Als das Salzburger Rockhouse vor 20 Jahren eröffnet wurde, nahm die “Musikstadt” Salzburg endlich auch Musik jenseits von Klassik und Festspielen wahr. Zwar gab es vereinzelte Konzertstätten (etwa die ARGE Nonntal. der Petersbrunnhof oder das Volksheim der KPÖ), aber die waren entweder nicht ausschließlich auf Musik ausgerichtet oder programmierten nicht selber. War es für heimische Bands schon schwierig zu Auftrittsmöglichkeiten zu kommen, so machten internationale Acts meist einen Bogen um die Mozartstadt. Wer damals in Salzburg lebte und Musik “am Puls der Zeit” hören wollte, musste daher notgedrungen entweder nach München, Linz oder Wien fahren. Mit dem Rockhouse fiel das zwar nicht grundsätzlich weg, aber nun gab es endlich auch vor Ort einen Ort, an dem nicht nur tolle Konzerte stattfanden, sondern sich die Szene auch zur Interaktionen treffen konnte. Die Geschichte des Salzburger Rockhouse zeigt dabei vor allem auch, wie wichtig Veranstaltungsorte sind, die sich nicht nur als reine Konzertdienstleister sehen, sondern auch soziokulturelle Aspekte zu ihren Aufgaben zählen. Das mica-Interview mit Rockhouse-Geschäftsführer Wolfgang Descho führte Didi Neidhart.
Wie muss man sich die Situation in Salzburg vor dem Rockhouse vorstellen? Was gab es, bzw. was gab es nicht?
Wolfgang Descho: Ende der 70er, Anfangs der 80er gab es wenige Bands, eine nur geringer Öffentlichkeit und keine Infrastruktur (Proberäume, Auftrittsmöglichkeiten…). Konzerte mit internationaler Beteiligung gab es fast keine. Interessierte mussten immer nach München,Wien oder Linz ausweichen.
Ab wann gab es die Idee zu einem “Rockhouse” und wie ist dann der Weg bis zur offiziellen Eröffnung verlaufen?
Wolfgang Descho: Die konkrete Idee zu einem Rockhouse entstand ca. Ende 80 Anfang 81. Mehrere Musiker (u.a. Josh / Ginga Rale) trafen sich im Stern Bräu um gegen die triste Situation in Salzburg was zu unternehmen. Anfangs noch unter dem Großprojekt ARGE Rainberg (aus dem später die ARGE Nonntal bzw. ARGEkultur hervorging, Anm.) angesiedelt, entwickelte sich bald das eigene Projekt Rockhouse.Die erste öffentlichkeitswirksame Aktion der “Musiker Initiative Salzburg” (oder auch Mad(e) in Salzburg) war das Drei-Tages-Fest im Volksheim der KPÖ Anfang Oktober 1981, wo 19 Bands 26 Anzeigen wegen Ruhestörung erspielten.
Du bist ja seit Beginn, auch schon bei der “Musiker Initiative Salzburg” (MIS), mit dabei. War da deine Rolle als Geschäftsführer des Rockhouse schon immer klar, oder hat sich das erst mit der Zeit herauskristallisiert?
Wolfgang Descho: Das hat sich wirklich erst mit der Zeit herauskristallisiert. 1985 gründeten wir den Verein Pro-Ton, der dann vom Kulturausschuss der Stadt Salzburg unter der Leitung des Schauspielers Herbert Fux eine Wohlmeinung für das Projekt Rockhouse erhielt. Ich habe in der Zeit – vor allem wenn sich gar nichts mehr bewegte und sich Resignation breit machte – Durchhaltevermögen bewiesen und einfach nie aufgegeben und es immer wieder versucht. Man lernt ja auch dazu…
Und so veranstalteten wir 1990 zwei Rockhouse-Band-Aid- Veranstaltungen, die den Durchbruch bedeuteten. Dannach ging es rasch: das jetzige Gebäude wurde gefunden, wir präsentierten unser – in jahrelanger Arbeit entstandenes – Konzept. Und in einer vom damals zuständigen Bürgermeister-Stellvertreter Dr. Fartacek einberufenen Runde, zu der alle MusikerInnen eingeladen wurden, wurde ich von den MusikerInnen einstimmig zum Geschäftsführer bestimmt.
