(c) Wellenklänge / Theresa Pewal

Wellenklänge Lunz am See: Composer-Performer Music Lab (CPM-Lab)

Angewandte Kreativität – von der Inspiration zur Performance. Die Composer-Performer Music Lab (25.—31.07.2020, Lunz am See) ist ein offener Bereich für die Kreation neuer Musik, neuer Klänge und Kompositionen und fördert die Entwicklung der eigenen musikalischen Sprache als Musikschaffender und Performer.

Die CPM-Lab richtet sich an Instrumentalist*innen, Improvisator*innen, Elektroakustiker*innen und Komponist*innen, die sowohl aktive Instrumentalist*innen bzw. Performer*innen sind, als auch ihre eigenen musikalischen Werke kreieren. Ziel ist es, innerhalb von 6 Tagen die eigenen Werke gemeinsam mit Teilnehmer*innen und Referenten zu entwickeln, zu formen und am letzten Abend auf der Seebühne des wellenklaenge Festivals zur Aufführung zu bringen. Die Besetzung kann von Solo bis zu mehrköpfigem Ensemble reichen. Zusätzlich zu Thomas Grill und Aart Strootman wird David Six das Improvisationsensemble leiten sowie kompositorische Fragen beantworten. Simon Zöchbauer wird für alle kompositorischen und künstlerischen Fragen zur Verfügung stehen.

Programm

Samstag, 25. Juli 2020: 11:00 Gemeinsames Treffen und Improvisation Besuch des Abendkonzertes von „Christian Muthspiels Orjazztra“

Sonntag, 26. Juli 2020: Unterricht

Montag, 27. Juli 2020: Unterricht und Wanderung

Dienstag, 28. Juli 2020: Unterricht und Bootsfahrt

Mittwoch, 29. Juli 2020: Unterricht und See.Rund.Gang: Bei einer Klangwanderung werden Klangstationen am Lunzer See von den Teilnehmer*inner der CPM-Lab gestaltet.

Donnerstag, 30. Juli 2020: Abschlusskonzert: Die neuen Werke die während der CPM-Lab entstanden sind, werden von den Teilnehmer*innen gemeinsam mit den Referenten auf der Lunzer Seebühne aufgeführt, wobei die gesamte Umgebung einbezogen werden kann. Im Anschluss an das Workshop-Abschlusskonzert findet das Konzert von Chuffdrone auf der Seebühne statt.

Freitag, 31. Juli 2020: gemeinsamer Brunch mit Reflexionen, Check Out und freier Eintritt ins Abendkonzert: Christina Wallumrød Ensemble (NOR)

Referenten

Aart Strootman (NL) – Komposition, Ensemblearbeit

Gitarrist und Pionier Aart Strootman (1987) klopft kräftig an die Tore der zeitgenössischen Musikindustrie. Sein Intellekt und sein offener, frischer Blick auf Musikgenres und Stile rechtfertigen eine zentrale Stellung in der Musikszene. Seine Karriere begann während der Mittelschulzeit am Konservatorium Rotterdam bei Dick Hoogeveen und Jorge Oraison. Es folgten diverse Bachelor- und Masterstudien in Tilburg bei Hein Sanderink, am Konservatorium Fontys & Zuyd u. a. bei Marlon Titre, Elliott Fisk und Scott Tennant sowie an der Universität Utrecht.

Seit 2009 unterrichtet Aart Musikgeschichte, Gehörbildung, Analyse, Philosophie und Performance Studies. Gemeinsam mit Perkussionist Arnold Marinissen leitet er das zeitgenössische Musikensemble F.C. Jongbloed, das neue Werke von Kompositionsstudierenden aus allen Teilen der Niederlande uraufführt und mit Material der jüngsten Musikgeschichte kombiniert.

Als Teil eines Komponistenkollektivs fungiert er als Kurator der zeitgenössischen Kammermusikserie De Link in Tilburg. Im Duo Strootman / Stadhouders verbindet er Improvisationsmusik mit Minimalismus. 2012 gründete er die der Minimal-Kammermusik gewidmeten Metal-Band TEMKO. Außerdem wirkt er regelmäßig bei den Ensembles Lunatree, Klang und StarGaze mit und den Tanzensembles T.R.A.S.H. und Club Guy&Roni mit. 2012 gewann Strootman den Talentpreis „Brandstof“ des BKKC und anschließend zwei Jahre in Folge den „New Arrivals“-Preis von MuziekLab. Im Jahr 2014 verlieh ihm der Niederländische Fonds für Darstellende Kunst die Förderung „Nieuwe maker“, die ihm den Besuch von Kompositionsmasterklassen bei Nik Bärtsch (Zürich), Steven Mackey (Universität Princeton) und Georg Friedrich Haas (Universität Columbia) ermöglichte.

