Vienna Improvisers Orchestra – libellentänze: blauflügler…, flügellos jedoch

Ein Musikabend ganz im Zeichen der hohen Improvisationskunst geht am 20. Februar im Wiener Porgy & Bess über die Bühne. Zu Gast ist mit dem Vienna Improvisers Orchestra der wohl ungewöhnlichste Klangkörper des Landes. Die von dem österreichischen Saxophonisten und Komponisten Michael Fischer gegründete und geleitete Großformation hat sich in ihrem Tun ganz dem freien Spiel, der Klangerforschung und Auslotung des musikalisch Machbaren sowie der kunstvollen Einbeziehung der Sprache in Form experimenteller Lyrik in die Musik verschrieben. Diesmal widmet sich das Orchester in musikalisch-lyrischer Form dem Gedichtband “libellentänze: blauflügler…, flügellos jedoch” von Semier Insayif und Worten aus einem Gedicht von Petra Ganglbauer.

Eines kann man von diesem Konzert schon im Voraus mit Sicherheit sagen. In welche Richtung dieses sich entwickeln wird, ist nahezu unmöglich vorherzusagen. Das von Michael Fischer geleitete Vienna Improvisers Orchestra macht seinem Namen alle Ehre und beschreitet musikalische Pfade, die es von traditionellen stilistischen Begrifflichkeiten  weit weg führen. Performances dieser Großformation stellen immer einen Schritt weit den Versuch dar, das Publikum dazu zu animieren, die eigenen Hörgewohnheiten, das eigene Musikverständnis einer Überprüfung zu unterziehen, um sich auf diesem Wege für neue Klangerfahrungen zu öffnen.

Das Vienna Improvisers Orchestra widmet sich seit 2005 conducted instant compositions (Momentkompositionen, die über ein Handzeichensystem von jeweils Dirigierenden dem Orchester vermittelt werden) und damit einer Methode für Improvisationsorchester, die in europäischen Großstädten vor allem in den letzten 15 Jahren in verschiedenen Facetten entwickelt wurde. Die MusikerInnen sind keinerlei Einschränkungen unterworfen. Es obliegt ihnen selbst, wie und in welcher Form sie die Zeichen des Dirigenten deuten und umsetzen. Eine weitere Besonderheit dieses Großensembles ist, dass es auch auf das Spiel mit der Sprache und der Lyrik in den musikalischen Prozess als Stilmittel zurückgreift.  Aus diesem Grund arbeitete man in der Vergangenheit bereits mit SchriftstellerInnen wie Gerhard Rühm (Wiener Gruppe), Zwetelina Damjanova, Gerhard Jaschke, Magdalena Knapp-Menzel und eben auch Semier Insayif zusammen.

Schon alleine die lange Liste der renommierten MusikerInnen aus den unterschiedlichen Genres unterstreicht den experimentellen, avantgardistischen  und von jeden Stilfragen befreiten Charakter des Vienna Improvisers Orchestras. Diesmal unter anderem mit dabei sind Didi Kern, Ilse Riedler, Judith Reiter, Martin Mallaun, Clementine Gasser und  Wolfgang Fuchs. Einem Abend der etwas anderen Musikerfahrung steht also nichts im Wege.

http://m.fischer.wuk.at/VIO.htm
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