WILLINGER BAND präsentiert „König der Nacht“

Die Salzburger Local Heroes um ALEXANDER WILLINGER legen sich mit ihrem frisch gepressten deutschsprachigen Debütscheibchen voll ins Zeug des Rock ‘n’ Roll und bringen damit ein gutes, herzhaftes Stück Johnny-Cash-Feeling in die Musiklandschaft Österreichs.

Der „Kaiser“ und Glücksritter Willinger, seines Zeichens Sänger, Gitarrist, Komponist und Kopf des gleichnamigen Rockquartetts, und seine Bandmitglieder Johannes Huber (Gitarre), Hermann Wiesmayr (Hammond Orgel), Wolfgang Grubmüller (Bass) und Mario Mauschitz (Schlagzeug) taugen nicht nur für hörenswerte Live-Cash-Covers, die sich gewaschen haben. Die vier zogen sich im Winter letzten Jahres ins Studio zurück, um auch eigene Songs auf Tonträger zu packen. Mit der Veröffentlichung der Silberplatte am 26. Juni 2015 im Salzburger Oval geben sie den Startschuss für ihre „König der Nacht“-Tour.

Herausgekommen sind elf Songs in hochdeutscher Sprache, die von Liebe, Arbeit und Establishment erzählen. In den Texten geht es nachvollziehbar um die Suche nach Glück und die – ganz der Bluestradition entsprechende – Auseinandersetzung mit einem mühevollen, nicht immer einfachen Alltag samt der Sehnsucht nach „mehr“ im Leben.

„Hungerlohn des Monats – deine Firma hat dich lieb!“

Ins Licht von gekonnt gespielten gitarrenträchtigen Rock ‘n’ Roll, Blues und Country rückt man dabei sowohl autobiografisch Wirkendes als auch Empathie für die Lebenssituation von Mitmenschen, Nachbarn, „whoever“. In „Herbert“ beispielsweise wird die Geschichte eines sich über zumutbares Maß hinaus abrackernden Angestellten erzählt (in Reggae, versteht sich), der den Hut auf „lebenslänglich Schichtbetrieb“ haut, sein Schicksal in die eigenen Hände nimmt und gegen „lebenslänglich Sonne“ eintauscht.

Der „König der Nacht“ weiß nicht nur, was glücklich macht. Er verweist in den Lyrics auch darauf, dass „die Welt nicht gleich untergeht“ von zu Elefanten aufgeblähten Mücken und dass im schlimmsten Fall Falten im Gesicht bleiben. In Sachen Liebesglück begegnen einem besungenerweise honigmundige Luder genauso wie Frauen fürs Leben, denen das Männerherz in Balladen zu Füßen gelegt wird.

„Nein, schöner wirst du nicht!“

Dem Ensemble wohnt nicht nur ein gutes Stück Ironie, Humor und Selbsterkenntnis inne, bei seinen Liveauftritten skizziert es die ungebremste Lust nach einem Leben mit allen Sinnen, selbst auf die Gefahr hin, als „stur“ zu gelten. Wenn es auch nicht sinnvoll erscheint, jeden sicheren Job wegen der Möglichkeit eines Melanoms einzutauschen, so regen die Musiker doch eindringlich an, über Integrität und Verhältnismäßigkeiten nachzudenken.

Rockmusik ist schon immer mit der Erwartungshaltung behaftet, zur Gesellschaft Stellung zu nehmen. Der Willinger Band gelingt dies auf ihre ganz spezielle Weise mit einer Mischung aus Sozialkritik und Gefühlsthemen, aber vor allem zeigen die Bandmitglieder glaubhaft, dass sie großen Spaß am Rock ’n‘ Roll haben, sodass der Funke auf die HörerInnen überspringt.

Alexandra Leitner

http://www.alexwillinger.de/