Jazz Ost-West, gemeinsame Wege, Geschichte und Visionen

Jazz ist Kommunikation zwischen MusikerInnen, Jazz ist Kommunikation zwischen Ländern. Am Mittwoch, den 14. Dezember 2011, findet um 14 Uhr im Wiener Porgy & Bess in der Reihe mica focus eine Diskussionsveranstaltung zum Thema “Kooperationen und Austauschprojekte von VeranstalterInnen und MusikerInnen zwischen Österreich und den Ländern des ehemaligen Osten” statt.

Der Jazzclub Porgy & Bess und das mica – music austria wollen mit dieser Podiumsdiskussion die aktuelle Situation von unterschiedlichen Präsentationsformen und Kooperationen zwischen Österreich und den Ländern des ehemaligen Osten darstellen und analysieren. Die Erfolge von Präsentationen aber auch die Schwierigkeiten in der Umsetzung. Visionen für zukünftige Intensivierungen der kulturellen Kontakte zwischen Länder und MusikerInnen. Jazz als ideale Musiksprache um über einen kulturellen Austausch positive Signale für ein vereintes neues Europa auszusenden.

Panel:
Leitung: Virgil Mihaiu, Rumänien

TeilnehmerInnen
Anna Moser, Polen
Vilem Spilka, Tschechien
Peter Pallai, Ungarn
Sándor Kozlov, Ungarn
Peter Lipa, Slowakei

Die Veranstaltung wird journalistisch in Deutsch und Englisch auf musicaustria.at begleitet und dokumentiert.

Über die Teilnehmer:

Virgil Mihaiu, Rumänien
Autor, Jazzkritiker, Mitglied der Autorenliste bei Down Beat, zur Zeit Direktor Direktor des rumänischen Kulturinstitutes in Lissabon.

Anna Moser, Polen
Arbeit für das polnische Kulturinstitut in Wien. Sie organisiert Konzerte und Tourneen für polnische Musiker in Österreich und österreichische Musiker in Polen. Anna Moser entwickelt auch Kooperationsprojekte zwischen österreichischen und polnischen Musikern.

Sandor Kozlov, Ungarn
Zwischen 2002 und 2007 arbeitete er für das Hungarian Cultural and Science Centre in Moskau. Seit 2007 ist Sandor Kozlov im Veranstaltungsort A38 Ship in Budapest für Festival Projekte und das Marketing zuständig. Er ist Kurator für das My City Festival und managed russische und ungarische Bands.

Peter Lipa, Slowakei
Jazzsänger seit mehr als 40 Jahren. Er ist der Gründer der Bratislava Jazz Days. Er ist einer der Pioniere der slowakischen Jazzszene. Er erhielt 5 Aurel Awards (Der Gammy der Slowakei) und verkaufte bis zu 15.000 CDs von seinen Produktionen.

Vilém Spilka, Tschechische Republik
Kurator des internationalen Jazz Festivals JAZZFESTBRNO, das 2011 sein 10jähriges Bestehen feierte.

Peter Pallai, Ungarn
Curator of the Jazz Program at the Hungarian Cultural Insitute in London. He is organizing a weekly program at a Jazzclub in Budapest. He is a music journalist at the Hungarian radiostation Civil Radio and is a former member of Jazzradio BBC in the UK.
Kurator der Jazzreihe im “Hungary Cultural Insitute” in London. Peter Pallai organisiert auch ein wöchentliches Programm für den „Jazzclub Budapest“. Er ist auch Musikjournalist für die Radiostation Civil Radio und war Redakteur bei Jazzradio BBC in Großbritannien.

Themen zur Diskussion.

Jazz ist eine sehr kommunikative Kunstform. Die Musiker waren immer interessiert mit Kollegen aus anderen Ländern in einen musikalischen Austausch zu treten. Besteht eine historische Tradition zwischen Österreich und den Ländern des ehemaligen Osten im Austausch von Projekten zwischen Musikern der einzelnen Länder?

In Österreich ist es vor allem das Porgy & Bess das immer wieder Schwerpunkte zu Jazz aus den Ländern des ehemaligen Osten umsetzt. Wie einfach ist es solche Schwerpunkte auch in umgekehrter Weise in diesen Ländern zu entwickeln?

Jazz hat ja einen große Geschichte in den Ländern des ehemaligen Osten. Musikplattformen waren vor 30 Jahren in diesen Ländern immer Teil der Jazzszene. Ist das heute auch noch so? Wenn nicht, was sind die Gründe?

In Österreich haben sich die jungen Musiker unter 30 Jahren zu Plattformen zusammengeschlossen, bei den älteren war das nie vorhanden. Wie ist der aktuelle Stand in den Ländern des ehemaligen Osten?

