KI News: Was läuft gut, was falsch?

Ein Beitrag des Dachverbands der Independent Musikwirtschaft Österreichs (VIMÖ) – Kaum ein Tag vergeht ohne „Breaking News“ aus der KI-Welt. Hast Du noch einen Überblick? Wir versuchen hier, die diesbezüglich wichtigsten Entwicklungen dieses Sommers zu sortieren, einzuordnen und mit aller Vorsicht zu bewerten. Bitte bedenke, dass auch wir so wie die KI nicht immer richtig liegen…

Kennzeichnung: IMPALA, WIN, IFPI und weitere gewichtige Player der globalen Musikwirtschaft haben sich auf eine gemeinsame Forderung nach klarer und einheitlicher Kennzeichnung von Musik geeinigt. Wichtig ist die Unterscheidung von „AI-Generated“ und „AI-Assisted“: Während komplett KI-generierte Musik von mehreren Streaming Plattformen (z.B. qobuz oder DEEZER) generell nicht mehr algorithmisch vorgeschlagen oder in kuratierten Playlists berücksichtigt wird, lavieren andere (inkl. Spotify) leider noch herum und versuchen offenbar Zeit zu gewinnen. Immerhin hat man sich bei Spotify kürzlich dazu durchgerungen, KI-generierte Artist Identities als solche zu kennzeichnen.

Nutzungsentgelte: Der Trend zur seriösen Lizenzierung von Musik, die als Vorlage für KI-Tracks genutzt wird (Training) ist erfreulich. Selbstverständlich muss die lizenzierte Nutzung durch KI-Modelle aber neben den Entgelten für die Rechte sowohl die Namensnennung als auch die Opt-Out-Möglichkeit auf Trackebene vorsehen, so wie das bei allen Rahmenverträgen der Fall ist, die MERLIN mit Plattformen abschließt: Zuletzt etwa jene Vereinbarung mit SPOTIFY, die eine Nutzung von Musik durch Fans für Remixes und Coverversionen ermöglicht.

Massenuploads: Beängstigend sind die Mengen an KI-generierten Tracks, die Tag für Tag bei den Plattformen hochgeladen werden. Laut Deezer lag die Anzahl dieser Track-Uploads im April 2026 noch bei 75.000 pro Tag und im Juli bereits bei nahezu 90.000, was mehr als die Hälfte aller täglichen Uploads bedeutet. Diese Flut bedeutet nicht nur ökologischen Wahnsinn (Rechenleistung während der „Produktion“, Bandbreite beim Upload, Server Space), sondern verwässert auch zunehmend die Lizenzeinnahmen für mit menschlicher Kreativität produzierte Musik. Dass Suno als eines der verbreitetsten KI-Modelle für Musikproduktion ab 3. September die Anzahl der Track Credits beim  Pro Account auf 20 pro Monat beschränkt, ist ein Schritt in die richtige Richtung. Doch das reicht noch nicht, denn mit ein paar € mehr lässt sich diese Grenze auf 60 pro Monat erhöhen und mit dem Tarif „Suno Studio“ bleibt die Anzahl weiterhin unbegrenzt.

Schräge Entwicklungen: Besagte Generator-Plattform startete kürzlich ein Förderprogramm für „Unsigned Artists“, die Suno für die Produktion ihrer Musik verwenden – Teil des Fördervertrags ist allerdings auch die Verpflichtung, nichts Negatives über die Plattform zu sagen oder zu schreiben. Hmmm – was soll denn das werden?
Und dann gibt es bald noch die Möglichkeit, die eigene mit Suno kreierte KI-Musik für ca. USD 45,- auf Vinyl pressen zu lassen. Darauf haben wir doch schon immer gewartet, oder?

Watch what you sign: Angesichts dieser rasanten und unaufhaltsamen Entwicklungen wird es immer wichtiger, Verträge vor der Unterzeichnung genau zu prüfen und bestehende Verträge auf problematische Bestandteile zu untersuchen, um gegebenenfalls Ausstiegsmöglichkeiten nutzen zu können. Unser Europäischer Dachverband IMPALA hat zu diesem Thema ein hilfreiches Merkblatt erstellt, das Du Dir ansehen solltest!

Zum IMPALA-Merkblatt „Watch what you sign” (PDF)

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