
Nein, der glattpolierte Hochglanzsound ist nicht unbedingt das Ding von Alex Miksch. Vielmehr als er sich in der musikalischen Perfektion übt, bringt er seine Nummern ohne Umschweife und in sehr eindringlicher Form auf den Punkt. Der Niederösterreicher hat in seinem Leben auch schon die weniger sonnigen und heiteren Abschnitte erlebt, und genau das hört man. Doch anders, als man vielleicht vermuten könnte, ergibt sich der Sänger und Gitarrist nicht der alles vereinnahmenden Melancholie und Traurigkeit. An dem Punkt, an dem manch andere Singer/Songwriter mit ähnlicher Geschichte sich oftmals im Selbstmitleidigen und Pathetischen verlieren, genau an diesem zeigt der eigenwillige Liedermacher doch auch etwas Humor. Oftmals schwarzen Galgenhumor zwar, aber doch einen Anflug von Ironie, der dem Ganzen diese besonderen augenzwinkernden und lichten Momente verleiht.
In den Stücken seines neuen Albums musikalisch irgendwo zwischen den Stühlen Blues, Country, dem modernen Wiener Liedermacher-Sound und ein wenig (Austro)Pop Platz nehmend, bringt Alex Miksch gemeinsam mit seinen Mitmusikern Mäx Mayerhofer (Gitarren, Banjo) und Florian Weiß (Bass, Mandoline, Akkordeon, Blech) und weiteren MitstreiterInnen wie Michael Karpfinger, Florian Weisch, Irene Wagner, Josef Kolarz und Jakob Kovacic Nummern auf den Weg, die ihren wirklich ganz eigenen Charme, ihre eigene Schwingung entwickeln und, und das ist das besonders Schöne an der ganzen Sache, mit einem deutlich Mehr an Stimmung und Atmosphäre aufwarten, als vieles, das man in diesem musikalischen Kontext heutzutage sonst überlicherweise präsentiert bekommt.
Alex Miksch zeigt sich auf „Zänd Zamm“ vermutlich in der Form seines Lebens. Seine neuen Lieder packen einen richtiggehend und wissen auch nach mehreren Durchläufen zu gefallen. Ein wirklich gelungenes Stück Musik. (mt)