Unwucht-Festival 2026: Musik für trainierte Ohren

Am Samstag, dem 29. August 2026, verwandelt sich die Klosterruine Arnoldstein erneut in einen besonderen Ort für alle, die Musik nicht als Hintergrundrauschen verstehen. Das UnWucht-Festival geht auch heuer wieder unter dem Motto „Musik für trainierte Ohren“ über die Bühne – mit einem Programm, das sich bewusst zwischen Noise, Experiment, Rock, Avantgarde, Pop-Geste, Performance und klanglicher Zumutung bewegt.

Das Festival des Vereins Aktion Mutante steht seit jeher für Musik, die Ecken und Kanten haben darf. Hier geht es nicht um das Glattgebügelte, sondern um Spannung, Reibung, Energie und Überraschung. In der besonderen Atmosphäre der Klosterruine entsteht ein Abend, der musikalisch fordert, aber auch mitreißt: roh, poetisch, laut, schräg, humorvoll und manchmal auch verletzlich.

Gespielt wird auf zwei Bühnen: der Noisemaker Stage und der Heartbreaker Stage. Schon die Namen zeigen, wohin die Reise geht. Die eine Seite sucht die Wucht, das Kratzen, das Unberechenbare; die andere die Brüche, das Drama, die Melancholie und den schiefen Glanz. Gemeinsam bilden sie den Rahmen für ein Festival, das nicht in Genres denkt, sondern in Haltungen.

Austro Fred (c) Ingo Pertramer

Zum Line-up zählen Austrofred, Christian Fetish, Moving as a Giant, OvO, Pulverin und Utschnih. Damit versammelt das UnWucht-Festival Künstlerinnen und Künstler, die auf sehr unterschiedliche Weise zeigen, wie lebendig Musik abseits des Erwartbaren sein kann.

Austrofred bringt seine unverwechselbare Mischung aus Rock-Pose, Austropop-Mythologie, Freddie-Mercury-Energie und ironischer Selbstermächtigung nach Arnoldstein. Wo Austrofred auftritt, ist große Geste erlaubt – aber immer mit einem Augenzwinkern, das die eigene Überhöhung gleich wieder unterwandert.
Christian Fetish führt in dunklere, dichtere und intensivere Klangräume. Die Musik bewegt sich in einem Feld aus Industrial, Noise, elektronischer Schwere, Rock, Goth-Pop und performativer Präsenz. Das ist kein Sound für die Komfortzone, sondern eine Einladung, sich auf Klang als körperliche Erfahrung einzulassen.
Moving as a Giant aus Slowenien verbinden Noise, Fuzz, schwere Rhythmen, massive Gitarren und emotionale Dringlichkeit. Die Band aus Murska Sobota steht für einen Sound, der gleichzeitig roh und atmosphärisch ist – mit einer Präsenz, die sich live besonders entfaltet.

OvO (c) Annapaola Martin, 2025

OvO kommen aus Italien und stehen seit Jahren für radikale Klangarbeit, Noise, Metal, Performance und kompromisslose Bühnenenergie. OvO sind laut, eigenwillig und körperlich – Musik als Grenzerfahrung, aber mit großer künstlerischer Konsequenz.
Pulverin erweitern das Programm um eine weitere eigenständige Position zwischen Druck, Struktur, Experiment und ungezähmter Energie. Auch hier gilt: einfache Zuschreibungen greifen zu kurz. Das UnWucht-Festival bietet genau jenen Raum, in dem solche Musik wirken kann.
Utschnih ist ebenfalls Teil des diesjährigen Programms und steht für eine weitere eigenwillige Facette im Line-up.

Das UnWucht-Festival versteht sich nicht als Massenware, sondern als liebevoll kuratierter Abend für Menschen, die neugierig geblieben sind. „Musik für trainierte Ohren“ meint dabei nicht elitär, sondern offen: offen für ungewöhnliche Klänge, für Widerstand, für Humor, für Lärm, für Schönheit an unerwarteten Stellen und für Musik, die nicht sofort alles erklärt. Die Klosterruine Arnoldstein bietet dafür den passenden Rahmen. Zwischen alten Mauern, Abendstimmung und klanglicher Unberechenbarkeit entsteht ein Festivalabend, der bewusst aus dem Gewohnten fällt – und gerade deshalb lange in Erinnerung bleibt.

UnWucht-Festival