
Man sollte mit Superlativen ja sonst eher sparsam umgehen, aber eines kann man nach dem Durchhören des neuen Albums des Trios Kahiba schon sagen, es besitzt einfach Klasse, und zwar eine über das Normalmaß hinausgehende. Heinrich von Kalnein (Saxophone, Flöte), Gregor Hilbe (Schlagzeug, Loops & Samples) und Christian Bakanic (Akkordeon, Fender Rhodes, Klavier) ziehen auf „The Sixth Sense“ alle Register ihres Könnens und zeigen wirklich allen Belangen, was sie auf dem Kerbholz haben.
Dramatische Spannungsaufbauten und -steigerungen, wunderbar harmonische Übergänge, plötzlich eintretende Brüche, hin und wieder eingeworfene Klangexperimente, ein steter Wechsel zwischen packenden Improvisationen und gediegene Zurückhaltung, fast schon poetische Eleganz, Eigenwilligkeit, Grenzüberschreitungen zwischen den unterschiedlichsten Spielformen, all diese Dinge und natürlich auch vieles mehr findet im vielschichtigen und facettenreichen musikalischen Universum von Kahiba Platz. Mehr noch, was den drei Musikern ganz offensichtlich mit spielerischer Leichtigkeit von der Hand zu gehen scheint, ist, die einzelnen Elemente wirklich zu einem funktionierenden Ganzen zu verweben, die Balance zu finden und der enormen Vielfalt eine von jeder Kopflastigkeit befreite Richtung zu geben.

„The Sixth Sense“ ist ein Album geworden, das den Geist ebenso anspricht wie die Seele, das herausfordert genauso wie es Spaß macht, kurz: Was Kahiba bieten, ist schlicht und einfach Jazz in seiner schönsten und spannendsten Form. (mt)
Termine:
02.04. Großer Saal, Presgarten
03.04. gambsbART, Cafe im Uniwall, Graz
04.04. Jörgis Bar, Mitterdorf
05.04. Jazzclub Kammerlichtspiele, Klagenfurt
Foto Kahiba © Thomas Radlwimmer
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