Bild Waldeck
Bild (c) Waldeck

WALDECK – „Gran Paradiso“

Der Wiener Elektronikmusiker WALDECK ist endlich zurück: Am 24. Juni 2016 veröffentlicht er das Album „Gran Paradiso“ (Dope Noir Records), seine letzte CD „Ballroom Stories“ erschien 2007. Mit seinen genialen Down-Tempo-Beats und der Wiener Sängerin HEIDI MOUSSA-BENAMMAR („La Heidi“) hat WALDECK ein Werk geschaffen, das alle zum Tanzen bringt.

Klaus Waldeck ist einer der bekanntesten Elektronikproduzenten der österreichischen Musiklandschaft, und das zu Recht: Seit den 1990er-Jahren musiziert der Wiener mal allein – unter dem Namen Waldeck oder Dr. Waldeck –, mal zusammen mit anderen Musikerinnen und Musikern im Bandprojekt saint privat. Sein zuletzt erschienenes Album „Ballroom Stories“ beschäftigte sich vor allem mit dem Jazz der 1920er- und 1930er-Jahre, das neueste Werk „Gran Paradiso“ mehr mit italienischer Tanzmusik. Gemeinsam mit der Sängerin Heidi Moussa-Benammar schafft er einen schwingenden italienischen Western-&-Spaghetti-Sound (so nennt ihn Waldeck selbst), der die ZuhörerInnen unweigerlich zum Tanzen bringt.

Italien zum Greifen nah

Cover "gran paradiso"
Cover “gran paradiso”

Zuerst muss man wohl die wundervoll erotische Stimme della Heidi loben: Sanft und tief schleicht sich ihr italienischer Gesang den Gehörgang hinunter und verursacht wohl bei allen eine Gänsehaut mittleren Ausmaßes. Die Melodien und Beats von Waldeck verbinden sich mit der Stimme zu einem runden, beschwingten Ganzen und gehen den Zuhörenden bald nicht mehr aus dem Kopf. Die nie länger als dreieinhalb Minuten dauernden Lieder haben durchwegs Ohrwurmpotenzial und eignen sie sich perfekt für den Sommer: Schon beim ersten Lied – „serenata part I“ –, das flüssig in das nächste Lied – „chico“ – übergeht, fühlt man sich in ein italienisches Dorf (vielleicht in die Cinque Terre?)  versetzt. „shala-lala-la“, das dritte Lied, ist etwas ruhiger, aber nicht minder beschwingt. Es ist das perfekte Lied für einen heißen Sommerabend, an dem die Moskitos im Licht der Laternen schwirren und man mit der ganzen Familie, den Freundinnen und Freunden auf der Terrasse bei einem Glas Wein sitzt.

Dieses Urlaubsfeeling zieht sich durch das ganze Album – Waldeck ist es sehr gut gelungen, diese besondere Atmosphäre einzufangen und in Musik zu verwandeln. Das wohl tanzbarste Lied ist der sechste Titel: „Rio Grande“. Funky, mit durchgängig jazziger Bassline, bildet der Track einen aufregenden Klangteppich, der eigentlich mit seinen drei Minuten und 18 Sekunden zu kurz ist. Ähnlich jazzig ist auch „bello ciao“, der übernächste Song, bei dem La Heidi wieder ihre verführerische Stimme zum Besten gibt. Dieser Track ist jedoch recht gemächlich und ruhig. Der oben genannte Western-&-Spaghetti-Sound zeigt sich vor allem in der elften Nummer – „Western Saloon – Cartoon“ –, einem Lied, das nach einem alten Cowboy auf seinem Pferd vor einem, wie könnte es anders sein, Western-Saloon klingt. Das Album schließt ab mit dem Track „get on uppa“, in dem Klaus Waldeck und Heidi Moussa-Benammar noch einmal zeigen, wie gut sie einander ergänzen.

Am 24. Juni 2016 kann man den Musiker am Donauinselfest auf der Ö1-Bühne live sehen – unbedingte Empfehlung!

Antonia Seierl

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