Machen wir mal einen Rückblick: Wie sehr hat das Rockhouse (etwa durch Reihen wie “Local Heroes”) die Salzburger Musikszene verändert? Salzburg hat ja leider nach wie vor den Ruf nicht unbedingt so schnell wie andere österreichische Städte “am Puls der Zeit” zu sein.
Wolfgang Descho: Natürlich hat das Rockhouse die Musikszene in positiver Weise verändert. Das Angebot von Proberäumen, Workshops, Auftrittsmöglichkeiten (nicht nur das angesprochene “Local Heroes” sondern auch die Möglichkeiten als Support-Act aufzutreten oder auch selbst Konzerte zu veranstalten) und auch das Rockhouse als Treffpunkt blieb da nicht ohne Wirkung. Sowohl die Quantität, als auch die Qualität stieg beträchtlich an. Ein paar Top-Leute wird es immer geben mit oder ohne speziellem Haus. Aber die Qualität stieg auch in der Breite ganz enorm an. Und daß es bei den ganz jungen Bands nicht nur Wunderkinder gibt, ist ja auch klar. Dennoch ist es klar, daß – wenn ich fast täglich mit dem nationalen und internationalen Topgeschehen konfrontiert werde – , sich auch der eigene Horizont erweitert und man nicht mehr so schnell mit etwas zufrieden ist. Auch der Mut steigt. Sehr gut hört man das bei dem jährlich erscheinenden “XtraOrdinary”-Sampler. Das Feedback der Agenturen, die konkreten Ergebnisse (Plattenvertrag, Künstlervertrag, Gigs etc.) sprechen da für sich. Ich glaube auch, daß einige der Bands gar nicht mehr so richtig als Salzburger Band wahrgenommen werden sondern einfach als tolle Band aus Österreich, wie z.B. The Steaming Satellites, Been Obscene, The Helmut Bergers oder The Makemakes um nur einige zu nennen.
Neben Konzerten gehören ja auch Workshops, Service-Angebote, etc. zum Selbstverständnis des Hauses. Wie werden diese Angebote angenommen?
Wolfgang Descho: Die Workshops sehe ich als sehr wichtiges Angebot des Rockhouse an. Einerseits auf der motivierenden Seite wo wir mit unseren “Rock the Family”-Workshop für die ganz Jungen (5-10 Jahre) und den Schnupper-Workshops Lust auf Musik machen. Andererseits die fachliche Seite wo wir mit verschiedenen Partnern (auch mit der mica !) ein breites Angebot für MusikerInnen fast immer kostenlos anbieten. Manchmal entdecken die MusikerInnen leider zu spät, wie nützlich der eine oder andere Workshop wäre. Da gehen dann vier bis fünf Personen begeistert aus dem Workshop heraus und dann wirst du ein paar Tage später von anderen MusikerInnen bei Konzerten oder an der Bar gefragt, wann denn zu diesem Thema ein Workshop stattfindet… Aber meistens werden die Angebote recht gut angenommen und vor allem das Feedback der Teilnehmer ist sehr positiv.
Seit einigen Jahren gibt es mit dem “Yeah!Club” (der jedoch gerade eingestellt wurde), dem “Stuck!Festival”, der neuen Reihe “Eleven Empire” oder den “Circus Concerts” spezielle Reihen innerhalb des Rockhouse. Wie ist es dazu gekommen? Sind da Leute an euch herangetreten, oder habt ihr da selber quasi “blinde Flecken” erkannt und dann nach geeigneten Leuten gesucht?
