Iris T. (c) Sepp Dreissinger

IRIS T. – „Leichte Beute“

Seit ihrem letzten Album „Mach mich tanzen“ (2010) sind mittlerweile einige Jahre ins Land gezogen. Nun meldet sich die Wiener Sängerin IRIS T. mit ihrem am 17. März 2017 erscheinenden Album „Leichte Beute“ (Groove Records) in wirklich großartiger Weise in alter Stärke zurück.

Cover “Leichte Beute”

Nun, eines lässt sich über dieses Album auf jeden Fall sagen: Es besitzt Charme, und zwar eine Menge davon. Iris Träutner aka Iris T. und ihre mit Hans Zinkl (Gitarre, Sitar, E-Bow, Toy Piano u. v. m.), Wolfram Derschmidt (Kontrabass), Wolfgang Kendl (Schlagzeug), Maria Frodl (Cello) und Dominik Fuss (Trompete, Flügelhorn) überaus prominent besetzte Combo leben in ihren Nummern den eleganten und sexy Klang vor, die stilvolle Lässigkeit, die ihre Einflüsse aus den verschiedensten Epochen der Musikgeschichte bezieht und ihren Ausdruck in einer wirklich fesselnden musikalischen Vielfalt findet.

Der charmante, unaufgeregte Ton

Auf „Leichte Beute“ macht der gediegene und zugleich unaufgeregte Ton die Musik, eine fast schon tänzelnde Leichtigkeit gepaart mit einer edlen Zurückhaltung, die für viel mehr Stimmung sorgt als alles Ausladende. Die offene und eigenwillige Art, mit der die Wiener Sängerin und ihre Band die einzelnen Elemente aufeinandertreffen lassen, sie den Jazz mit dem Chanson, Swing und Art Rock verweben und ihre musikalische Linie in aufregend abwechslungsreichen Arrangements vom Klang Berlins der 1920er- und 1930er-Jahre bis hin zum Popmusikalischen der Gegenwart ziehen, weiß wirklich zu überzeugen und zeugt auch von einer ganz besonderen songwriterischen Klasse.

Hinzu kommen die sehr gelungenen deutschsprachigen Texte von Iris T., die diverse Beziehungskonstellationen zum Thema machen und nicht selten auch zum Schmunzeln anregen. Die Wienerin singt sich mit viel augenzwinkernden Humor und einer Prise Selbstironie durch die Nummern und ihre Neubearbeitungen bekannter Popklassiker. Mal tut sie das auf richtig leidenschaftliche, mal auf sehr gefühlvolle oder melancholische Weise. Das Schöne ist, dass es dabei niemals ins Oberflächliche oder Klischeehafte geht. Iris T. wirkt durchgehend authentisch und ungekünstelt, was der Musik letztlich auch ihren sehr persönlichen Charakter verleiht.

„Leichte Beute“ ist ein Album geworden, das auf anspruchsvolle und zugleich ungeheuer lässige Weise zu unterhalten weiß. Es macht schlicht und einfach Freude, sich durch die musikalischen Geschichten von Iris T. zu hören und mit ihr die witzigen und weniger witzigen Erlebnisse zu teilen. Und das immer und immer wieder. Empfehlenswert.

Michael Ternai

Iris T. live
17.3. Schwarzberg, Wien, Albumrelease

Links:
Iris T. (Facebook)