
Was das „Word of Ear“ erfreulicherweise überhaupt nicht geworden ist, ist eine selbstverliebte musikalische One-Man- Show des in Los Nageles lebenden Gitarristen. Wolfgang Schalk lässt seinen KollegInnen Helen Sung (Piano), George Whitty (Piano, Keyboards), Michael Valerio (Bass) und Tom Brechtlein (Schlagzeug), mit dem Wissen um deren Fähigkeiten, die Vorgaben auch mit Leben zu erfüllen, genügend Raum zur eigenen Entfaltung. Und diesen wissen sie auch vortrefflich zu nutzen. Ihr variantenreiches Zutun erweitert das klangliche Spektrum der Stücke um ein Vielfaches und verwandelt ein jedes in ein wirklich schönes Hörerlebnis, das immer wieder mit spontanen Wendungen zu überraschen vermag.
Trotz aller Komplexität der Kompositionen niemals ins Sperrige und Kopflastige hineinkippend, entführt der aus der Steiermark stammende Gitarrist seine HörerInnen auf eine an Nuancen reiche und sehr stimmungsvolle Klangreise, welche von den traditionellen Spielweisen bis hin zu den modernen Interpretationen des Jazz führt. Die irgendwo zwischen dynamischen und verspielten Bepop-Elementen und aberwitzigen, aber immer melodiös gehaltenen Improvisationen angesiedelten und in einen warmen Gesamtsound gehüllten Nummern befinden sich in einem steten, sich aber ständig verändernden Fluss, dessen Spannungsbogen durch den immer wieder kehrenden Wechsel zwischen ruhigen und zurückhaltenden, fast schon balladesken Momenten und instrumental technisch anspruchsvollen Ausbrüchen vom ersten bis zum letzten Ton aufrecht erhalten wird.
„Word Of Ear“ ist ein Album geworden, welches den traditionellen Gesichtspunkten erfrischend gegenübersteht. Wolfgang Schalk versucht dem Jazz seine eigene, unverkennbar nach ihm klingende Richtung zu geben. Was ihm auch in hohem Maße gelungen ist. (mt)