
Was die jungen Ensembles der so genannten neuen österreichischen Volkmusik vollziehen, ist der respektvolle Bruch mit den Traditionen, sowie die Öffnung des Genres hin zu den anderen Spielformen. Sich keinerlei Grenzen setzend und allem vermeintlich Kitschigem im weiten Bogen aus dem Wege gehend, lassen sie dieser Art ganz neue Klangformen entstehen, die modern in ihrem Stil, in einer großen stilistischen Vielfalt ihren Ausdruck finden. Manche versuchen sich an der Verbindung der Volkmusik mit dem Jazz, manche lassen sie im Kontext des Wienerlieds aufgehen oder führen sie überhaupt mit ganz anderen Spielarten aus anderen Regionen der Welt zusammen. Die Möglichkeiten scheinen mannigfaltig und unbegrenzt, was sich auch an der großen musikalischen Vielfalt in diesem Bereich hierzulande zeigt.
Die im Theater am Spittelberg angesiedelte Konzertreihe bietet den Musikliebhabern und jenen, die es noch werden wollen die Gelegenheit, sich mit dem Phänomen neue österreichische Volkmusik näher zu befassen und auch das eine oder andere Neue zu entdecken. Zeitgenössische und humorvoll dargebrachte Blasmusik findet sich im Programm ebenso wieder, wie das in den Jazz übersetzte Jodeln, der Mundart-Rap, eine poppige Interpretation der Polka, ein mit einem Balkan-Groove unterlegte Landler und, und, und. Ein Blick auf die Namen der aufspielenden Ensembles und Formationen reicht aus, um zu wissen, in welche farbenfrohe Richtung es letztlich tatsächlich gehen wird. Freuen darf man sich auf Konzerte von Federspiel, Agnes Palmisano, Mischwerk, Ramsch & Rosen, Auf Pomali, Crossfiedler, AARA, dieSTEINBACH, Spafudla und Alma.
Für qualitativ hochwertige und abwechslungsreiche Unterhaltung ist also reichlich gesorgt. Bleibt nur noch die Aufforderung an Leute, die Gelegenheit zu nutzen und zahlreich zu erscheinen. (mt)
Foto: Stephan Mussil | Motiv: Evelyn Mair (ALMA)