Traspié – Pasaje

Mit einem doch etwas aus dem Rahmen fallenden musikalischen Ansatz konfrontiert das in Wien ansässige Duo Traspié die Hörerschaft auf ihrem Erstlingswerk „Pasaje“ (Artruism Records). Den Tango im elektronischen Sinne neu interpretierend, versucht das Zweiergespann Gustavo Petek und Enrique Thompson einen Brückenschlag von der Tradition hin zur musikalischen Gegenwart. Und das auf eine sehr abwechslungsreiche und gediegen elegante Art und Weise.

Gustavo Petek (Electronics, Keyboards und Sound Design) und Enrique Thompson (Saxophon), die beiden aus Argentinien stammenden Begründer von der Formation Traspié, versuchen sich als Klangmaler zwischen den verschiedensten Musikwelten und –traditionen. Ihr gemeinsames Ziel ist, den Tango, wie man ihn in  ihrer Heimat spielt, in ein zeitgenössisches und vor allem elektronisches Soundgewand zu hüllen. Nicht, dass dieses Vorhaben jetzt etwas grundsätzlich Neues darstellt, die Art und Weise aber, mit welcher die beiden musikalischen Freigeister zu Werke gehen, nötigt doch einiges mehr an Respekt ab.

Warum? Weil Traspié sich ganz bewusst nicht einschränken lassen und auch die vermeintlich verschlossenen Tore hin auch zu anderen Stilen und Spielformen aufstoßen. Auf diesem Wege lassen die beiden mit Hilfe einer Reihe von GastmusikerInnen und -sängerInnen einen facettenreichen Sound der vielen musikalischen Sprachen entstehen, einen, indem neben den Klängen des Tango und der elektronischen, wie loungehaften Tanzmusik, auch Elemente aus dem Jazz, dem Pop, der Musette und den verschiedensten Weltmusiken Eingang finden.

Aber es ist nicht nur alleine diese große musikalische Vielfalt, die das von dem Zweiergespann Dargebotene so interessant macht. Gustavo Petek und Enrique Thompson liefern nämlich darüber hinaus auch weit mehr als nur tanzbare Musik ab. Sie schielen nicht nur alleine auch Clubtauglichkeit ihres Sounds, sondern bieten auch allen möglichen musikalischen Versuchen und Experimenten viel Raum.

Vielmehr als die beiden überhaupt in Richtung einer Songstruktur gehen, orientieren sie sich deutlich offeneren und verspielteren Formen, die sich in einem ständigen Prozess der Veränderung befinden und sich quasi jederzeit in alle möglichen Richtungen entwickeln können. Und genau dieser Ansatz ist es auch, der für die vielen zusätzlichen spannenden und überraschenden Momente sorgt.

Mit „Pasaje“ ist Traspié auf jeden Fall ein Album gelungen, dem Anhänger unterschiedlichster musikalischer Gattungen Gehör schenken dürften. Wirklich empfehlenswert. (mt)

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