Mit „Open Up Your Senses“(Hideout Records) zeigt der austro-britische Gitarrist John Arman eindrucksvoll, wie sich Jazz klassischer Prägung zeitgemäß interpretieren lässt, ohne dessen Wurzeln aus den Augen zu verlieren. Gemeinsam mit Sänger Pete Simpson sowie Johannes Enders, Renato Chicco und Christian Salfellner präsentiert er ein Album, das Soul-, Modern- und Mainstream-Jazz auf stimmige Weise verbindet. Eigenkompositionen treffen auf Stücke von Max Roach, Horace Silver oder Freddie Hubbard und fügen sich zu einem sehr vielfältigen, aber dennoch sehr runden Gesamtbild zusammen.
Was die Aufnahmen besonders auszeichnet, ist ihre Leichtigkeit. Die Musik swingt und groovt vom ersten Ton an, ohne jemals aufdringlich zu wirken. Elegante Melodien, eingängige Hooks und geschmackvolle Arrangements sorgen dafür, dass die Stücke unmittelbar ins Ohr gehen. Auch wenn es rhythmisch oder harmonisch stellenweise etwas anspruchsvoller wird, bleibt der Zugang stets offen. Die Improvisationen dienen nicht der Selbstdarstellung, sondern fügen sich ganz selbstverständlich in den musikalischen Fluss ein.
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Im Mittelpunkt steht dabei John Armans Gitarrenspiel. Mit seinem klaren Ton, seinem sicheren Gespür für Melodie und seiner unaufgeregten Spielweise verleiht er jedem Stück eine eigene Note. Gleichzeitig lässt er seinen Mitmusikern viel Raum. Das Zusammenspiel mit Enders’ Tenorsaxofon, Chiccos Orgel, Salfellners Schlagzeug und der souligen Stimme von Pete Simpson wirkt lebendig, ausgewogen und von großer Spielfreude geprägt.
„Open Up Your Senses“ schlägt gekonnt die Brücke zwischen Tradition und Moderne. Das Album verbindet den warmen Klang klassischer Jazzaufnahmen mit einer frischen, zeitgemäßen Handschrift und überzeugt durch seine musikalische Geschlossenheit. Entstanden ist eine abwechslungsreiche Veröffentlichung mit vielen starken Momenten, die niveauvoll unterhält und Lust macht, sie immer wieder aufzulegen.
Michael Ternai
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