Lausch – Canada is falling

Erfrischend abwechslungsreiche, harte und auf einem technisch hohen Level angesiedelte Rockmusik mit genug Ecken und Kanten, genau mit einer solchen fahren die drei Jungs von Lausch auf ihrem neuen Album „Canada is falling“ (Limupic Records) auf. Die in Wien ansässige Band zeigt, dass sie es versteht, anspruchsvolle und den herkömmlichen Formaten entgegengesetzte Nummern mit einer wirklich eigenen Note aus den Ärmeln zu schütteln. Und das, ohne sich auch nur einen Moment lang an irgendwelchen modischen Strömungen zu orientieren.

Hier ist hörbar eine Band am Werken, deren Musikverständnis dann doch weit über die üblichen vier Akkorde hinausreicht. Beschlagen an ihren Instrumenten versuchen Arnold Zanon (Bass), Matthias Ledwinka (Schlagzeug) und Alexander Lausch (Gitarre) sich mit ihrer Musik bewusst etwas außerhalb des gewöhnlichen 08/15 Rock-Spektrums zu positionieren. Anstatt sich an den gewöhnlichen Formaten und Strukturen entlangzuhanteln, herrscht bei dem Trio vielmehr das Verständnis, doch einen eigenständigen Weg zu gehen und der eigenen strukturierten Verspieltheit viel Raum zu bieten.

Zwischen richtigen Krachern und eher ruhigen, aber nicht weniger abwechslungsreichen Passagen formen sich Lausch aus den verschiedensten Versatzstücken einen eigenwilligen und vielschichtigen Sound. Mal üben sie sich im Stoner Rock, mal im modernen alternativen stimmungsvollen (Post-) Rockbereich, um im nächsten Moment den Wechsel hin zu 70er Jahre  Progressiv Hardrock zu vollziehen. Dazwischen scheuen die drei Musiker auch nicht zurück, es gelegentlich auch richtig laut und heftig  werden zu lassen, was das ohnehin schon sehr variantenreiche Ganze im Ergebnis noch abwechslungsreicher erklingen lässt.

Klar, das Rad des Rock der etwas härteren und intensiveren Gangart wird von den Wienern nicht neu erfunden, die Art aber, wie das vermeintlich Bekannte mit neuem Leben erfüllt wird, zeugt doch von hoher Qualität. Namen, die  einem beim Durchhören der insgesamt neun Tracks gelegentlich in den Sinn kommen, sind Audioslave (und das nicht nur wegen der gewissen stimmlich-schrägen Ähnlichkeit von Alexander Lausch zu Chris Cornell) und Foo Fighters in ihren etwas heftigeren Momenten.

Trotz der nicht von der Hand zu weisenden Komplexität der Kompositionen gelingt es dem Dreiergespann, diese dennoch sehr gefällig und ohne jegliche Sperrigkeit erklingen lassen. Die unkonventionellen Nummern erschließen sich schnell und wissen auch nach mehrmaligem Hörgenuss zu überzeugen. (mt)

http://www.lauschmusic.com
http://www.limupic.com