Wolfgang Descho: Das Rockhouse war immer ein offenes Haus. Wir arbeiten mit einer sehr schlanken professionellen Basis und haben immer mit interessierten Leuten zusammengearbeitet. Sei es durch regelmässige Tipps von “SpezialistInnen”, sei es durch die Entwicklung einer eigenen Reihe. Das wichtigste ist – wie so oft im Rockhouse – das “Gute Zuhören können”. Durch die Offenheit und Zusammenarbeit treten natürlich Leute gerne an uns heran, genauso luden und laden wir Leute ein, um mit uns gemeinsam interessante Sachen zu entwickeln oder einfach auszuprobieren. Ich spreche vom Rockhouse oft als kreative Baustelle, das passt ganz gut.
In den letzten 20 Jahren hat sich im Musikbusiness ja sehr viel verändert. Vieles wurde professioneller jedoch gleichzeitig auch durch ökonomisiert, die grossen Festival nehmen den kleineren und mittleren Veranstaltungsorten auch unter dem Jahr spürbar Publikum weg und durch “das Internet” ist die an sich schon unübersichtliche Musik-Szene zwar zugänglicher aber eben auch noch undurchdringlicher geworden. Wie hat das Rockhouse auf diese Entwicklungen reagiert? Gab es da auch mal ernsthaftere Krisensituationen?
Wolfgang Descho: Nein, ständige Veränderung und Entwicklung ist ja ganz in unserem Sinne – siehe auch “kreative Baustelle”. Das durch das offene Haus gegebene Netzwerk ist da ganz wichtig, denn eine Person kann natürlich nicht mehr den vollständigen Überblick bewahren. Da müsste der Tag mindestens 48 Stunden haben… Und klar gibt es da Up and downs. Z.B. daß die MusikerInnen jetzt mehr von Konzerteinnahmen und weniger von den CD-Verkäufen leben ist natürlich für uns nicht gerade positiv, was das ökonomische anbelangt. Und ganz allgemein ist es schwieriger geworden, weil einfach der Aufwand enorm gestiegen ist.
Das Rockhouse hatte ja schon seit Beginn einen relativ grossen Rückhalt in der Salzburger Bevölkerung. Auch der politische Wille war da. Aber wie schaut es mit der Finanzierung, mit Subventionen aus? Kann man sich da einfach auf den Good Will verlassen, oder muss immer wieder neu verhandelt werden?
Wolfgang Descho: Da muss man klar unterscheiden. Mit der Stadt Salzburg gibt es eine mittelfristige Fördervereinbarung (drei Jahre) mit einer fairen Dotation. Natürlich muss auch hier regelmässig neu verhandelt werden. Hier gibt es aber Planungssicherheit und eine sehr gute Zusammenarbeit. Mit dem Land gibt es mittlerweile auch eine Zielvereinbarung auf zumindest zwei Jahre, die Dotation müsste etwas höher sein. Eine schlichte Katastrophe ist der Bund. Keine längerfristigen Vereinbarungen und eine Dotation die genau 2% unseres Budgets beträgt. Aber im Grunde wandeln wir immer am Rande des Nervenzusammenbruchs (lacht).
So bekommen wir z.B. auch für das “Stuck!Festival” keine extra Gelder, Reserven gibt es sowieso nicht und auch unsere Bezahlung ist sehr schlecht. Im Rahmen meiner 20 Jahre-Interviews stellten einige Journalisten bei diesem Thema sogar fest, daß unsere niedrigen Gehälter eigentlich nur peinlich sind.
Als was hat sich das Rockhouse 1993 gesehen und als was sieht sich das Rockhouse 2013?
Wolfgang Descho: Als wir vor 20 Jahren das Rockhouse eröffnen konnten, war unser Ziel klar definiert: Angebot eines regelmäßigen Konzertbetriebes, der auch die internationale und auch nationale Szene „am Puls der Zeit“ präsentiert. Förderung und Arbeit mit und Infrastruktur für die heimischen Musikszene.