Die Radiosendungen in Österreich zum Thema Jazz sind weniger geworden, TV Sendungen fehlen ganz. Ist die Situation im Osten ähnlich oder sind dort die Möglichkeiten der Ausstrahlung in beiden Medien erhalten geblieben?

Die mediale Landschaft im Bereich Jazz ist in Österreich und in Europa im Abnehmen begriffen, wenn nicht sogar ganz verschwunden. Ist das in den Ländern des Osten ähnlich, oder spielen Printmedien eine stärkere Rolle im kulturellen Leben?

EU Kulturförderung ist danach ausgerichtet, vor allem die Zusammenarbeit zwischen mindestens drei Ländern zu forcieren und bleibende Netzwerke zu entwickeln. Dafür ist aber von den in einem EU Projekt beteiligten Organisationen ein gar nicht so geringer finanzieller Basisanteil bei den Einreichungen notwendig. Besteht aufgrund dieser Tatsache und der finanziellen Situation von Organisationen im Osten eine deutlich geringere Möglichkeit Projekte unter dem Gesichtspunkt von Zusammenarbeit zu verwirklichen?

Gibt es einen politischen Willen diesen Zustand zu ändern?

Was wären die Schlüsse, wie sich eine effektive EU Kulturförderung positionieren sollte um jenen Ländern mit einer geringeren Leistung für kulturelle Projekte eine höhere Chance in der Umsetzung zu geben?

Die junge österreichische Szene ist in seiner Stilistik eher einer experimentierenden Richtung zuzuordnen. Ist das in den Ostländern ähnlich. Wenn nein warum nicht?, Wenn ja, warum gibt es wenige gemeinsame Projekte zwischen den Musikern einer eher neueren musikalischen Stilistik?

Für Veranstalter ist es oft interessant mit Partnerveranstaltern in anderen Ländern gemeinsame Projekte bzw. Programmierungsschwerpunkte zu entwickeln. Aus einem historischen Kontext heraus sind solche Projekte meist auf US amerikanische Musiker ausgerichtet. Was ist der Grund, oder ist diese Einschätzung nicht richtig?

Auf politischer Ebene werden immer wieder Kulturplattformen initiiert und als wichtig erachtet. Haben diese Plattformen eine sichtbare Umsetzung in den Realitäten von Jazzveranstaltern? Als Beispiel sei etwa die Kulturplattform Mitteleuropa oder die neue gegründete Plattform Kultur der Donauländer genannt?

Gibt es regelmäßige Zusammenkünfte zwischen Veranstaltern und politischen Kulturvertretungen unterschiedlicher Länder um gemeinsame Projekte zu entwickeln und umzusetzen?

Entwickeln die Kulturvertretungen der Länder des ehemaligen Osten in Österreich gemeinsame Strategien und Präsentationsformen. Wenn nicht, was sind die Hinderungsgründe?

Die finanzielle Situation spielt immer eine starke Rolle im Entwickeln neuer Strategien und Präsentationsformen. Wie hinderlich ist dieser Zustand um erfolgreiche Gemeinschaftsprojekte mit den westlichen Ländern Europas zu entwickeln?

Wie sollte eine Zusammenarbeit für die Zukunft zwischen den Ländern aussehen? Gibt es Visionen gemeinsame Projekte stärker in den Vordergrund zu stellen?

Welche Initiativen wären notwendig um eine stärkere Aufmerksamkeit für den Jazz aus den neuen EU Mitgliedstaaten zu erhalten?

Wie weit kann eine mediale Zusammenarbeit einen stärkeren Focus auf Gemeinschaftsprojekte fördern?

Welche Rolle spielen soziale Netzwerke im Zusammenspiel von Sichtbarkeit und Verbreitung und wie groß sind die sprachlichen Barrieren um ein vielleicht gewünschtes gemeinsames Auftreten zu verwirklichen?

These: Jazz war in der Geschichte der Rezeption in den ehmaligen Ländern des Ostens immer eine in die Zukunft gerichtete Kunstform. Ist das immer noch so oder verliert der Jazz des Osten seine innovative Kompetenz innerhalb einer gesellschaftlichen Kulturrezeption?

Einleitende Themen:
– Geschichte der Zusammenarbeit zwischen den Ländern
– Welche Form der Zusammenarbeit gibt es zwischen den Ländern des Ostens
– Gibt es einen besonderen Grund für Zusammenarbeit zwischen den Ländern
– Gibt es Zusammenarbeit zwischen den Festivals
– In der Geschichte des Jazz der Ostländer steckte auch viel Widerstand am System was davon findet sich noch Heute, oder ist das kein Thema mehr