Arcana Festival für Neue Musik

Mit dem Vorurteil, Neue Musik sei den Menschen nur schwer zu vermitteln, will das in diesem Jahr erstmals stattfindende und nach einem Orchesterstück von Edgar Varèse benannte Arcana Festival in St. Gallen/Gesäuse in der Steiermark. Vom 28. Juli bis zum 8. August wartet die Veranstaltung mit einem Programm auf, das in seiner Form an Vielfalt und Qualität kaum zu überbieten ist.

Das Arcana Festival soll für zwölf Tage jener Ort in Österreich sein, an dem Neue Musik in gebündelter Form stattfindet. Jedoch soll es, geht es nach dem Intendanten Peter Oswald, nicht alleine beim Abspulen des zugegebenermaßen hochklassigen Programms bleiben. Vielmehr soll versucht werden, die BesucherInnen mit ins Boot zu holen, sie für die Auseinandersetzung mit der von vielen als schwierig verschrieenen Musikströmung zu begeistern. In Rahmen der zahlreichen Konzerte sollen besonders der innovative Charakter der Neuen Musik hervorgehoben und ihre vielfältigen Ausformungen dargestellt werden. Es soll ein kultureller Dialog initiiert werden, an dem  die KomponistInnen, InterpretInnen, WissenschaftlerInnen und das Publikum gleichermaßen beteiligt sein sollen.

Benannt ist das Festival nach einem der beiden Orchesterstücke von Edgar Varèse, der „in den 20er und 30er Jahren des 20. Jahrhunderts mit seinen auch heute noch bestürzenden Innovationen dem pragmatischen neoklassizistischen und später faschistischen Ungeist kraftvolle künstlerische Positionen entgegen gesetzt hatte“. Auch aus einem zweiten Grund fühlt sich das Arcana Festival  seinem Namensgeber verpflichtet. Wie kein anderer Komponist seiner Zeit hat Edgar Varèse vor 90 Jahren die Meinung vertreten, man müsse in der Musik mehr noch als bis dahin künstlerische und wissenschaftliche Inhalte zusammenführen. Und genau dieser Ansatz soll in St. Gallen weitergesponnen werden. Musik soll für die BesucherInnen einfach auf viele Arten, auf kognitiver, emotionaler und körperlicher, erlebbar gemacht werden.

Wie Intendant Peter Oswald meint, soll das Arcana Festival “ein Lustzentrum der Neuen Musik” werden. Und wirft man einen Blick auf Namen der KomponistInnen und InterpretInnen, welche zuhören und zu sehen sein werden, kommt man aus dem Staunen nicht heraus. Im Rahmen der zwölf Veranstaltungstage zur Aufführung kommen unter anderem Werke von Peter Ablinger, Beat Furrer,  Bernhard Lang, Iannis Xenakis, György Ligeti, Olga Neuwirth, Friedrich Cerha uvm. Ebenfalls auf dem Programm stehen Uraufführungen von Johannes Maria Staud und Bernhard Gander. Für die musikalische Umsetzung verantwortlich sind unter anderem das Klangforum Wien, ensemble recherche, KNM Berlin, Neue Vocalsolisten, Marino Formenti, Ernst Kovacic und Nicolas Hodges. Die Besonderheit des Festivals liegt auch darin, dass alle lebenden Komponisten, deren Werke zu hören sein werden, im Gesäuse anwesend sein. (mt)

Informatioen über alle KomponistInnen finden sie in der mica-Musikdatenbank.

http://www.arcanafestival.at/home.php?il=32&l=deu