All dies haben wir umgesetzt. Aber was hat sich alles geändert ? 1993 waren wir mit einem Faxgerät und einem Anrufbeantworter und zwei kleinen Apple Würfel (einer steht immer noch in meinem Büro…) modernst ausgerüstet. Und die meisten Bands gingen auf Tour um ihre neue CD zu promoten, da die Haupteinnahmequelle der KünstlerInnen im CD-Verkauf und den Tantiemen lag. Heute ist das bestenfalls ein Zubrot und die KünstlerInnen leben eher von Einnahmen aus Live-Gigs. Das wiederum erschwert uns natürlich die Finanzierbarkeit bekannter Bands.
1993 war die Musikszene und ihre verschiedenen Genres leicht überschaubar, heute ist sie auch durch die rasant entwickelten technischen Möglichkeiten viel weitschichtiger und schnelllebiger, was unsere Arbeit sehr spannend und das Verfallen in Routine unmöglich macht. Rock war 1993 irgendwie schräg, heute ist es normal, daß wir in den verschiedensten Rock-Stilen auch ein Musiklieferant sind. In Salzburg ist das Jazzit als Veranstalter dazugekommen, es gibt mehr Kulturbauten wie das Odeon, das VA Zentrum Hallwang, das Oval, die Bachschmiede etc. wo überall auch Sachen passieren, die früher auch bei uns waren. Aber interessanterweise spielen wirklich neue Bands, innovative Bands wie z.B. beim” Stuck!” Festival doch meistens im Rockhouse. Gleich bleibt, das allen technischen Quantensprüngen zum Trotz das Live Erlebnis ein einzigartiges, meist sehr intensives Ereignis ist und bleibt – die letzten 20 Jahre und sicher auch die nächsten 20 !
Wie gestaltet sich das Verhältnis zu anderen Salzburger Konzertorten wie ARGEkultur und Jazzit?
Wolfgang Descho: Das Verhältnis ist gut. Als das Jazzit aufgesperrt wurde, gingen wir natürlich mit unseren Jazzveranstaltungen sofort zurück. Ansonsten gibt es gute persönliche Kontakte und auch kleinere Kooperationen.
Trotz 20 Jahren Rockhouse: Was fehlt noch, wo gibt es blinde Flecken? Es ist ja auch bekannt, dass viele MusikerInnen (nach dem Ende der Schule, dem Studium, etc.) die Stadt eher lieber heute als morgen verlassen und dann halt meist von Wien aus ihre Projekte angehen.
Wolfgang Descho: Spezifisch fehlt vor allem der Managementbereich für die KünstlerInnen. Die Risikobereitschaft der ZuhörerInnen etwas neues zu entdecken hat auch noch Luft nach oben (lacht). Allgemein muß man hier auch das Gesamtklima in Salzburg bedenken, welches ja eher konservativ ist. Wir gehören sicher zu dem kleineren Teil, der Urbanität und Offenheit in die Stadt bringt.
Wie schwer ist eigentlich der Spagat zwischen dem Halten des (alten) Stammpublikums und dem Ansprechen von jüngeren Publikumsschichten? Gibt es da Überschneidungen, oder läuft das bei den Konzerten dann eher getrennt?
Wolfgang Descho: Überschneidungen gibt es schon, aber eher selten. Aber sonst ist es nicht schwer beide Gruppen zu bedienen. Das “jüngere” Publikum, das noch öfters fortgeht, sucht auch vermehrt nach guten Angeboten und wir versuchen ihnen dieses im Rockhouse auch anzubieten. Das “ältere Publikum” wächst zwar mit, aber Familie, Karriere etc. lassen einen halt nicht mehr so oft wie in jungen Jahren fortgehen. Das heißt, das Angebot wird sich dementsprechend danach richten. Es ist aber durchaus so, daß “ältere” regelmässige Besucher des Rockhouse sich auch für etwas neues interessieren. Insgesamt haben wir natürlich mehr “junge” Besucher. Da wir auch viel für die jungen MusikerInnen tun, bringen die wieder ihr junges Publikum mit usw. Also ein Problem das wir sicher nicht haben, ist, daß wir überaltern.