Solistisch trat er gemeinsam mit dem Britten Sinfonia, dem hr-Sinfonieorchester und den New Yorker Philharmonikern und allein auf den unterschiedlichsten Bühnen auf: von örtlichen Museen bis zur Barbican Hall, von Amsterdam bis Wellington. Die meisten Konzerte spielt er auf in intensiver Zusammenarbeit mit Komponisten entwickelten Instrumenten. So entstanden zum Beispiel eine 8-saitige Gitarre für Steve Reich und ein 5-saitiges Tischinstrument für Anthony Fiumara.

Als Komponist arbeitet Aart für das Theaterkollektiv EELT und schrieb bereits Musik für zahlreiche Theaterstücke. Außerdem schrieb er Musik für F.C. Jongbloed, DissonArt Ensemble, TEMKO, Ramon Lormans, Jacqueline Hamelink, Vincent van Amsterdam und viele andere, sowie Notationen für Lunapark, TEMKO und Wouter Snoei.

www.aartstrootman.com

Thomas Grill (A) – Klangkunst, elektroakustische Musik

Universität für Musik und darstellende Kunst Wien/ELAK, Österreichisches Forschungsinstitut für Artificial Intelligence. Thomas Grill arbeitet als Komponist und Performer elektroakustischer Musik, als Medienkünstler, Technologe und Klangforscher. Auf höchstem Niveau verbindet er Kunst und Wissenschaft und untersucht die Zusammenhänge von Klang, Raum und Wahrnehmung.

Seine künstlerischen Arbeiten reichen von situativer Klangkunst über elektro-instrumentale Improvisation bis hin zu akusmatischen Kompositionen für Lautsprecher. Wissenschaftliche Forschung im Bereich des maschinellen Hörens und Lernens.

Zahlreiche Auftritte und Präsentationen, sowie wissenschaftliche Publikationen und Vorträge in lokalem und internationalem Rahmen. Kooperationen mit namhaften Künstler*innen aus den Bereichen Musik, Literatur, Theater, Tanz und Video. Senior Researcher am Österreichischen Forschungsinstitut für Artificial Intelligence (OFAI).

1972 in Österreich geboren. Studium der technischen Physik in Linz sowie von Computermusik und elektronischen Medien in Wien. Doktorat in Komposition und Musiktheorie an der Universität für Musik und darstellende Kunst, Graz. Lehraufträge an der Universität für Angewandte Kunst und der Universität für Musik und darstellende Kunst Wien/ELAK, Österreichisches Forschungsinstitut für Artificial Intelligence. Entwicklung kommerzieller und opensource Mediensoftware. Senior Researcher am Österreichischen Forschungsinstitut für Artificial Intelligence (OFAI). Thomas Grill lebt und arbeitet in Wien.

David Six (AT) – Improvisation, Komposition, Ensemblearbeit

„David Six zeigt sich als Experte darin, weite Räume zu schaffen, die jedem einzelnen Ton, jeder Melodie und auch jedem klanglichen Experiment fern jeder Verkopftheit tiefergehende Geltung verleihen!“ Seine Musik ist erdig und kraftvoll, fühlt sich groß und doch intim an; die perfekt eingesetzte Verbindung mit stimmlichen und perkussiven Elementen lassen die Grenzen zwischen Körper und Instrument verschwimmen.

Komposition und Improvisation fließen auf dem Album „Karkosh“ zusammen und verbinden sich zu einem organischen Ganzen. Die ursprünglich klassische Ausbildung des Pianisten und die intensive Beschäftigung mit indischer Kunstmusik sind deutlich spürbar und Teil des einzigartigen Charakters seiner Musik. Zyklische Motive werden Mantra-ähnlich wiederholt, weiterentwickelt, aufgebrochen und wieder zusammengeführt. David Six verwendet verschiedene Spieltechniken wie Flageolett, gezupfte oder gestrichene Klaviersaiten, rhythmische Strukturen indischer Musik und widmet sich verschiedensten Eindrücken der vielen Orte, die er auf seinen Konzerttourneen und Reisen kennengelernt hat. (Mica-Austria)

www.davidsix.com

Simon Zöchbauer (AT) – Workshopleitung, Improvisation, Komposition, Ensemblearbeit

