Bild The Reef Formation
The Reef Formation (c) Petra Nagy

THE REEF FORMATION – „Corals“

Ein Jazzsound, der sich stilistisch vielfältig, melodiereich und mit eigenständiger Note vom musikalischen Einheitsbrei abhebt: Genau einen solchen erweckt die junge siebenköpfige Truppe THE REFF FORMATION auf ihrem Erstlingswerk „Corals“ (Session Work Records) zum Leben.

Musik, die keiner Worte und Vocals bedarf, um ihre Geschichten zu erzählen. Die in Wien ansässige Band The Reef Formation tut es rein instrumental. Und das auf eine ausgesprochen packende und vor allem sich schnell in den Gehörgängen festsetzende Art und Weise. Die Band – bestehend aus Johannes Peham (Keys, Rhodes), Jakob Mayr (Posaune), Primo Salvati (Saxofon), Otto-Andreas Bruckner (Bass), Andreas Senn (Schlagzeug), Mike Seidl (Gitarre) und Matthias Weber (Trompete) – bringen einen Sound zum Erklingen, der aufgrund seiner stilistisch sehr vielfältigen Natur nicht wirklich eindeutig verortbar ist. Irgendwie ist von allem etwas dabei. Ein facettenreicher jazziger Grundton, der von reduziert über verspielt und frei bis hin zum Großformatigen reicht, eine ordentliche Portion Funk, eine Prise Prog-Rock und vielerlei anderes.

Ein gelungenes Debüt

Was die 2015 gegründete siebenköpfige Band entstehen lässt, ist eine erfrischend eigenständige Klangästhetik, die sich in sehr variantenreicher Form in spannungsgeladenen Nummern ausdrückt. Es fehlen auf „Corals“ weder die leisen, filigranen und gefühlvollen Momente noch die großen ausladenden Szenen, es geht genauso verspielt, experimentell und wechselhaft zur Sache, wie es auf wunderbare Weise einfach nur geradlinig nach vorne fließt. Die Melodien, Hooklines und Grooves sind solcher Art, die schnell hängen bleiben, viel Atmosphäre entfalten und eine unbändige Leidenschaft vermitteln.

The Reef Formation feiern mit ihrem Debüt auf jeden Fall schon einmal einen bärenstarken Einstand. „Corals“ offenbart sich als eine Sammlung erstklassiger Nummern, die Lust auf mehr macht und ihre ganz eigene packende Schwingung besitzt. Ein Album, das sich wirklich lohnt, entdeckt und erforscht zu werden.

Michael Ternai

Links:
The Reef Formation (Facebook)
Session Work Records