Das Rockhouse war in der Vergangenheit auch immer für Experimente offen und hatte auch unzählige Acts, bevor sie richtig bekannt geworden und somit nicht mehr leistbar waren. Aber gab es da auch Sachen wo ihr zu früh dran gewesen seid, so das gewisse Sachen (noch) nicht funktioniert haben?
Wolfgang Descho: Das passiert immer wieder einmal. Wir stehen dann mit den besonders interessierten im Publikum, freuen uns über einen sensationellen musikalischen Abend, und wundern uns, daß nicht mehr Leute risikofreudig bei der Auswahl ihrer Konzerte sind. In diesem Punkt geben wir sowieso nie auf !
Nach 20 Jahren ist das Rockhouse ja auch eine fixe Institution geworden. D.h., es gibt nahe liegender weise auch bürokratische Abläufe, automatisierte Arbeitsweisen, etc., die nicht unbedingt direkt etwas mit Musik zu tun haben. Wie schafft man es da die Leidenschaft am Leben zu erhalten? Oder gibt es da auch immer wieder Durchhänger, wo man sich dann quasi wieder selber motivieren muss?
Wolfgang Descho: Klar gibt es die Gefahr der Durchhänger, aber wir haben das Glück, daß das Medium Musik nie langweilig wird, wir dauernd mit interessanten Leuten zu tun haben und wir durch unsere offene Arbeitsweise dauernd mit jungen, neuen Personen zusammenarbeiten dürfen. Ich glaube das wichtige dabei ist, in jeder Hinsicht GUT ZUHÖREN zu können. Die rein bürokratischen Abläufe schau ich mir immer dann wieder genauer an, wenn es Kritik an diesen gibt. Ich sehe es auch so, daß unser relativ kleines Kernteam so arbeitet, daß für die künstlerische Seite möglichst wenig von Bürokratie etc. zu spüren ist. Auch gute Live-Shows anschauen baut ja wieder auf…
Was waren die Highlights und was die Gegenteile davon in den letzten zwei Jahrzehnten Rockhouse?
Wolfgang Descho: Unzählige. Das wichtigste für mich war aber die Eröffnung, weil da klar war, daß es endlich losgeht. Ansonsten sind glaub ich Up and Downs normal, wobei die Ups bei weitem überwiegen.
Wie geht ihr mit Kritik um, wenn sich etwa Leute darüber beschweren, dass gerade “ihre Musik” zu wenig im Programm vorkommt?
Wolfgang Descho: Zuerst einmal hören wir gut zu und je nach Kritik versuchen wir sie uns zu Herzen zu nehmen. Oft liegt es aber nicht nur an uns, daß gewisse Dinge bei uns nicht passieren oder passieren können. Und bei aller Offenheit müssen im Endeffekt wir entscheiden, was wir mit unseren nicht gerade üppigen finanziellen Möglichkeiten machen. Wir laden aber oft gerade die KritikerInnen ein selbst aktiv zu werden. So sind schon einige gute Projekte entstanden.
Ende November veranstaltet das Rockhouse Christina Stürmer. Das hat bei nicht wenigen zu einigem Kopfschütteln geführt. Wie siehst du das? Ist im Rockhouse grundsätzlich alles möglich, oder gibt es (Schmerz-)Grenzen?
Wolfgang Descho: Natürlich gibt es Schmerzgrenzen. Aber jeder Veranstalter kann das Rockhouse auch anmieten und dann ist natürlich auch Musik im Rockhouse möglich, die wir selbst nicht veranstaltet hätten. Im konkreten Fall Christina Stürmer sehe ich kein Problem so was ein, zwei mal im Jahr zu machen. Erstens kann Christina Stürmer was. Sie ist eine erstklassige österreichische Künstlerin und sie hat den guten Geschmack, daß sie genau bei uns spielen will (lacht). Für das Rockhouse bedeutet das aber auch, daß neue Gäste das Rockhouse kennenlernen und das nächste Mal keine Scheu mehr haben, ein anderes Konzert bei uns zu besuchen.
