Nominiert für den ersten Österreichischen Musikvideo Preis: "My Hometown" von Love & Fist.

Erstmals vergibt in diesem Jahr die VIS – Vienna Independent Shorts in Kooperation mit Screensessions, poolinale und dem mica – music austria den Österreichischen Musikvideo Preis. Unter den Einreichungen findet sich auch das Video zu „My Hometown“ von Love & Fist.

Hinter Love & Fist stecken die beiden Kindheitsfreunde Jakob Kubizek und Stefan Deisenberger. Auf ihrer 2012 erschienen EP findet sich die Single “My Hometown”, auf welcher Love & Fist eine jugendliche Heimat portraitieren, die oft nicht mehr gibt, aber nach der man suchen kann und die man idealisiert, als wäre sie ein alter Freund, eine Form der Geborgenheit, die der erwachsene Mensch auch mal vermisst. “I came for your smell, your youth, your beauty”, singt Kubizek mit einem guten Schäufelchen Pathos in der Stimme. Gitarrenschläge gepaart mit Schellen und Schlagzeug untermauern die scheinbare Schwere der Retrospektive. Im Video inszenieren und persiflieren die beiden Musiker eine Ode an die eigene Herkunft, wie man sie von bestimmten deutschen Hip-Hoppern kennt. Mit andächtiger Miene sitzen die beiden erwachsenen Männer, mit dem Kopf zur Musik nickend, auf ihrem BMX und ziehen in Zeitlupe an vorstädtischen Neubausiedlungen vorbei. Deisenberger trägt eine Krone, als wäre er der König seines Bezirks und gemeinsam schaukeln, posen und tanzen sie in Anlehnung an ein kindliches Ich.

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Produziert ist diese vermutlich nicht todernst gemeinte Geschichte mit viel Feingefühlt und Authetizität, nicht weiter verwunderlich, da Kubizek selbst als Produzent und Regisseur bei Jenseide wirkt. Es lässt die Protagonisten in einem authentischen Licht dastehen. Das Resultat ist eine Video mit homemade Charakter, das nicht idealisiert, sondern vielmehr unverblümt die Tristesse des regnerischen Tages abbildet und gerade dadurch überzeugt. Gemeinsam mit Jenseide schaffen es Love & Fist an der Grenze zwischen Theatralik und humoristischer Selbstdarstellung eine ehrliche und gar nicht so schwer wiegende Message zu verfassen, die musikalisch und bildlich getragen wird und die eigene Erinnerung anregt. Ein reduziertes und absolut gelungenes audio-visuelles Werk, das auf direktem Wege auf die Gefühlswelten des Rezipierenden einwirkt.

Foto: Andreas Jakwerth

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