgreich in den USA wirkende Pianist und Komponist Markus Gottschlich, der im Reigen am 10. Juli gemeinsam mit Jose Javier Freire, Peter Herbert und Franz Hackl eine Kostprobe seines Könnens abliefern wird.

Alles in allem kann man auch diesmal sagen,  dass das Jazz Fest Wien seinem Publikum einmal mehr ein echtes Musikereignis bietet, welches mit seiner enormen stilistischen Vielfalt und hohen Qualität wohl allen Ansprüchen gerecht werden sollte. (mt)

Paolo Conte © Cesare Cicardini
Harri Stojka © Michael Sinn

http://www.viennajazz.org