Kann schon gesagt werden, was in Zukunft geplant ist? Wohin geht das Rockhouse, bzw. wohin will es?
Wolfgang Descho: Wir werden auch in Zukunft unser Konzept weiterverfolgen. Das Rockhouse als kreatives Arbeitshaus, als Veranstaltungsstätte und Treffpunkt. Wir wollen den Musikfans, Musikfreaks und Musiknerds ein zuhause geben wo sie hochqualitative neue Bands sehen können. Wir wollen für die „Ich-will-neue-Musik-entdecken-Kids“ – die stundenlang in den Tiefen und Untiefen des Internets danach suchen – was tun, ihnen tolle junge zeitgenössische Bands und Vorbilder anbieten und werden trotzdem in der Vielfalt aber auch nicht auf bewährtes verzichten oder auch, wenn es passt die eine oder andere Legende einschieben.
Wir wollen mit dem Rockhouse auch die Internationalität, die Position und den Stellenwert der Kultur- und Musikstadt Salzburg zeitgemäß und vor allem zeitgeistig unterstreichen. Die Kombination aus internationalen Newcomern, etablierten Bands, frischen österreichischen Acts, jeder Menge DJs und natürlich – ganz wichtig – unsere heimische Szene wird es auch in Zukunft geben. Es geht um Musik.
Ein Teil des Teams ist ja schon seit Anfang mit dabei. Gibt es da einen Zeitpunkt, wo ans Aufhören gedacht wird?
Wolfgang Descho: Zuerst einmal Never change a winning Team. Solange ein Team gute Arbeit leistet und das auch anerkannt wird, sehe ich wenig Anlaß zu wechseln. Der Jugendwahn wird ja heutzutage schon etwas übertrieben. Jung ist man vor allem im Kopf. Und in unserem Team sind immer junge Köpfe dabei und durch unsere offene Arbeitsweise ist die Gefahr einer Betriebsblindheit relativ gering. Wann aber wer wirklich aufhört, das muß jeder und jede für sich selbst am besten wissen. Ich höre auf, wenn ich aufwache und denke “ich MUSS heute ins Rockhouse arbeiten gehen”. Wobei ich es natürlich am einfachsten habe, da der Job des Geschäftsführers am wenigsten was mit dem Alter zu tun hat. Aber wenn ich mir die wenigen “Langgedienten” des Rockhouse ansehe und das Leuchten in ihren Augen bei einem gelungenen Abend sehe, denke ich nicht, daß wir großen Rotationsbedarf haben.
Am 19.10.2013 steigt ja die “20th Rockhouse Birthday Party”. Gibt es da Spezielles zum runden Jubiläum?
Wolfgang Descho: Die Party spiegelt in gewisser Weise unsere Programm Philosophie wieder. Tolle interessante internationale Acts, wie Friska Viljor, FM Belfast, Sepalot oder The Scanners und natürlich viele österreichische Spitzen Künstler wie z.B. Sado Maso Guitar Club, The Makemakes, Iriepathie oder die Black White Grays. Dazu gibt es diesmal außergewöhnliche Visuals mehr will ich dazu jetzt nicht verraten. Aber eines ist fix: Ordentlich gefeiert wird auf jeden Fall.
Danke für das Interview.
20th Rockhouse Birthday Party
Sam, 19.10.2013 – 18.00 Uhr
FM Belfast (IS), Friska Viljor, Sepalot live *Turntables * MPC * Drummer (Blumentopf / Eskapaden Musik / Munich) (DE), Scanners (UK), The Makemakes (AT), The Sado Maso Guitar Club (AT), The Black White Gray (AT) play Led Zeppelin I + II, YC DJ Team (AT/DE)
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Rockhouse Salzburg
Schallmooser Hauptstrasse 46
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