ARNELA GRAF hat im Oktober 2022 ihre erste EP „Remedium“ (EQ Music) veröffentlicht. Auf dieser zeigt die Vorarlbergerin, wie sie sich seit ihrer Debütsingle „Ich seh nur“ entwickelt hat, und zu ihrem eigenen Sound gefunden hat, der Elemente aus Pop, Soul und R’n’B vereint. Mit Itta Francesca Ivellio-Vellin hat ARNELA GRAF über ihre Coverband, Kollaborationen und Heilung gesprochen.
Du bist ja Vorarlbergerin, aber lebst in Wien. Was hat dich nach Wien gebracht?
Arnela Graf: Die Musik, tatsächlich. Man kennt’s ja, nach der Matura habe ich nicht genau gewusst, was ich studieren soll. In Feldkirch war ich aber auf der Musikschule und der Direktor hat mich mal beiseite genommen und mir gesagt, ich wäre sehr talentiert und ich solle unbedingt etwas mit Musik machen. Dann habe ich halt ein bisschen gegoogelt und die Deutsche Pop Akademie gefunden und dort angemeldet. Seither gehe ich den musikalischen Weg.
Du hast 2016 eine Coverband gegründet, gibt es die noch?
Arnela Graf: Ja! Wir spielen sehr viel. Ein absolutes Herzensprojekt. Ich liebe es, eigene Interpretationen zu machen und finde es auch eine echte Challenge. Man wächst da über sich hinaus. Durch das habe ich auch unter anderem meinen eigenen Stil gefunden.
„Ich liebe es, eigene Interpretationen zu machen und finde es auch eine echte Challenge.“
Wie würdest du deinen Stil denn beschreiben?
Arnela Graf: Eine soulige Stimme gemixt mit modernem R’n‘B/Urban–Sound sowie poppigen Melodien und vor allem ehrlichen Texten.
Deine Debütsingle „Ich seh nur“ hat mich da dann schon sehr überrascht, weil da auch ein Dubstep-Part dabei ist.
Arnela Graf: Ja, da sieht man die Entwicklung sehr gut! Das war mein erster Song, ist jetzt auch schon zwei Jahre her. Es ist aber auch so, dass ich in Songwriting Sessions oder im Tonstudio nicht darüber nachdenke, wie der Song am Ende sein soll, sondern das, was entsteht, entsteht.
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Wie sehen deine Writing Sessions aus?
Arnela Graf: Ich durfte bei den Grip House Music Sessions bei den zwei Songwriting Camps dabei sein, das war großartig. Der Song „Subway“ ist dort zum Beispiel entstanden. Und mit Amadeus Nominee David Slomo hatte ich auch einige Sessions, der hat fast meine ganze EP mitgeschrieben. Ich liebe es, mit anderen Künstler:innen zusammenzuarbeiten, ich lerne da immer super viel. Dieses gegenseitige Inspirieren liebe ich. Am Ende sitzen wir Künstler:innen ja alle im selben Boot, wir haben ja alle ähnliche Träume und Ängste. Da kann man sich auch immer schön austauschen, auch privat.
Also bist du eher Teamplayerin als Einzelkämpferin?
Arnela Graf: Ja, deshalb liebe ich meine Band auch so sehr! Zusammen musizieren macht einfach immer mehr Spaß. Arnela Graf ist zwar ein Soloprojekt, aber ich freue mich immer, mit anderen Künstler:innen, Produzent:innen, und Writer:innen zu arbeiten.
David Slomo schreibt ja auch für Mathea, zum Beispiel. Mit Robert Wallner arbeitest du außerdem auch zusammen. Wie ist es mit den zwei?
Arnela Graf: Mega! So angenehm unkompliziert. Ich bin ultra dankbar und die Zusammenarbeit war echt super, ich habe mich super wohl gefühlt. Menschlich, musikalisch – einfach top.
Wieso hast du dich entschlossen, unter deinem bürgerlichen Namen Musik zu veröffentlichen? Das sehe ich mittlerweile selten, habe ich das Gefühl.
Arnela Graf: Ehrlich gesagt, ich habe gar nicht darüber nachgedacht. Ich bin sehr stolz auf meinen Namen. Ich liebe meine Familie und bin stolz, Teil von ihr zu sein. Arnela Graf, das bin einfach ich.
„Arnela Graf, das bin einfach ich.“

Einer mit dem du in der Vergangenheit gearbeitet hast, ist Vincent Bueno. Wie kam das zustande?
Arnela Graf: Vincent Bueno kenne ich auch schon sehr lange durch gemeinsame Freund:innen. Zu dem Zeitpunkt, an dem ich mich entschlossen habe, endlich eigene Musik zu machen, kannte ich kaum Produzent:innen oder Songwriter:innen. Ich habe überlegt, wen ich in meinem Umfeld fragen könnte und Vincent war sofort dabei! Der erste eigene Song ist schon was Besonderes und ich bin ihm sehr dankbar, dass er mich unterstützt hat.
Reden wir über deine EP „Remedium“. Wie bist du auf den Namen gekommen?