Simon Zöchbauer ist als Komponist und Musiker ein Forschergeist. Freidenkend und verspielt, mit der Akribie eines Wissenschaftlers und der Tiefgründigkeit eines Philosophen, vermisst er musikalische Landschaften, gräbt nach Wurzeln und blickt hinter Fassaden, die seine Lebenswirklichkeit ausmachen. Sein Trompetenstudium führt ihn schließlich von der Anton-Bruckner- Universität in Linz die Donau abwärts nach Wien an die Universität für Musik und darstellende Kunst, an der er sein Konzertfachstudium bis 2015 absolviert. Auslandssemester absolvierte er in New York City und Karlsruhe. Nebst seiner Beschäftigung mit der klassischen Musik und ihren technischen Möglichkeiten, setzt sich Zöchbauer in der Vergangenheit mit traditioneller Musik und ihrer Übersetzung in die Gegenwart auseinander. Mit seinem mittlerweile international gefeierten Ensemble „Federspiel“, das bereits die etabliertesten Konzertbühnen weltweit bespielt (Goldener Saal des Wiener Musikvereins, Berliner Philharmonie, Hamburger Elbphilharmonie, u.v.m.), gräbt er nach Wurzeln und tieferliegendem Erdreich. In seinem Soloprojekt, mit dem Zöchbauer im März 2019 nun sein Debüt feierte, öffnen sich seine Kompositionen zeitgenössischen und elektronischen Impulsen genauso wie Einflüssen sakraler Musik. Mit der Veröffentlichung des Albums Achad und nicht zuletzt auch durch die Übernahme der Intendanz des wellenklænge Festivals in Lunz am See seit 2018, kristallisiert sich die Gegenwart immer deutlicher als Brennpunkt seines künstlerischen Schaffens heraus. Zöchbauer’s durchdringende Beschäftigung mit der Musik und ihren schöpferischen Bedingungen eröffnen Spielräume, die sich vom Moment aus gleichermaßen in zeitlich Vergangenes wie Zukünftiges projizieren.

www.simon-zoechbauer.at

Organisatorisches

Festivalthema 2020: „Verbunden & Vernetzt“

Anmeldung

Anmeldung online unter: www.wellenklaenge.at/cpm
Bitte in der Anmeldung den oder die Referenten angeben, bei denen Du vorwiegend Unterricht haben möchtest. Der Kursplatz ist nach Eintreffen der Zahlung gesichert.

Unterricht

Der Unterricht wird in Kleingruppen und im Einzelunterricht stattfinden. Bitte um Vorbereitung von Ideen und Stücken, die mit den Teilnehmer*innen während der Masterclass ausgearbeitet und gemeinsam gespielt werden sollen. Die Besetzungsmöglichkeiten des Ensembles für das Du komponieren kannst und mit dem Du arbeiten wirst, (=Teilnehmer*innen des CPM-Lab), wird im Juni 2020 bekannt gegeben. Unterrichts- und Proberäume sind in der Hauptschule ausreichend vorhanden und können von 9:00 – 22:00 genutzt werden. Der große Lunzer Saal mit PA ist angrenzend. Bei Schönwetter steht die Seebühne sowie weitere Räumlichkeiten im Ort zum Komponieren und Proben bereit.

Equipment

E-Pianos sind vorhanden. Eigene Instrumente sowie nötiges Equipment bitte selbst mitnehmen.

Aart Strootman arbeitet in erster Linie mit dem Noteschreibprogramm Sibelius. Falls Du andere Notenschreibprogramme verwendest, bitten bei Anmeldung bekanntgeben.

Verpflegung

Gemeinsames Mittag und Abendessen wird in der Hauptschule für 8 Euro pro Mahlzeit angeboten. Auf vegetarische/vegane Bedürfnisse oder Nahrungsmittelunverträglichkeiten nehmen wir gerne Rücksicht (bitte bei der Anmeldung bekannt geben).

Kursgebühr

Anmeldung bis 1. Mai: 250 Euro
Anmeldung ab 1. Mai: 290 Euro
Studentenpreis (max. 26 Jahre): 200 Euro.

Bei Abmeldung nach dem 1. Juli wird eine Stornogebühr von 100 Euro einbehalten.

Anreise: Samstag 20.7. bis 11:00 Uhr
Abreise: Freitag, 31.7. mittags

Unterbringung

Individuelle Unterbringung im Ort, die bitte selbst zu organisieren ist. Bitte früh buchen, da während der Festival-Zeit viele Gäste nach Lunz kommen und die Zimmer bald belegt sein können. Gästehäuser und Pensionen in und um Lunz bieten Komfort- und Standartzimmer (Doppelzimmer), sowie Ferienwohnungen mit Frühstück. Das Tourismus Büro und das wellenklænge Festival helfen gerne bei der Zimmersuche. produktion@wellenklaenge.at

Adresse / Kursort

Hauptschule/Lunzersaal
Schulstraße 5
A-3293 Lunz am See

Links:
Wellenklänge – Festival-Information
Wellenklänge – Online-Anmeldung