DIE BUBEN IM PELZ – „Die Buben im Pelz & FreundInnen“

Ein Album, das wirklich nur Leute wie die beiden SEX, GEWALT & GUTE LAUNE“-Ehemaligen CHRISTIAN FUCHS und DAVID PFISTER zusammenbringen. „Die Buben im Pelz & FreundInnen“ (Konkord Records), so der Titel ihres Debüts, zeigt sich als ein gelungener schwarzhumoriger Versuch, den Austropop hin zum Krachigen zu führen. 

Wenn sich Christian Fuchs und David Pfister dazu entschließen, sich musikalisch gemeinsam zu betätigen, dann kann man getrost davon ausgehen – und das weiß man von der mittlerweile  zu Grabe getragenen legendären Combo Neigungsgruppe Sex, Gewalt & Gute Laune –, dass sie nicht unbedingt die Nähe zu einem mainstreamhaften und leicht ins Ohr gehenden Sound suchen. In ihren diversen eigenen Projekten – von Bunny Lake bis The Devil & The Universe – haben die beiden FM4-Größen eigentlich immer schon mehr den Eigensinn regieren lassen, als sich irgendwelchen Erwartungshaltungen zu unterwerfen.

Wenig überraschend bewegen sich Fuchs und Pfister als Die Buben im Pelz mit einer Gruppe namhafter Gastmusikerinnen und -musiker im Schlepptau (unter anderem Dorit Chrysler, Monsterheart, Sir Tralala, Ralph Wakolbinger) in ihren Nummern auf einem recht eigenwilligen musikalischen Pfad, der ausgehend vom Austropop der vergangenen Tage über räudigen und trashigen Gitarrenpop bis hin zum New Wave und Punk führt. Der Sound, der aus diesem Mix entsteht, erklingt kantig, unangepasst, richtig lässig und roh, auch in den Momenten, in denen es wie im Opener „Sonntag Morgn“ etwas verhaltener und ruhiger zur Sache geht.

Von verträumt und tieftraurig bis düster und dunkel

Überhaupt muss man sagen, dass es auf dem Album sehr abwechslungsreich zugeht. Wirkliche Wiederholungen gibt es keine. Jeder Song steht für sich und entfaltet seine eigene Atmosphäre. Von verträumt und tieftraurig bis düster und dunkel ist stimmungstechnisch ein weites Spektrum abgedeckt. Das Salz in der Suppe machen natürlich die im Wiener Dialekt zum Besten gegebenen Texte aus. Ein Blatt vor den Mund nehmen sich Fuchs und Pfister keines. Die Buben im Pelz geben sich bissig, goschert, mit einem Augenzwinkern schwarzhumorig und auch ab und zu mal angewidert wütend.

„Die Buben im Pelz & FreundInnen“ ist auf jeden Fall ein Album geworden, das von seiner Art und Stimmung her einfach nur in Wien stehen kann. Irgendwie schwingt zwischen den Noten und Zeilen auch immer das todessehnsüchtig Morbide und nicht ganz Reine mit, das der ganzen Sache aber letztlich ihren ganz eigenen unverkennbaren Schliff verleiht.

Michael Ternai
Die Buben im Pelz live
02.06. ALBUM RELEASE KONZERT, Radiokulturhaus Wien
feat. The Very Pleasure, Monsterheart, Boris Bukowski, Robert Zikmund u.v.a.
26.09. STEIRISCHER HERBST, Kunsthaus Graz
27.11. KULTURHOFKELLER, Villach

Foto: Pamela Russmann

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