Wien im Rosenstolz | Motiv: Gebrüder | Foto: Caroline Bruckner

Wien im Rosenstolz 2017

Das Wienerlied und die Wiener Musik lassen sich drehen und wenden, purifizieren und erweitern sowie um Einflüsse aller Art bereichern: Diese Offenheit für Wandlungsfähigkeit findet im stets aufs Neue unverwechselbaren Zusammenspiel hochkarätiger Ensembles höchsten Ausdruck. Von 1. bis 31. Oktober offeriert WIEN IM ROSENSTOLZ eine so noch nie dagewesene Wiener-Welt-Mischkulanz aus Stilen und Genres in Tradition und Zukunftsvision.

So überraschen die Gebrüder mit frisch auf Album gepresstem Wiener Gstanzl-Slapstick, geht das Wienerlied-Beatbox-Duo Wiener Blond eine Allianz mit dem Original Wiener Salonenensemble ein, holt sich Wiener Brut Bassist Oliver Steger an Bord, lassen sich die alpin geprägten Tanzgeiger zu „Weana Tanz“ hinreißen, zeigen sich die drei Kapellmeister vom Kollegium Kalksburg beseelt von bösen Dramoletten eines Antonio Fian und kleidet Vienna Melounge Sudern in Soft-Jazz. Tesak & Blazek präsentieren Wesentliches und Wunderliches aus dem alltäglichen Leben. Prolongiert ist die hollywoodreife Verbindung Velvet Elevator Orchester/Die Strottern – Wienerlied im Big-Band-Sound.

Bild (c) Rudi Koschelu/Kurt Girk/Herbert Baeuml

Dreifach Hörgenuss an einem einzigen Abend versprechen Tripel-Konzerte. Unter einem besonderen Vorzeichen steht dabei der Auftritt von Tini Kainrath und Peter Havlicek. Sie intonieren in einer Hommage an Karl Hodina aus dem gemeinsam aufgenommenen letzten Album. Der Godfather der Wiener Musik war seit Festivalgründung aktiv prägender „Stammgast“ von Wien im Rosenstolz, das für ihn „durch die vielschichtigen Aussagen im wienerischen Bereich kraftvolle Stärke“ hatte. Im Anschluss schrammeln, dudeln und singen Rudi Koschleu und Tommy Hojsa, Stippich & Stippich verleihen Wiener Klängen Soul und Seele. Gassenhauer, echte Volksmusik und Märsche gewalzt bringen der „Sinatra aus Ottakring“ Kurt Girk mit Trio, die 16er Buam und Naschmarkt mit.

Die junge Generation versammelt sich in zeitgeistigen Geschichten mit Belle Fin, Felix Kramer und Dan Knopper an einem Termin. Zusätzlich zelebriert das David Stellner Duo das Neue Wienerlied. Die Duetten finden Mundart leiwand. Coro Siamo ist der Stadt a cappella auf der Spur. Ehemalige Wiener Sängerknaben heizen als Spritbuam ein.

Der Nino aus Wien (c) Linda Dziacek

Ständig sich erneuernder Kult ist Der Nino aus Wien – einmal mit Wiener Melange ganz „wach“, einmal mit Unterhaltungs-Anarchist Sir Tralala und einem Rückblick auf sein bisheriges Schaffen. Ausgezeichnet mit jeweils aktuellen Alben treten Stadtpoet Ernst Molden mit Altmeister Willi Resetarits, Akkordeon-Virtuose Walther Soyka, Gitarrist Hannes Wirth, Zitherspieler Karl Stirner und dem Frauenorchester, Blues-Soulist Martin Spengler & Die foischn Wiener und das brutal wortwitzige Trio Lepschi an. Literarisch von Bronner bis Qualtinger punkten Bela Koreny, Katharina Strasser und Wolf Bachofner.

Einmalige Höhepunkte sind das Konzert des Wiener Doyens und Schöpfers von „Ana hat immer das Bummerl“ Horst Chmela mit Lebensliedern, ein Georg-Danzer-Spezial vom langjährigen musikalischen Weggefährten Ulli Bäer und Ganschs Einladung an das Salonorchester Alhambra bei seinem One Night Stand.

Eröffnet wird dieser Facettenreichtum der Klänge am 1. Oktober mit sechs Ensembles, die Akustik-Ausblicke auf die mannigfaltigen Spielarten der Wiener Musik beim diesjährigen Wienerlied-Festival geben.

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