Arnela Graf: Als ich begonnen habe, Musik zu schreiben, wusste ich noch nicht genau, wo der Weg hingehen sollte. Es sind aber viele Herzschmerz-Songs entstanden zu dieser Zeit [lacht]. Ich habe auf der EP meine ehemaligen Beziehungen und Erfahrungen verarbeitet und „Remedium“ heißt ja auf Latein „Heilung“. Alles Schlechte, was ich in meinem Liebesleben erfahren durfte, wird deshalb auf der EP verarbeitet. Der EP-Namensvorschlag kam aber tatsächlich von meiner besten Freundin – was ich sehr cool finde!
Und was ist mit den guten Sachen?
Arnela Graf: Die guten Sachen kommen noch! Ich bin ja mega happy, in einer glücklichen Beziehung. Ich habe mir vorgenommen, dass ich auch happy Lovesongs schreibe. Bald soll ein schöner Gute-Laune-Song erscheinen. Aber ich bin einfach ein sehr leidenschaftlicher, emotionaler Mensch und diese Balladen – ich weiß nicht – ich glaube, das ist einfach mein Ding! [lacht] Auch wenn das nicht meinem derzeitigen Gemütszustand entspricht.
„Bald soll ein schöner Gute-Laune-Song erscheinen.“
Eh klar. Man siehe sich Adele an – die ist ja auch nicht 24/7 unglücklich, aber ihre Songs schon.
Arnela Graf: Ja, genau! Die treffen einfach ins Herz.
Was wäre dein Traum, was wäre das ultimative Ziel für dich?
Arnela Graf: Mein Ziel wäre es auf jeden Fall, dass ich irgendwann gut von der Musik leben kann, sodass ich nur noch das machen darf, was ich liebe. Musik erfüllt mich und macht mich glücklich. Ich merke ganz klar, sobald mich der Alltag einholt oder ich länger keine Musik mache, dann falle ich in ein Loch. Ich würde mir wünschen, dass ich ganz viele Menschen mit meiner Musik erreiche und berühre und, dass sich die Menschen damit identifizieren können! Musik verbindet!
Hat sie sich bisher ausgezahlt?
Arnela Graf: Auf jeden Fall! Wenn ich mir überlege, dass ich mich erst 2020 entschieden habe, eigene Musik zu machen – und, wie gesagt, ich habe ja auch niemanden gekannt! Zum heutigen Zeitpunkt bin ich schon so super connected und durfte mit so coolen Leuten zusammenarbeiten. Ich habe eine EP releast. Natürlich ist immer Luft nach oben, aber ich bin ein sehr optimistischer, positiver Mensch und sehr dankbar.
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Mit deiner Coverband hast du ja schon sehr viel Live-Erfahrungen gesammelt, aber mit deinem Soloprojekt nicht wirklich, schließlich hast du während der Pandemie gestartet.
Arnela Graf: Ja, langsam kommen die Anfragen, was mich natürlich extrem freut! Ich bin aber klarerweise auch super nervös, weil es mit den eigenen Sachen etwas anderes ist.
Du hast aber nicht vor, alleine auf der Bühne zu stehen, oder?
Arnela Graf: Nein, ich möchte da natürlich eine coole Show aufbauen, mit Band und Harmonies und allem. Ich bin echt excited.
Hast du bereits ein Live-Konzept? Wie sieht das aus?
Arnela Graf: Also definitiv mit einer klassischen Band – Schlagzeug, Gitarre, Bass – ich liebe Bass! Piano wäre auch super. Und dann hätte ich gerne noch zwei Backing Vocals, so stelle ich mir das vor.
„Bin über jede Unterstützung dankbar!“
Hast du bisher schon als Arnela Graf auftreten dürfen?
Arnela Graf: Ja, Anfang März beim Lady.Zimmer von Kathi Kallauch. Da war ich ganz akustisch, nur Ralph Jon an der Gitarre und mein Gesang. Ich habe da das erste Mal 3 Songs von meiner EP „Remedium“ live gespielt und deshalb war es ein unvergesslicher Abend für mich! Außerdem durfte ich mit so vielen tollen talentierten Künstlerinnen die Bühne teilen. Der Abend stand für die Solidarität für Frauen, Mädchen & Protestierenden im Iran! War mir wirklich eine Ehre dabei sein zu dürfen!
Wann kann man dich wieder Live sehen?
Arnela Graf: In Moment ist grad alles in Planung und es gibt noch kein offizielles Datum, aber ich freue mich über alle, die mir auf Social Media folgen, um nichts zu verpassen. Bin über jede Unterstützung dankbar und liebe Grüße gehen raus an alle Hörer:innen dich mich täglich streamen und mich als Newcomerin unterstützen! Das macht mich soooo glücklich! An dieser Stelle auch ein großes Danke an meine Familie, Freund:innen, Label und vor allem an meinen Freund, die mich motivieren weiterhin an meine Träume zu glauben und nicht aufzugeben!
Danke für das Gespräch.
Itta Francesca Ivellio-Vellin
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