
Wer mit den vielen Betätigungsfeldern von Julia Lacherstorfer (u.a. ALMA, Neuschnee, Aufstrich) und Simon Zöchbauer (u.a. Federspiel) vertraut ist, der kann sich schon in etwa ausmalen, in welche Richtung es die beiden verschlägt. Das einfache Wiedergeben oder Zitieren des Altbekannten ist von ihnen definitiv nicht zu erwarten. Wobei die beiden aber keineswegs einen Hehl aus ihren musikalischen Wurzeln machen. Sie stammen aus der Volksmusik, sind mit ihr aufgewachsen und haben sie immer auch schon gespielt, nur vielleicht eben nicht unbedingt traditionskonform, sondern immer auch mit einem Blick über den eigenen musikalischen Tellerrand hinaus. Im ihrem gemeinsamen Duo Ramsch & Rosen spinnen die Oberösterreicherin und der Niederösterreicher diesen Ansatz nun weiter. Sie verweben die Volkmusik in kunstvoller Weise mit Elementen anderer Spielformen und Stile, sie lassen deren Melodien auf den Jazz, die Klassik und auch andere Weltmusiken treffen, und entheben sie dadurch mit erfrischend undogmatischer Note ihrem ursprünglichen Kontext.
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“Bellver” ist ein Album geworden, das, je öfter man es sich anhört, mehr und mehr wächst und an Intensität gewinnt. Ramsch & Rosen bringen Stücke zu Gehör, die einfach träumen lassen und einladen, sich entspannt zurückzulehnen, um sich voll und ganz diesem wunderbaren Hörerlebnis hinzugeben. (mt)
Foto Ramsch & Rosen: Philipp Kerber
Lotus Records