Bild Minoritenkirche

Imago Dei 2016: „Zweifel, Liebe, Hoffnung“

Jedes Jahr an den Wochenenden vor Ostern und in der  Karwoche lädt das Osterfestival IMAGO DEI in den mittelalterlichen Klangraum Krems Minoritenkirche zu einem vielschichtigen Programm, das mit zeitlos gültiger Musik aus verschiedenen Ethnien, Epochen und Religionen, mit Diskussions- und Literaturveranstaltungen ganz unterschiedliche Themen zum Osterritual und zum Frühlingserwachen aufgreift. mica – music austria verlost 2 Karten für das Konzert makroPHONIA am 19. März 2016 – schicken Sie einfach ein e-Mail mit dem Betreff “makroPHONIA” an office@musicaustria.at.

2016 steht das Festival unter dem Thema „Zweifel, Liebe, Hoffnung“.

Zweifelnde werden oft als Kritiker, Abtrünnige oder Häretiker konnotiert, die in unserer Gesellschaft möglichst schnell „mundtot“ gemacht werden. Das Zweifeln an tradierten Werten, Standpunkten, Sichtweisen und Handlungsstrategien wie auch das Staunen und die Sehnsucht nach Wissen sind im Begegnungskampf der interkulturellen Auseinandersetzungen oftmals negativ besetzt worden.

Doch missverstandener Glaube, Glaube ohne Zweifel, in dessen Namen grausamste Verbrechen begangen werden, ist keine göttliche Tugend. Daher kann daraus weder Hoffnung noch Liebe erwachsen. Die Kunst, die Musik verschafft den Zweifeln wieder Gehör und verhindert, dass aus Zweifeln Verzweiflung wird.

Das Osterfestival Imago Dei 2016 bietet an zehn Veranstaltungstagen in den Wochen vor Ostern Raum für einen interdisziplinären Diskurs über den Zweifel und die theologischen Tugenden „Glaube, Liebe, Hoffnung“ auf der Basis unterschiedlichster Musikerfahrungen, Videoanimationen, Filmen und Texten.
Zeitgenössische und klassische Kompositionen, traditionelle und mittelalterliche Musik, KünstlerInnen und Ensembles aus dem Libanon, Pakistan, Syrien, Armenien, Norwegen, Deutschland, Österreich und dem Mittelmeerraum laden die BesucherInnen des Festivals 2016 dazu ein, in verschiedene musikalische, kulturelle und spirituelle Welten einzutauchen und so ihren jeweils eigenen Zugang zum Thema zu finden.

makroPHONIA. Vom Lob der Hoffnung und die Liebe zu den kleinen Dingen …

Auf dem Programm steht am Samstag, 19. März 2016 makroPHONIA als Kontrapunkt zu der Welt des stetigen Wachstums, der allgegenwärtigen Manifestationen expansiver Gedankenwelten. makroPhonia ist ein Projekt von Renald Deppe und Michael Bruckner gemeinsam mit pakistanischen Musikern, bei dem visuelle Mikrostrukturen alltäglicher Lebensräume zur kompositorischen Substanz zeitgenössischer Klangwelten werden. makroPHONIA ist der Versuch einer Reduktion der Mittel, der Möglichkeiten, der Vorgaben. Um das Große im Kleinen, das Eigene im Fremden, das Ungewöhnliche im Bescheidenen zu erkennen, zu erkunden, zu begreifen, zu tolerieren. Dabei erfüllen die pakistanischen Instrumente mit ihren mikrotonalen Abstufungen eine wesentliche Aufgabe: Die pakistanischen Flöten, die zwanzigsaitige Zither und die tablas eröffnen im Zusammenwirken mit Gitarre, Violoncello, Schlagzeug und Saxophon/Klarinette ein weites Klangspektrum, das – natürlichen Vorgängen ähnlich – zarte Differenzierungen genauso wie herbe Konturen und Brüche zulässt.

Ein Kompositionsauftrag der Abteilung Kunst und Kultur des Landes Niederösterreich.

Link:
www.klangraum.at